
Kölner Haie ergattern Extrapunkt gegen die Eisbären Berlin
In der Uber Arena empfingen am 24. Spieltag die Eisbären Berlin die Kölner Haie zum Spitzenspiel.
Die Eisbären Berlin holten sich in Wolfsburg alle drei Zähler und wollten mit einem Erfolg in die Top Sechs rutschen. Das erste Aufeinandertreffen entschieden die Eisbären in Köln klar für sich. Trotz der langen Verletzen Misere schlug sich der amtierende deutsche Meister bislang sehr gut.
Die Kölner Haie reisten nach vier Siegen in den letzten fünf Begegnungen mit erhobener Brust und viel Selbstbewusstsein in die Bundeshauptstadt. Mit einem Auswärtssieg wollte man die aktuelle Top drei Platzierung untermauern und näher an die Tabellenspitze heranrücken. Kapitän Moritz Müller fehlte weiterhin verletzungsbedingt bei den Rheinländern.
Leden mit erstem DEL-Treffer, Haie drehen das Spiel
Das Match versprach von Anfang an ein Spitzenduell auf Augenhöhe zu werden. Der Kölner Goalie Janne Juvonen packte gleich mal seine flinke Fanghand aus, um ein Berliner Solo im Keime zu ersticken. Es gab auch erste Torabschlüsse für die Hausherren und in der 9. Spielminute war es dann passiert mit dem Führungstreffer der Berliner durch Matej Leden, sein Premierentor in der Liga. Die Eisbären waren sehr präsent auf dem Eis und gaben den Kölnern wenig Raum zur Entfaltung. Keeper Jake Hildebrand vereitelte mehrfach den Ausgleich dank seiner Paraden.
In der 15. Spielminute markierte Maxi Kammerer den verdienten Gleichstand nach einer tollen Passstafette. Beide Teams zeigten schnelles Hockey und die Haie drehten das Match in der 16. Spielminute in Person des agilen Patrick Russell. Hausherren Torwart Jake Hildebrand musste in höchster Not retten und den Leichtsinnsfehler seiner Vorderleute ausmerzen. Wow, welch ein Mega Save des Eisbären Goalies unmittelbar danach bei einem zwei auf eins Konter der Haie. In den letzten Sekunden des Anfangsdrittels verbuchten die Gäste einige Top Möglichkeiten.
Leden: „Es fühlt sich toll an, ein Tor zu schießen. Wir kamen dann etwas von unserem Spielplan ab.“
Traumstart für Eisbären Berlin, die nachlegen
Bei den Schüssen geizten die Eisbären Berlin bislang, die Passquote lag bei Köln bei sehr guten 90%. Berlin kam rasant aus der Kabine und Eric Mik glich schnell in der 22. Spielminute aus; es war der zweite Torschuss im Mittelabschnitt. Nun lag das Momentum auf Seiten der Hausherren, die nachlegen wollten, aber in Juvonen ihren Meister fanden. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch zweier Top Teams. Die Kölner Haie wollten natürlich ihre schlechte Erinnerung an die letztjährige Finalserie gar nicht aufkommen lassen. Auch Berlins Keeper Jake Hildebrand ließ keine Zweifel an seinem Können aufkommen.
Nun war wieder Berlin an der Reihe, um diese tolle enge und unterhaltsame Partie zu seinen Gunsten zu verändern: in der 30. Spielminute gelang Yannick Veilleux die Führung für die Gastgeber. Es schien eine Begegnung mit sich wechselnden Gesichtern zu werden. Die Eisbären produzierten mittlerweile wesentlich mehr Schüsse auf das gegnerische Tor, sicher auch eine Erkenntnis aus dem Anfangsdrittel. Köln blieb aber stets gefährlich bei seinen Vorstößen, tat sich jedoch merklich schwerer als zu Beginn des Spiels. Es fehlte etwas an der Struktur bei den Rheinländern, welche in der Schlusssekunde noch die große Chance zum Ausgleich bekamen.
Bokk: „Wir machten Leichtsinnsfehler, was die Berliner gleich bestraft haben. Wir hatten super erstes Drittel und werden nun im Schlussabschnitt alles probieren.“
Es bleibt spannend
Konnten die Kölner Haie die Partie wieder in ihre Richtung bewegen? Zunächst übten die Hausherren Druck aus. Die Eisbären verpassten dann die Vorentscheidung und zielten am Tor vorbei. In einer recht fairen Begegnung wurde nun die Physis etwas intensiver, zumal die Gäste nun auch mehr Risiko gehen mussten. Es wurde viel Schlittschuh gelaufen und an den Banden leidenschaftlich um jede Scheibe gekämpft. Frederik Storm jubelte in der 47. Spielminute über den erneuten Ausgleich, den sich die Rheinländer redlich verdienten.
Nun durfte Berlin erstmalig ein komplettes Powerplay absolvieren gegen das Ligaweit beste Unterzahlteam, das sich auch im 17. Mal bei numerischer Unterlegenheit schadlos hielt. Das Kölner Back Checking funktionierte hervorragend und so langsam brach die Crunch Time an. Beide Mannschaften zielten auf den Dreier, um ihre Tabellenposition entsprechend zu optimieren. Der etatmäßige Stürmer Manuel Wiederer fungierte seit dem zweiten Drittel als Defender bei den Bundeshauptstädtern, die sich kurz vor Schluss etliche Großchancen erspielten.
Nun ging es in die Verlängerung: Keeper Juvonen hielt bravourös beim Berliner Konter und bewahrte seine Jungs mehrfach vor dem Knockout. Oliver Kaski visierte im Verbund mit der Schulter von Hildebrand nur die Latte an und dann scheiterten zwei Berliner im Sekundentakt am bärenstarken Kölner Keeper. Die letzten Sekunden waren total aufregend.
Schließlich musste die finale Entscheidung im Shootout fallen: Kirk traf, Russell verzog, Pföderl scheiterte, Schnarr netzte ein, Bergmann vorbei, Kaski hatte auch kein Glück, Nate Schnarr schnürte den Doppelpack, Juvonen hielt gegen Kirk und die Kölner Haie sicherten sich den Extrapunkt.
Schnarr: „Ich war sehr selbstbewusst, aber großes Lob an unseren Goalie Juvo, der uns im Spiel hielt. In der Kabine ist die Chemie sehr gut, wir wissen was wir zu tun haben.“
Pföderl: „Es ist immer bitter, wenn man daheim verliert. Es war alles dabei im Spiel, das dritte Tor haben wir etwas leicht hergegeben. Ein Sieg hätte gut getan, es war eine gute Woche zuletzt. Wir haben eine gute Truppe, es war eine enge Kiste. Es fehlt etwas die Konstanz.“
Eisbären Berlin – Kölner Haie 3:4 n.P. (1:2|2:0|0:1|0:0|0:1)
Tore:
1:0 |09.| Matej Leden (Noebels, Mik)
1:1 |15.| Maxi Kammerer (Niedenz, Austin)
1:2 |17.| Patrick Russell
2:2 |22.| Eric Mik (Tifflels)
3:2 |30.| Yannick Veilleux (Pföderl, Tiffels)
3:3 |47.| Federik Storm (Schnarr)
3:4 |65.| Nate Schnarr PEN
Haupt-Schiedsrichter: Gofman / Frano
Zuschauer: 14.200 (ausverkauft)
Bericht von: Hermann Graßl | Foto: City-Press GmbH
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