
Augsburg verliert den Faden in Nürnberg
,,Spiele gegen die Augsburger Panther machen Spaß”: Das dürften zumindest die Nürnberg Ice Tigers in dieser Spielzeit behaupten, Die saisoninterne Best-of-5 Serie hat man bereits mit 3:0 sehr deutlich für sich entschieden. Am 42 Spieltag wollten die Augsburger Panther diese Serie durchbrechen und immerhin einen Sieg in die Fuggerstadt holen.
Die Ice Tigers dürften vom vergangenen Wochenende beflügelt sein – nachdem man erst die Adler in Mannheim schlagen konnte, gelang auch noch das Kabinettstückchen Zuhause gegen den EHC Red Bull München. Auf der anderen Seite konnten die Panther ebenfalls ein sechs-Punkte-Wochenende mit Siegen über Frankfurt und Straubing. Ein Blick auf die Tabelle machte das bayerische Duell erst so richtig interessant. Die Schwaben (11.) hinken den Franken momentan um fünf Punkte hinterher und sollten sich tunlichst bemühen vor der langen Olympiapause noch einmal an die Pre-Playoff-Plätze heran zu schnuppern.
Augsburg unterliegt in Nürnberg – Ice Tigers mit Doppelschlag im 2. Drittel!
Aufwachen
Die Eiskatzen sind eine schnelle Mannschaft, wenn nicht sogar die schnellste der gesamten Liga. Eindrucksvoll stellten die Gastgeber dieses Attribut zu Beginn der Partie dar und warfen die ersten gefährlichen Scheiben in Richtung Peyton Jones im Augsburger Gehäuse. In Überzahl wurde es dann ein erstes Mal richtig brenzlich für den AEV – Samuel Dove-McFalls versuchte es mit einem Schuss aus spitzen Winkel, der Puck lag lange Zeit irgendwo im Torraum frei, letztendlich schafften es die Panther doch noch die Scheibe zu klären. In der Folge waren die Ice Tigers Herr der Lage und belagerten die Augsburger Zone mit Abschlüssen aus allen Lagen. Bis zum ersten Powerbreak hatten die Augsburger noch keine Scheibe auf Evan Fitzpatrick im Nürnberger Tor bringen können, es war aber auch eher eine Pause um durchzuatmen nach einen fränkischen Sturmlauf.
Diese Pause setzte neue Kräfte frei bei den Panthern: Sekunden nach Wiederanpfiff kam Augsburg zum ersten gefährlichen Angriff und zum ersten Tor. D.J Busdeker verwertete einen Rebound durch die Schoner des Nürnberger Schlussmanns (9.) und ließ die circa 500 mitgereisten Fans jubeln. Kurz nach dem Treffer fand sich der AEV wieder in numerischer Unterlegenheit, nach dem Moritz Wirth Roman Kechter per Crosscheck zu Boden streckte. Den gefährlichsten Abschluss hatte dennoch Augsburg: Über Jason Bast konterten die Panther, der den Verteidigern nach einem Block enteilt war. Glücklicherweise war Evan Fitzpatrick aufmerksam und konnte die Situation mit seiner ganzen Klasse entschärfen.
Auch ein drittes Powerplay wussten die Ice Tigers nicht zu nutzen und mussten somit mit einem knappen Rückstand trotz etlicher Torchancen in die Kabine.
Überfällig
Nach der Pause kam der AEV besser in Tritt und bespielte die Nürnberger Zone mit viel Eleganz. Auf der anderen Seite hatten die Lebkuchenstädter sichtlich Probleme wieder zu ihrem Spiel zu finden. Nach einer überstandenen Unterzahl-Sequenz waren aber auch das letzte bisschen ,,Anfangsprobleme” weg und die Franken spielten wieder groß auf in der Offensive. Nach starken Zuspiel tauchte Cole Maier plötzlich alleine vor dem Augsburger Tor auf, im letzten Augenblick fuhr Peyton Jones den linken Schoner aus und parierte ein weiteres Mal die Hundert-Prozent-Chance der Ice Tigers. Es wirkte als würden die Nürnberger Powerplay spielen und das bei fünf gegen fünf.
Einer musste also mal wieder Hand anlegen: Evan Barratt. Mit einer Ruhe spielte er sich durch die Augsburger Hintermannschaft und sah dann noch den in seinem Rücken eingelaufenen Samuel Dove-McFalls. Mit viel Gefühl spitzelte der US-Amerikaner die Scheibe zu seinem Teamkollegen, welcher die Scheibe zu seinem 20. Saisontreffer nur noch ins Netz drücken musste (34.). Das Tor? Längst überfällig! Der Ausgleich! Längst verdient!
Die Ice Tigers machten nun munter weiter und trafen gleich wieder: Tyler Spezia setzte sich hinter dem Tor durch und kurvte mit einem kleinen Bogen in den Slot. Dort angelangt zögerte der Neuzugang nicht und versenkte das Hartgummi zum Doppelschlag in die Maschen (37.). Augsburg wirkte nun in vielen Akzenten des Spiels stehend K.O. und konnte nur noch Nadelstiche bis zur zweiten Drittelpause setzen. Mit einer verdienten Führung für die Mannschaft von Mitch O´Keefe ging es in den letzten Abschnitt.
Jeopardy Musik
Es dauerte seine Zeit ehe sich die nächste nennenswerte Situation ergab – Marcus Weber wurde vor dem Tor fein bedient von Thomas Heigl. Der Abschluss des Verteidigers aus der Drehung hatte jedoch zu wenig Druck um den Weg am gut aufgelegten Peyton Jones vorbei zu finden. Auch Augsburg fand nun wieder Wege um gefährlich zu werden. Tim Wolgemut versuchte es einmal aus dem Handgelenk und einmal direkt vor dem Tor. Gleichzeitig hieß der Sieger bei beiden Duellen Evan Fitzpatrick.
Der nächste Treffer lag trotz starker Keeper dennoch in der Luft: Nürnberg erwischte wieder einen starken Wechsel über die Maier-Reihe. Thomas Heigl versuchte es direkt nach gewonnen Anspiel mit einem Abschluss, die Scheibe versprang ihm im aller letzten Moment und landete auf dem Schläger von Reihen -Partner Charlie Gerard den hoppelnden Puck per elegantem Kunstschuss im langen Eck hinter Peyton Jones unterbringen konnte.
Augsburg setzte in en letzten Spielminuten noch einmal alles auf eine Karte und zog den Goalie, jedoch ohne weiteren Erfolg. Somit blieben die drei Punkte in Nürnberg.
Fazit: Ein Spiel mit angezogener Handbremse – zumindest was die Chancenverwertung anging. Erst in der 34. Minute gelang den Tigern der schon lang überfällige Ausgleich. In der Folge kontrollierten die Franken das Geschehen und konnten zwei weitere Abschlüsse an Peyton Jones vorbei bugsieren. Augsburg zeigte sich über die gesamten 60 Minuten aufopferungsvoll, wenn auch ein wenig müde. Mit ein wenig mehr ,,Abschluss-Glück” wäre in dieser Partie zumindest ein Punkt drin gewesen. Nürnberg kann nun den dritten Sieg in Serie bejubeln und mit einem guten Gefühl in das wohl härteste Auswärtsspiel der Saison gegen die Kölner Haie gehen. Augsburg bekommt es Zuhause gegen die Fischtown Pinguins zu tun.
Nürnberg Ice Tigers – Augsburger Panther 3:1
Tore:
0:1|9.|D.J Busdeker (Moritz Elias, Cody Kunyk)
1:1|34.|Samuel Dove-McFalls (Evan Barratt)
2:1|37.|Tyler Spezia (Eugen Alanov, Marcus Weber)
3:1|54.|Charlie Gerard (Cole Maier, Thomas Heigl)
Zuschauer:7672 (ausverkauft)
Bericht von: Luca Schindler | Foto: Birgit Eiblmaier
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