
Löwen Frankfurt bezwingen die Eisbären Berlin deutlich
Richtungsweisendes Duell der Löwen Frankfurt mit dem amtierenden deutschen Meister Eisbären Berlin am 43. Spieltag in der PENNY DEL.
Die Löwen Frankfurt hatten Platz zehn noch nicht ganz aufgegeben, mussten dafür aber nun unbedingt kontinuierlich Punkte holen und zugleich auf die Konkurrenz hoffen. Ihr solides Auswärtsspiel in Straubing machte den Jungs um Headcoach Tom Pokel Mut, auch gegen die Bundeshauptstädter was zu holen.
Die Eisbären Berlin wollten unter den Top Ten bleiben und schielten durchaus noch auf Rang vier, um sich auf den letzten Metern der Vorrunde doch noch das Heimrecht zu sichern. Zuletzt wechselten sich Sieg und Niederlage stets ab und die Mannschaft von Serge Aubin war weiterhin auf der Suche nach der Kontinuität.
Leistungsträger Rowney netzt ein
Cody Brenner hütete heute das Gehäuse für die Hessen, während Jonas Stettmer bei den Eisbären im Tor stand. Blaine Byron fiel indes bis zum Saisonende bei den Eisbären aus, die beim Powerplay statistisch noch viel Luft nach oben hatten. Die Löwen Frankfurt durften früh ihr Überzahlspiel üben, was zuletzt gegen Straubing sehr gut geklappt hatte. Und auch das nächste Powerplay stand an für die Hausherren, die wie die Feuerwehr loslegten, doch in beiden Fällen erfolglos blieben.
Die Eisbären Berlin kamen, bedingt durch die Unterzahlsituationen, nur langsam ins Spiel und hatten nun selbst die erste Gelegenheit bei einfacher numerischer Überlegenheit. Es wurde sofort brandgefährlich vor Goalie Cody Brenner, der jedoch auch nicht zu überwinden war. Die Strafzeitenflut ging munter weiter, nun waren die Gastgeber wieder an der Reihe und dieses Mal funktionierte es zielorientiert und schnell in Person von Carter Rowney, der den genialen Pass von Fröberg eiskalt in der 15. Spielminute verwertete. Die Löwen nahmen zu viele Strafen, was sich rächen könnte: zuletzt verbuchten die Eisbären nur einen Powerplaytreffer in sechs Matches.
Geibel: „Es gab viele Strafen, so kamen wir schwierig ins Spiel. Wir können aber deutlich besser spielen, beide Teams müssen mit der kleinlichen Auslegung der Refs umgehen.“
Carter Rowney mit Doppelpack und hohe Löwen Effizienz
Positiv war für die Hausherren die hohe Effizienz bei den Torschüssen mit 16% bei sechs Abschlüssen. Die Eisbären Berlin begannen ihr restliches Powerplay furios mit mehreren Top Chancen. Auf Keeper Cody Brenner war bislang stets Verlass. Der deutsche Meister drückte von Beginn an mächtig aufs Gaspedal und drängte auf den Ausgleich. Auch Leo Pföderl musste auf die Strafbank, was aber zu keinem weiteren Gegentreffer führte. Doch in der 30. Spielminute verbuchte Carter Rowney seinen heutigen Doppelpack, als er ganz smart Keeper Jonas Stettmer mit dem Bauerntrick düpierte.
Individuelle Fehler durfte sich Frankfurt nicht leisten aber die Eisbären arbeiteten immer noch an den wirklich hochkarätigen Möglichkeiten. Es kam noch besser für die heimischen Fans, denn Michael Joyaux netzte in der 32. Spielminute unhaltbar ein. Nächstes Powerplay für die Löwen, welche die Eisbären einschnürten in deren Zone, doch Jonas Stettmer fror nach einer langen Sequenz die Scheibe ein zum Wechseln. Die Löwen Frankfurt verpassten den vierten Treffer und Jonas Stettmer hielt seine Farben mit tollen Paraden noch im Spiel.
Joyaux: „Wir spielen auf Augenhöhe mit Berlin, sehr schnell und effektiv. Wir stehen defensiv sehr gut und wir müssen nur so weitermachen.“
Liam Kirks Serie hält an, Löwen schlagen zurück
Was hatten die Eisbären noch im Köcher, um die Partie zu drehen? Doch die Gäste befanden sich erneut in Unterzahl nach einem harten Foul an Youngster Timo Kose, hielten sich aber schadlos. Der Scoring Streak von Liam Kirk hielt auch heute in Frankfurt an, als er in der 44. Spielminute seine Eisbären auf zwei Tore heranbrachte. Das Einspielen der Berliner Tor Hymne für den verstorbenen Andy Eder war eine tolle wertschätzende Geste der Frankfurter.
Die letzten zehn Minuten würden ein hartes Stück Arbeit für die Hessen werden, so viel stand fest. Die Hauptstädter rannten unermüdlich an, doch die Löwen Festung hielt weiter stand. Jetzt war Einbahnstraßenhockey angesagt seitens der Gäste, welche die Crunch Time einläuteten. Marcel Noebels bekam dann eine Strafe für unsportliches Verhalten aufgebrummt, was seinem Team sehr schadete. Und diese Dummheit wurde von den Löwen sofort bestraft durch den Treffer von Cameron Brace in der 54. Spielminute.
Dann gab es für 100 Sekunden eine fünf gegen drei Überzahlspiel für die Eisbären: wenn nicht jetzt wann dann hieß es für die Berliner! Doch die Frankfurter verteidigten wie die Löwen und hielten ihren Vorsprung. Es bahnte sich der erste Sieg nach zuletzt sieben Niederlagen in Folge für die Hessen an. Carter Rowney erhielt verdientermaßen den traditionellen Bembel.
Ronning: „Wir hätten von Anfang an besser agieren müssen. Wir schafften es nicht, die Scheibe ins Tor zu befördern. Unser Ziel ist Platz sechs in der Liga.“
Rowney: „Es war eine tolle Team Leistung. Wir belohnten uns am Ende für den hohen Aufwand. Powerplay und PK waren super. Cody spielte hervorragend.“
Löwen Frankfurt – Eisbären Berlin 4:1 (1:0|2:0|1:1)
Tore:
1:0 |16.| Carter Rowney (Fröberg, Burns) PP1
2:0 |30.| Carter Rowney
3:0 |32.| Michael Joyaux (Uba, Dunham)
3:1 |44.| Liam Kirk (Ronning, Tiffels)
4:1 |54.| Cameron Brace PP1
Haupt-Schiedsrichter: Hebert / Cespiva
Zuschauer: 6.669
Bericht von: Hermann Graßl | Foto: City-Press GmbH (Archiv)
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