Olympia 2026: Team USA eine Nummer zu groß für die DEB-Auswahl

15.Februar 2026Nationalmannschaft

In der Santa Giulia Ice Hockey Arena in Mailand trafen die Teams von USA und Deutschland zum letzten Vorrundenmatch aufeinander.

Deutschland stand nach dem herben und nicht eingeplanten Dämpfer gegen Lettland im letzten Vorrundenmatch gegen die USA enorm unter Zugzwang und hoffte auf Wiedergutmachung. Hierzu bedurfte es einer sehr stabilen Defensive gegen die Offensivpower der Amerikaner. Wohl oder übel blieb der Weg ins Viertelfinale nur über die Qualifikation nach der Hauptrunde, es sei denn das DEB-Team wuchs über sich hinaus und stellte den Goldfavoriten aus Übersee ein Bein.

Team USA mit 25 NHL-Akteuren wollte den Platz an der Sonne in der Gruppe C mit einem Sieg gegen die DEB-Auswahl festigen. Dank seines souveränen Erfolgs gegen Dänemark war der amtierende Weltmeister auf dem besten Weg und ging als hoher Favorit in die Begegnung mit dem Silbermedaillengewinner von Pyeongchang 2028.

Deutschland hält gut mit, liegt aber hinten

Die deutsche Mannschaft musste in diesem richtungsweisenden Match ein dickes Brett bohren, um Zählbares mitzunehmen. Man war gespannt, wie sich die DEB-Auswahl aus der Affäre ziehen und die Stars der Amerikaner ärgern würde. Die erste Top Chance verbuchte die USA und Goalie Maxi Franzreb zeigte sofort sein Können. Team Deutschland hielt gut dagegen und agierte mutig nach vorne. Bislang gab es stets kurze intensive Wechsel und alle Spieler kamen zum Einsatz.

Dann gab es das erste Powerplay für die USA, welche durchaus nervös wirkten und beinahe den Shorthander riskierten. Trotzdem hatten die USA den Führungstreffer auf dem Schläger, doch Maxi Franzreb parierte mehrfach bravourös. Dies gab Sicherheit und Selbstvertrauen für das weitere Geschehen, auch wenn mal der Pfosten rettete.

Gegen Ende des Drittels setzte sich das deutsche Team mal länger in der Zone der US-Boys fest und begeisterte mit ihrem beherzten Auftritt das Publikum. Die Halle war fest in deutscher Hand und die amerikanischen Fans rieben sich die Augen. 30 Sekunden vor der Sirene wurde es noch wild und hektisch vor Maxi Franzreb. Dann war es doch passiert, denn knapp 9 Sekunden vor Ende netzte Zach Werenski zur Führung ein, nachdem Deutschland es verpasste, die Scheibe rauszuspielen.

Früher zweiter Rückschlag und spätes drittes Gegentor

Im zweiten Drittel befand sich das deutsche Team in Überzahl, hatte aber Glück, dass Keeper Franzreb heute Abend einen Sahnetag erwischte. Bislang klickte das Powerplay noch gar nicht richtig und kurze Zeit danach musste man sich einer einfachen numerischen Überlegenheit der Amis erwehren, die das sofort eiskalt nutzten: Torschütze war nach nur 22 Sekunden Kapitän Austin Matthews im Nachstochern.

Nun schien es eine „Mission impossible“ zu werden gegen das Starensemble der Amerikaner, die nun das Momentum auf ihrer Seite hatte und auch mittlerweile höher führen hätten können. Vielleicht funktionierte das nächste Powerplay besser, doch es gelang nicht richtig in die Formation zu kommen bzw. hatte der US-Goalie stets freie Sicht bei den Schüssen der Deutschen. Irgendwie hüpfte der Puck nicht im deutschen Sinne und es gab immer wieder Turnovers, bei denen Maxi Franzreb hellwach blieb.

Optisch und Spielerisch hatten die USA ein klares Übergewicht und waren dem dritten Treffer weitaus näher als die DEB-Auswahl dem Anschlusstor. Würden die Kräfte letztlich reichen, zumal die NHL-er enorm viel Eiszeit schrubbten? In der Abwehr bekamen die amerikanischen Spieler einfach zu viel Platz, um sich problemlos zu entfalten. Es fehlte der letzte Wille und die Leidenschaft, noch mehr Zug zum Tor zu generieren. In der 38. Spielminute erhöhte USA sogar auf drei zu Null, als die Scheibe etwas unglücklich hinter Franzreb ins Tor reinfiel. Brock Faber durfte jubeln und Headcoach Harry Kreis verzichtete auf eine mögliche Coaches Challenge wegen eines vermeintlichen zu hohen Stocks. Randnotiz zum Treffer: beide Tkachuk Brüder holten sich einen Assistpunkt!

Frühes Tor der USA, die nachlegen, Stützle verkürzt

Objektiv betrachtet musste die deutsche Mannschaft wieder an ihre tadellose Leistung aus dem ersten Drittel anknüpfen, die nicht so fehleranfällig verlief wie im Mittelabschnitt, als man es den US-Boys viel zu einfach machte. Ein deutsches Miracle on Ice schien indes nahezu ausgeschlossen zu sein. Es gab durchaus die eine oder andere Top Chance, doch die USA erzielten fast im Gegenzug ihren vierten Treffer in Person von Tage Thompson in der 42. Spielminute. Nur knapp fünf Minuten später fiel der fünfte Treffer, erneut durch den amerikanischen Kapitän Austin Matthews.

Inzwischen war es sehr ernüchternd für die deutsche Mannschaft, die sich zwar redlich mühte aber glücklos blieb in ihren Bemühungen. Die Pässe kamen kaum an, offensiv war es sehr dürftig, doch in der 52. Spielminute sorgte Tim Stützle für den ersten deutschen Treffer. Dieses Erfolgserlebnis war gut für die Moral, um mit meinem guten Gefühl in die Qualifikationsphase zu gehen.

Gegen Ende des Matches durfte Deutschland nochmals Powerplay üben, was bisher nicht gut geklickt hat und auch jetzt lief es viel zu behäbig und ineffektiv.

Nach Abschluss der Vorrunde ging es für die deutsche Mannschaft nun im Viertelfinal Qualifikationsmatch gegen Frankreich, ein machbarer Gegner auf dem Weg unter die besten acht Nationen. Sofern ‚Les Bleus‘ besiegt werden würden, würde die Slowakei im Viertelfinale warten.

Olympia 2026, Vorrunde, 15.02.2026

USA – Deutschland 5:1 (1:0|2:0|2:1)

Tore:

1:0 |20.| Zach Werenski (Matthews)
2:0 |24.| Austin Matthews (Hughes, Tkachuk M.) PP1
3:0 |38.| Brock Faber (Tkachuk M, Tkachuk B.)
4:0 |42.| Tage Thompson (Larkin, Sanderson)
5:0 |47.| Austin Matthews (Hanifin, Sanderson)
5:1 |52.| Tim Stützle (Peterka)

Schiedsrichter: McCauley (CAN) / Hribik (CZE)

Zuschauer:  11.497

Bericht von: Hermann Graßl | Foto: City-Press GmbH

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