
Olympia 2026: Kanada entscheidet umkämpftes Halbfinale in den Schlusssekunden
Nach anfänglichem Rückstand kämpften sich die kanadischen NHL-Stars dank Toren von Sam Reinhart und Shea Theodore zurück ins Spiel. Die Entscheidung in diesem hochstehenden Halbfinale fiel erst wenige Sekunden vor Schluss.
Die erste Topchance der Kanadier hatte in der vierten Minute einmal mehr der Jungspund Macklin Celebrini auf dem Stock. Alleine gegen vier Finnen platzierte er sich und brachte das haargenaue Zuspiel von Connor McDavid beinahe im Tor unter. Bei den Finnen setzte sich in der Anfangsphase Roope Hintz und Mikko Rantanen in Szene. Letztgenannter stand mit einem Pass in der ersten Überzahl gleich erneut im Fokus. Der Pass kam durch den Slot, doch es stand kein Abnehmer vor Jordan Binnington bereit.
Im Laufe des ersten Drittels sah man die defensive Stabilität der Finnen. Die Kanadier waren mehrheitlich im Puckbesitz, wurden aber lange auf den Aussenbahnen gehalten. Denn in den Anzahl Abschlüssen war man mit 3:7 lange im Hintertreffen. In der 17. Minute erspielte sich Sam Bennett eine geradlinige Torchance und fuhr dabei in den Schlussmann Juuse Saros. Es gab eine zwei Minuten Strafe gegen Kanada, die Mikko Rantanen mit einem Bully-Tor sofort zur Führung ausnutzte. 1:0 die knappe Führung für Finnland nach 20 Minuten.
Es war zu erwarten, dass die Kanadier wie die Feuerwehr aus der Garderobe aufs Eis zurückkamen, um den Rückstand wettzumachen. So war es auch. Der Start in den zweiten Abschnitt gehörte ihnen. Aus allen Lagen feuerten sie in Richtung Saros und bekamen gar noch eine erste Überzahl. Der Ausgleich lag eigentlich in der Luft, doch es kam anders als erwartet. Erik Haula entwischte an der Bande und liess Binnington keine Chance. 2:0 in Unterzahl entgegen des Spielverlaufs im Mitteldrittel. Das Powerplay konnten die Kanadier nicht nutzen. Die Frage war, wie werden sie auf diesen Doppelschlag reagieren? Noch war genug Zeit vorhanden.
Doch dieser 0:2-Rückstand hemmte die Kanadier in ihrem Zusammenspiel. Immer wieder versprang ein Puck unglücklich oder blieb in den finnischen Beinen und Stöcken hängen. Nichtsdestotrotz waren die Ahornblätter spielbestimmend, versuchten immer wieder Celebrini zu finden oder den Abschluss selbst zu suchen. Vom grossartigen Zusammenspiel war man kurzzeitig abgekommen. Eine weitere Strafzeit gegen Finnland sollte das Spiel aus Sicht der Kanadier wieder in geordnete Bahnen lenken. Und siehe da, das Zusammenspiel klappte wieder. Sam Reinhart lenkte einen Schuss von Cale Makar unhaltbar zum 1:2 ab. Die Kanadier zeigten sich daraufhin verbessert, lagen nach zwei Drittel aber noch immer mit einem Tor im Hintertreffen.
Die Finnen zeigten eine clevere Startphase im Schlussdrittel und sorgten bei den Kanadiern für viel Mühe, wieder in die Partie zu finden. In der 46. Minute hatte Esa Lindell die riesige Chance auf das 3:1, scheiterte aber knapp am kanadischen Schlussmann. Bei Offensivaktionen brachte Jon Cooper immer wieder die Linie mit McDavid, Celebrini und MacKinnon, um für hohe Torgefahr zu sorgen. Eigentlich wäre der Ausgleich mittlerweile nicht unverdient. Ehe diese Zeile geschrieben war, glich Shea Theodore für die Kanadier in der 51. Minute aus.
Vor dem Ausgleichstreffer wurde Juuse Saros durch Brad Marchand noch im Torraum behindert. Der finnische Coach Antti Pennanen wollte aber keine Coach’s Challenge nehmen – wahrscheinlich mit dem Wissen, dass dies auch ins Auge gehen könnte. Was wäre los gewesen, wenn die Finnen die Challenge genommen, aber verloren hätten? Dann hätten die Kanadier den Momentum Change in der darauf folgenden Überzahl zur erstmaligen Führung nutzen können. So blieb es mit dem Stand von 2:2 ausgeglichen.
Beinahe nur bis zur 56. Minute. Mitch Marner, mit dem 3:2 auf dem Stock, scheiterte am Schoner von Saros. Die Finnen kamen zu einem Entlastungsschuss nach einem erkämpften Bully in der gegnerischen Zone. Dann ging es wieder in die andere Richtung. Macklin Celebrini bereitete beinahe das Entscheidungstor für Nathan MacKinnon vor, doch Saros rettete mit einer riesigen Parade. MacKinnon stand kurz darauf erneut im Fokus. Zuerst musste aber Niko Mikkola nach einem hohen Stock auf die Strafbank.
Die Kanadier drückten enorm. Eine Sekunde der Strafe war noch auf der Uhr, als Nathan MacKinnon den Siegtreffer erzielte. Nun nahmen die Finnen die Coach’s Challenge aufgrund eines vermeintlichen Offsides. Doch die Kufe von Celebrini war beim Puckeintritt wohl noch auf der Linie, ein eindeutiger Gegenbeweis für eine Aberkennung des Treffers fehlte. So stand es 3:2 für Kanada. 35.2 Sekunden blieben den Finnen noch, doch es reichte nicht mehr für den Ausgleich. Damit stand Kanada als erster Finalist an den olympischen Winterspielen in Mailand fest.
Kanada – Finnland 3:2 (0:1|1:1|2:0)
Tore:
0:1|17.|Mikko Rantanen (Aho) PP1
0:2|24.|Erik Haula (Armia) SH1
1:2|35.|Sam Reinhart (Makar, McDavid) PP1
2:2|51.|Shea Theodore (Sanheim, Wilson)
3:2|60.|Nathan MacKinnon (McDavid, Celebrini) PP1
Zuschauer:
11’155 Zuschauer
Milano Santagiulia IHO, Milano
Bericht von: Roman Badertscher | Foto: Citypress
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