Jonas Neffin hält Berlins Tor blitzeblank

10.Oktober 2026DEL

Blickt man auf die vergangene Saison zurück, waren die Spiele zwischen den Eisbären Berlin und den Grizzlys Wolfsburg ausgeglichen. Beide Mannschaften verbuchten je zwei Siege, die Grizzlys zuletzt ein 5 zu 2.
Mit der neuen Saison stand nun alles wieder auf Anfang. Les Lancaster wechselte von den Eisbären Berlin mit einem Einjahresvertrag (26/27) zu den Grizzlys Wolfsburg. Im Interview mit „Magenta Sport“ betonte der ehemalige Berliner Spieler, er habe nach wie vor Freundschaften mit Berlinern. Zu Andreas Eder habe er sogar täglichen Kontakt. Jake Hildebrandt brachte zuletzt eine ähnliche Antwort im Interview mit „Magenta Sport“ hervor, auch er „fand in einigen Eisbär-Spielern Freunde für das Leben“.
Diese Aussagen verdeutlichen den wahnsinnigen Zusammenhalt der Hauptstädter Eisbären, sowohl auf als auch neben dem Eis.
Auf der Eisfläche liegen solch Freundschaften zwischen den einzelnen Mannschaften jedoch brach, Konkurrenzkämpfe um die Tore und den Sieg rutschen in den Fokus.

Gewohnte Fan-Gesänge und Highspeed unter den Kufen

Die Grizzlys starten mit dem Gewinn des ersten Puck-Drops in die Partie gegen die Eisbären. In den ersten Minuten behielten die braunen Bären ganz klar die Dominanz an ihren Schlägern. Madison Bowey versuchte sich als Erster am Tor, Jonas Neffin hielt jedoch im Nachfassen. Im Gegenzug probierten sich Adam Smith und Andreas Eder im Doppelpack an Goalie Dustin Strahlmeier. Auch an ihm war zunächst kein Vorbeikommen.

Julian Melchiori und Fabio Pfohl verbuchten bei ihren Unternehmungen aufs Tor ebenfalls keinen Erfolg. Zwei Schlagschüsse sollten die Berliner Toranzeige auf Vordermann bringen, doch Kai Wissmann und Manuel Wiederer zielten im falschen Winkel: jeweils links am Tor vorbei. Fürs Erste blieb es bei den gewohnten Fan-Gesängen in der Uber Arena, Torjubel wurde zu diesem Zeitpunkt noch hinten angestellt.

Mit stetig wechselndem Puckbesitz lief die Spielzeit des ersten Drittels stetig ab. Kurz vor der Sirene holte sich Liam Kirk eine wahnsinnige Torchance auf die Kelle. Mit Highspeed unter den Kufen bahnte er sich seinen Weg vorbei an 5 Grizzlys in Richtung Strahlmeier. Dort angekommen sollte der Puck im 5‑Hole verschwinden, doch die Goalie Schienen verhinderten das beinahe perfekte 1 zu 0 für die Eisbären.

Verschenktes Powerplay und neue Anzeigen auf dem Videowürfel

Nach einer 18‑minütigen Verschnaufpause für Spieler und Fans ging es mit dem mittleren Drittel weiter. Wolfsburg gewann auch hier den erneuten Puck-Drop für sich, gab die Dominanz aber umgehend an die Berliner ab. Gabriel Fontaine scheiterte mit einem Rückhandschuss am Gästegoalie. Jean-Luc Foudy tat es ersterem gleich, doch auch er sollte nicht das erste Tor dieser Partie schießen.

Wolfsburg fühlte sich unter Druck gesetzt. Matt Choupani legte auf Justin Feser und verschaffte ihm eine riesige Torchance. Der Puck wollte nicht wie Feser und bahnte sich seinen Weg fort von der Kelle: die Chance war dahin.
Manuel Wiederer sammelte seine dritte Strafe der Saison und wanderte wegen hohen Stocks für zwei Minuten in die Ruhebox.
Das verschenkte Powerplay konnten die Grizzlys trotz guter Formation nicht für sich nutzen. Ein halbminütiges 4 zu 4 aufgrund von Haken – Ross Mauermann gegen Jonas Müller – veränderte nichts am Spielstand, ebensowenig weitere Versuche.

Eine Strafe wegen Stockschlags fuhr sich Tyler Morley ein und begab sich umgehend in die Kühlbox.
Nach dem Powerplay der Befreiungsschlag. Liam Kirk gab die schwarze Scheibe an Frederik Tiffels ab. Mit einem satten Schuss pfefferte er den Puck unter die Latte, inmitten des Tors. 1 zu 0 für die Hauptstädter.

Foudy ergriff nach einem Fehlpass die Gunst der Stunde und bretterte auf Strahlmeier zu. Keaton Thompson faulte Foudy auf seinen letzten Metern zum Tor, was einen Penalty für die Eisbären mit sich brachte. Jean-Luc Foudy vollendete, was er eben begann: Er schoss das 2 zu 0 für die weißen Bären. Völlig überrascht schienen die Wolfsburger und fanden in den letzten Minuten des Drittels keine Kraft mehr auf dem Eis.

Neues Drittel neues Glück

Anders als zuvor gewann Berlin dieses Mal den Bully im neuen Drittel für sich. Mit einer zweiminütigen Strafe wegen Beinstellen verschaffte sich Jonas Müller noch einmal Zeit und erhöhte seine 18‑minütige Pause auf glatte 20 Minuten.
Die Grizzlys sahen das als perfekte Möglichkeit und verkrallten sich vor dem Berliner Torraum. Neffin hielt dem stand und fing die Pucks mit Leichtigkeit ab, was er einmal nicht schaffte, erledigte die Torlatte über ihm.
Auch der ehemalige Berliner Les Lancaster biss sich mit mehreren Versuchen die Zähne an Eisbär Neffin aus.

Gleiche Situation wie im mittleren Drittel –  jetzt wurden allerdings die Vorwahlen getauscht.
Tiffels zog mit rasantem Tempo auf dem Eis nach vorn. Im richtigen Moment gab er den Puck an Liam Kirk ab, dieser donnerte umgehend den Puck ins Netz. Das 3 zu 0 war gemacht, der Videowürfel änderte die Zahl und die Fans jubelten mit den Tormachern. Ty Ronning sammelte wie beim ersten Tor noch einen Assist-Punkt.
Andreas Eder durfte anschließend wegen Haltens für eine kurze Pause in die Eisbox. Sein Teamkollege Kai Wissmann wollte ihn nicht alleine sitzen lassen und leistete ihm kurzerhand Gesellschaft wegen Stockschlags.

Beinahe hätte Lancaster die Toranzeige geändert, doch Jonas Neffins Schoner war schneller da als der Puck.
Anstatt das Powerplay für sich zu nutzen, bescherten die Grizzlys den Berlinern diese Chance. Julian Melchiori kühlte wegen hohen Stocks ab.
Andreas Eder kam offensichtlich gut erholt aus der Kühlbox: Mit Zuspiel von Jean-Luc Foudy und Mitch Reinke setzte er den Puck via Schlagschuss in das weiße Netz, 4 zu 0.

Ein Aufhübschen des Spielstands gelang den offensichtlich niedergeschlagenen Braunbären nicht mehr. Stattdessen fand Tiffels wieder Gefallen am Tore erzielen.
Jonas Müller brachte den Puck zu Kirk, der legte zu Tiffels, welcher freudig den Puck über die Linie ins Tor beförderte. Mit dem neuen Spielstand von 5 zu 0 war die klare Ansage an die Grizzlys gemacht. Ein blitzeblankes Berliner Tor und der dritte Shutout für Jonas Neffin.

Bericht von: Patricia Gradl | Foto: Patricia Gradl

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