Eisbären Berlin beenden ihre Durststrecke gegen Bremerhaven und entführen drei Punkte aus dem hohen Norden – Vierter Shutout für Jonas Neffin!

11.Oktober 2026DEL

Die Fischtown Pinguins Bremerhaven empfingen in der heimischen Eis Arena am 8. Spieltag den amtierenden deutschen Meister, die Eisbären Berlin.

Bremerhaven befand sich noch auf der Suche nach der Bestform. Von den letzten fünf Partien mussten die Pinguins vier Mal punktlos vom Eis schleichen. Mut machte definitiv der direkte Vergleich mit den Eisbären, denn die Seestädter konnten die vergangenen sieben Spiele hintereinander für sich entscheiden. Aufgrund der Verletzungsmisere schlug man auf dem Transfermarkt nochmals zu und verpflichtete den Kanadier Keean Washkurak.

Der Champion des vergangenen Jahres rangierte schnell auf dem ersten Rang der aktuellen Tabelle und nahm wohl seine bärenstarke Form der letztjährigen Playoffs nahtlos in diese neue Spielzeit mit. Auch in der CHL lief es bislang wie am Schnürchen und mit diesem unerschütterlichen Selbstvertrauen in die eigenen Stärken wollte Berlin den nächsten Erfolg im hohen Norden einfahren.

Viel Dynamik und gute Chancen auf beiden Seiten

Die Hausherren wollten ihren bisherigen Lieblingsgegner in der Liga erneut in die Schranken weisen. Pföderl, Fontaine und Rinke standen nicht im Eisbären Line-Up, letzterer wegen Familienzuwachs. Die Gäste wirkten anfangs spritziger und zielführender in ihren Aktionen. Dann vergaben die Pinguins bei einem zwei auf eins Konter die Führung und auch Eminger verpasste im Slot knapp. Auf der anderen Seite hatte Krestan die dicke Chance auf den ersten Treffer.

Bremerhavens stärkste Defensive der Liga hielt weiter stand und auch offensiv verbuchten die Gastgeber so manch gute Gelegenheit. Nach einem unnötigen Scheibenverlust in der eigenen Zone wurde es kurz turbulent vor Keeper Kristers Gudlevskis, doch Nino Kinder rettete in höchster Not. Colt Conrad und Parker Tuomie beschäftigten Gäste Goalie Jonas Neffin in aussichtsreicher Position. Der dezimierte Kader von Headcoach Alex Sulzer zog sich hervorragend aus der Affäre und hielt gut dagegen.

Gegen Ende des Drittels stand das erste heimische Powerplay auf dem Programm, das statistisch noch viel Luft nach oben hatte: Colt Conrad ließ dabei eine fast 100%ige Chance liegen, doch Jonas Neffin parierte famos.

Vikingstad: „Die Mannschaft, welche die wenigsten Fehler macht, wird heute wohl gewinnen. Wir müssen diszipliniert spielen und genauso weitermachen. Ich habe noch viele Freunde hier in Bremerhaven und es macht immer Spaß, hier zu spielen.“

Eisbären Berlin legen im Minutentakt doppelt vor

Das sehenswerte Solo von Jonas Müller war nicht von Erfolg gekrönt. Der Mittelabschnitt galt bekanntlich als das beste Drittel für die Eisbären Berlin. Wie würden sich die Fischtown Pinguins kräftemäßig gegen den Meister letztlich schlagen? Vielleicht half ihr zweites Powerplay, um den ersten Torakzent zu setzen: mehr als eine halbe Minute befand man sich sogar mit zwei Mann mehr auf dem Eis. Solche vielversprechenden Konstellationen mussten die Hausherren gegen den Tabellenführer nutzen, wollte man heute was mitnehmen. Bremerhaven tat sich weiterhin schwer im Überzahlspiel und Kristers Gudlevskis musste dann eingreifen.

Sehr bitter für die Pinguins, denn in der 31. Spielminute ist es dann passiert, denn Jonas Müller fälschte Wissmanns Schuss mit seiner Schlägerspitze unhaltbar zur Eisbärenführung ab. Es dauerte nur 48 Sekunden, bis Andy Eder den zweiten Treffer nachlegte. Hier zeigte sich wieder mal die Effizienz der Bundeshauptstädter in ihrem Lieblingsdrittel. Berlin hatte seinen Gegner gut im Griff und ließ selbst wenig zu. Bremerhaven haderte wieder mal mit seiner suboptimalen Chancenverwertung bzw. stand auch der Pfosten am Ende im Weg.

 

Conrad: „Wir spielen sehr gut, belohnen uns aber nicht dafür. Wir müssen einfach unsere Chancen besser nutzen. Wir müssen mit der aktuellen Spielersituation umgehen und können daran nichts ändern.“

Eisbären sorgen für klare Verhältnisse

Was konnte Bremerhaven der Berliner Effektivität noch entgegensetzen? Es war wie verhext, denn auch Bruggissers Hammer landete am Gestänge von Jonas Neffin. Das Pech klebte irgendwie an den heimischen Schlägern. Auf der Gegenseite scheiterte Foudy an Gudlevskis, der seine Farben damit weiterhin im Spiel hielt. Colt Conrad war ebenso nicht vom Glück verfolgt bei seinem nächsten Versuch. Wann gab es den lang ersehnten Dosenöffner für die Fans?

Die Eisbären Berlin verwalteten die Begegnung souverän, auch wenn die hochkarätigeren Möglichkeiten den Hausherren gehörten. Die Pinguins warteten an diesem Wochenende bereits über fünfeinhalb Dritteln auf einen eigenen Treffer. Es brachen die letzten fünf Minuten an und wann begann die Schlussoffensive der Gastgeber, welche einen hohen Aufwand betrieben, ohne dafür belohnt zu werden? Knapp dreieinhalb Minuten vor der Sirene ging Goalie Kristers Gudlevskis vom Eis, doch Manuel Wiederer sorgte in der 58. Spielminute für die Entscheidung. Jetzt galt es nur noch, den nächsten Shutout für Keeper Jonas Neffin zu manifestieren, was schließlich gelang.

Müller J.: „Unser Jonas hat wieder mal ein super Spiel gezeigt und toll gehalten. Anfangs standen wir defensiv sehr gut mit guten Forechecks, und haben gute Chancen erspielt hatten. Wir haben eine tolle Truppe und wollen auf den letzten Spielen aufbauen.“

Friesen: „Wir hatten viele Chancen und auch Pech. Es war ein solides Match aber du musst Wege finden, ein Tor zu erzielen. Wir müssen es einfach halten und die Scheiben zum Tor bringen. Wir tun die richtigen Dinge.“

Fischtown Pinguins Bremerhaven – Eisbären Berlin 0:3 (0:0|0:2|0:1)

Tore:

0:1 |31.| Jonas Müller (Ronning, Tiffels)
0:2 |32.| Andy Eder (Foudy, Geibel)
0:3 |58.| Manuel Wiederer (Mik) ENG

Haupt-Schiedsrichter: Kozari (USA) / Cespiva (GER)   

Bericht von: Hermann Graßl | Foto: City-Press GmbH Archiv

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