
Nürnberg beendet Mini-Krise und schlägt München klar
,,Geht das schon wieder los?”, ,,Wie letztes Jahr”, ,,Bald können wir mit zwei Reihen spielen” – All das sind Aussagen die aus dem Nürnberger Fanlager aktuell wieder zu vernehmen sind. Ohne die verletzten Jake Ustorf, Chris Jandric, Jakob Weber und den gesperrten Austin Magera (Check gegen den Kopf) musste man den EHC Red Bull München empfangen. Aber diese Ice Tigers können Spiele auch mit unvollständigen Line-Up überstehen und gewinnen, wenn da nicht dieses ,,Schön Schön”-Gespiele wäre, wenn da nicht diese unnötigen Strafen wären und wenn die Franken wieder das Tore schießen für sich entdecken. In den ersten Partien zeichnete das die Mannschaft von Mitch O´Keefe aus, mittlerweile ist von dem Spitzenreiter-Eishockey nicht mehr all zu viel zu sehen. Gegen die Red Bulls sollte sich das aber um 180 Grad wenden.
Es geht doch!
Insgesamt erkannte man im ersten Abschnitt einer Teilbesserung. Die Nürnberger spielten wieder kompromissloser, härter und einfacher. Und dann sogar noch erfolgreich: Die Tiger drückten nach einem eigenen Powerplay mächtig auf das Gas. Wortwörtlich sogar. Noah Samanski zündete den Turbo nach einem starken Pass von Kapitän Marcus Weber und bugsierte das Spielgerät unter die Latte des Münchner Tores (15.).
Es fiel zunehmend auf wie gut Ice Tigers forecheckten, wie viele Schüsse sie auf das Gehäuse von Antoine Bibeau brachten und wie klug sie ihre Pässe dosierten. Aber die Franken mussten erst einmal beweisen, dass diese 20 Minuten nicht nur ein positiver Ausrutscher waren – Ice Tigers Fans wissen von was ich spreche.
Surprise Surprise
Fan-Aussage: ,,Nürnberg kann diesen verdammten Mittelabschnitt einfach nicht”. Immer wieder brechen die Ice Tigers zwischen der 21. und 40. Minute ein und finden nicht zu ihrem Match Plan. Zumindest in vielen Fällen. Wenig überraschend, dass die Münchner in Person von Lucas Tahler prompt nach zwei Minuten zum Ausgleichstreffer kamen (22.). Aber die Tiger zeigten sich (auch das überraschend) unbeeindruckt und erzielten sofort wieder die Führung. Naja zumindest kurzeitig. Owen Headricks Schuss prallte von der Latte vor die Füße von Timo Bakos, der die Scheibe dann mit einem kurzen Kick über die Linie beförderte. Nach dem Videobeweis, gestanden sich die Unparteiischen das auch ein und nahmen den Treffer regelkonform wieder zurück.
Nur ein paar Minuten später hatten die Ice Tigers mächtig Glück. Tyler Spezia spielte den Puck illegalerweise mit einem hohen Stock. Das Spiel lief dennoch weiter und Greg Meireles versenkte das Spielgerät zur erneuten Nürnberger Führung im Netz der Münchner (30.). Und ebenfalls überraschender Weise brachen die Lebkuchenstädter kein bisschen ein in diesem zweiten Drittel. Nein sie machten einfach weiter und schlugen wieder zu. Diesmal durfte Marcus Weber jubeln. Zeitgleich beendete der Jubel auch den Arbeitstag von einem glücklosen Antoine Bibeau, für ihn kam Matthias Niederberger zwischen die Pfosten (30.).
Don´t let the tiger, tiger you
Man muss nicht schön spielen um zu gewinnen. Genau dieses Mindset verkörperte Jackson Cates in der 46. Spielminute. Die Red Bulls wollten gerade ihr Spiel wieder aufbauen als Cates sich den Puck schlitzohrmäßig vor dem Münchner Tor zurück eroberte und einnetzte zum verdienten 4:1 für seine Tiger. Man rieb sich die Augen. Sind das wirklich die Nürnberg Ice Tigers, die zuvor vier Spiele in Folge sieglos die Eisfläche verlassen musste?
Auch München nahm noch am Spiel teil, wenn auch meist sehr harmlos und ideenlos. Der Treffer zum 2:4 aus Red Bulls Sicht sollte jedoch nur zur Ergebniskosmetik beitragen (52.). Denn nur 120 Sekunden später machten die Franken den Sack zu. Diesmal zählte der Treffer von Timo Bakos. Fairerweise hatte der 26 Jährige den Puck diesmal mit dem Schläger im Tor untergebracht (54.). Das 6:2 ins verwaiste Tor der roten Bullen war dann die Kirsche auf einer Nürnberger Lebkuchen-Sahnetorte.
Nürnberg Ice Tigers – EHC Red Bull München 6:2
Tore:
1:0|15.|Noah Samanski (Marcus Weber, Julius Karrer)
1:1|22.|Lucas Thaler (Ryan Murphy, Taro Hirose)
2:1|30.|Greg Meireles (Julius Karrer, Constantin Braun)
3:1|30.|Marcus Weber (Ryan Jones , Thomas Heigl)
4:1|46.|Jackson Cates4:2|52.|Jeremy McKenna (Patrick Hager)
5:2|54.|Timo Bakos (Noah Samanski, Jackson Cates)
6:2|60.|Jackson Cates (leeres Tor)
Zuschauer:5050
Bericht von: Luca Schindler | Foto: Birgit Eiblmaier
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