
Wolfsburg bleibt der Lieblingsgegner des ERC Ingolstadt, der einen Arbeitssieg landet
Der ERC Ingolstadt empfing die Grizzlys Wolfsburg zum tabellarischen Nachbarschaftsduell in der Saturn-Arena.
Der EHC Ingolstadt kehrte zuletzt wieder in die Erfolgsspur zurück und verbuchte zwei Siege nacheinander. War dies bereits der Turnaround, um primär Anschluss an die Top sechs der Liga zu halten und die eigenen hochgeschraubten Ansprüche zu wahren? Insbesondere vor heimischem Publikum konnte man erst zwei Mal gewinnen. Die Panther trennte nur einen Punkt von den Grizzlys. und nur drei Tage später kam es zum Back to Back Game in Wolfsburg.
Die Grizzlys Wolfsburg reisten mit einer knappen Niederlage in Straubing im Gepäck an und wollten unbedingt unter die ersten sechs der Tabelle vorrücken. Hierzu musste man jedoch unbedingt die eigene Offensive stärken und effektiver vor dem gegnerischen Tor agieren. Seit dem fulminanten Auswärtserfolg in Köln konnten die Jungs um Headcoach Tyler Haskins auf fremdem Terrain nicht mehr siegen. Für den gebürtigen Ingolstädter Timo Ruckdäschel war es ein besonderes Spiel im Wolfsburger Jersey.
Einbahnstraßenhockey seitens des ERC Ingolstadt
Im gut gefüllten Stadion an einem Dienstagabend erwarteten die Fans den dritten Erfolg in Folge ihrer Panther. Fünf Heimsiege gegen den heutigen Gegner machten viel Hoffnung für die Hausherren, die sich gegen Augsburg dank eines bärenstarken Schlussdrittels viel Selbstvertrauen holten. Ingolstadt als auch Wolfsburg änderten nichts in ihrer Aufstellung. Die ersten fünf Minuten gehörten klar den extrem druckvollen Gastgebern, welche auch an diesem Abend keine vier kompletten Formationen aufbieten konnten. Mit Barber und Preto fehlten u.a. zwei wichtige Akteure.
Gäste Goalie Dustin Strahlmeier musste in der 12. Spielminute in höchster Not eingreifen, um einen Rückstand zu vermeiden. Wolfsburg kam nur vereinzelt gefährlich vor das Gehäuse von Jonas Stettmer, der bisher noch nicht viel zu tun hatte. Paul Vinzens erwies sich als quirliger Aktivposten. Dann klingelte es hörbar am Wolfsburger Pfosten. Bei den Gästen fehlte es noch am geordneten und strukturierten Spielaufbau.
Vinzens: „Wir sind gut rausgekommen, wir müssen die Möglichkeiten irgendwann nutzen. Junge Spieler müssen Vertrauen bekommen, d.h. wir müssen unsere Chance nutzen und uns zeigen. Ein dreckiges Tor wäre hilfreich, dann kommen wir ins Rollen.“
Zwei Powerplays von Ingolstadt klicken, Wolfsburg effizient
Der ERC Ingolstadt lag bei den Torschüssen mit sehenswerten 16 zu 2 mehr als deutlich vorne, schlug aus dieser Überlegenheit indes kein Kapital. Offensiv-Bullys wurden auch meistens von den Panthern gewonnen. Sollte sich dies etwa rächen? Es ging genauso druckvoll wie in Drittel eins weiter: Strahlmeier sofort wieder im Fokus, dann zeigte sich Stettmer sehr aufmerksam. Powerplay war bis dato eine Domäne der Hausherren, welche sich jedoch bei ihrem ersten Versuch schwertaten, das Wolfsburger Bollwerk zu knacken.
Die zweite Gelegenheit folgte schnell: die Panther haderten inzwischen mit ihrer Chancenverwertung und verzweifelten langsam an Keeper Strahlmeier. Sechs Sekunden vor Ablauf der Strafe brach Peter Abbandonato den Bann und brachte seine Farben in der 28. Spielminute hochverdient in Front. 22 zu Drei Torschüsse zugunsten der Hausherren zur Hälfte der Spielzeit sprachen weiterhin eine klare Sprache. Doch wie aus dem Nichts aus heiterem Himmel netzte Matt Choupani in der 31. Spielminute völlig überraschend ein. Dies war erst der vierte Torschuss der VW-Städter im gesamten Match! Chapeau!
Mittlerweile gestaltete Wolfsburg die Partie etwas ausgeglichener und zeigte sich sichtlich motiviert vom Ausgleichstreffer. Aller guten Dinge waren drei, denn nun stand das nächste Powerplay für Ingolstadt an: und dieses Mal waren die special teams der Hausherren wieder erfolgreich, denn Austen Keating markierte in der 38. Spielminute die erneute Führung für die Panther. Bobby Lynch verbuchte noch eine Top Chance.
Choupani: „Wir agierten physischer im Mittelabschnitt. Wir brauchen einfach mehr Schüsse aufs Tor. Wir sind eine sehr resiliente Gruppe und glauben an uns. Wir tun was wir können.“
Grizzlys mit spätem Remis, Hammer von Schmölz!
Wolfsburg konnte in dieser noch jungen Saison nach einem Rückstand im letzten Drittel weder ein Spiel drehen noch einen Punkt ergattern. Würde diese schwarze Serie heute enden? Matt Choupani hätte beinahe seinen Doppelpack geschnürt, das sollte den Panthern eine Warnung sein, nicht vom Gaspedal zu gehen! Die Grizzlys waren nun viel aktiver und präsenter mit guten Gelegenheiten zum Ausgleich und Keeper Jonas Stettmer stand häufiger im Mittelpunkt. Wolfsburg roch den Braten und gewann mehr Zweikämpfe, während Ingolstadt den Faden zu verlieren schien.
Zehn Minuten vor dem Ende kam Wolfsburg in den Genuss seines ersten Powerplays: hier war noch viel Luft nach oben, wohingegen auch das PK von Ingolstadt nicht gerade rühmlich war. Die Grizzlys erwiesen sich als sehr griffig, blieben jedoch glücklos. Nichtsdestotrotz stellte Wolfsburg in Person von Tyler Morley in der 56. Spielminute wieder auf Remis. Dank Dustin Strahlmeier schnupperten die Grizzlys nun nach etwas Zählbarem. Doch in der 58. Spielminute sorgte Daniel Schmölz für viel Freude im weiten Rund. Abbandonatos Beteiligung an allen drei Toren war erwähnenswert.
French: „Wir spielten im ersten Drittel sehr gut. Wir fanden einen Weg am Ende zu gewinnen, das ist entscheidend. Wir lernten aus unseren Fehlern zu Beginn der Saison.“
Strahlmeier: „Ich kann immer nur aus der Torwart Perspektive beobachten. Wir müssen einfach besser zusammenspielen. Es sind oft die einfachen Dinge. Wir haben 40 Minuten gebraucht, ins Spiel zu finden. Es ist sehr ärgerlich, dass wir am Ende nichts mitnehmen können. Wir dürfen auf dem Eis weiter zusammenwachsen.“
ERC Ingolstadt – Grizzlys Wolfsburg 3:2 (0:0|2:1|1:1)
Tore:
1:0 |28.| Peter Abbandonato (Breton, Keating) PP1
1:1 |31.| Matt Choupani (Morley)
2:1 |38.| Austen Keating (Wasenden, Abbandonato) PP1
2:2 |56.| Tyler Morley (Choupani, Graber)
3:2 |58.| Daniel Schmölz (Keating, Abbandonato)
Haupt-Schiedsrichter: Frano (CZE) / Ansons (LAT)
Zuschauer: 3.825
Bericht von: Hermann Graßl | Foto: City-Press GmbH (Archiv)
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