Platzer mit Dreierpack: Wild Wings drehen die Partie gegen Bremerhaven

23.Oktober 2026DEL

Die Schwenninger Wild Wings haben ihren Aufwärtstrend mit einer überzeugenden Aufholjagd bestätigt. Gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven setzte sich die Mannschaft von Trainer Steve Walker nach einem frühen 0:2-Rückstand mit 4:2 (0:2, 2:0, 2:0) durch. Vor 4.333 Zuschauern in der Helios Arena überragte Kapitän Kyle Platzer mit drei Treffern. Entscheidend war neben seiner Treffsicherheit die geschlossene Mannschaftsleistung: Schwenningen kämpfte sich zurück und brachte den dritten Sieg in Folge mit einem reifen Schlussdrittel ins Ziel.

Guter Beginn, kalte Dusche

Die Wild Wings fanden gut in die Begegnung, suchten den direkten Weg nach vorne und kamen früh zu ersten Abschlüssen. Neuzugang Connor Bunnaman zeigte im Zusammenspiel mit Niclas Hempel vielversprechende Ansätze. Bremerhaven benötigte dagegen wenig Anlauf, um seine Qualitäten im Umschaltspiel auszuspielen. Nach Unstimmigkeiten in der Schwenninger Defensive traf Phillip Bruggisser auf Zuspiel von Andy Miele zur Führung (5.). Nur drei Minuten später schloss Miele einen schnellen Gegenangriff über Chad Nehring Conrad zum 0:2 ab.

Die Gäste nutzten ihre Möglichkeiten konsequent und stellten den ordentlichen Schwenninger Beginn damit auf den Kopf. Die Wild Wings brauchten einige Minuten, um sich zu sortieren, ließen sich vom Rückstand aber nicht dauerhaft aus dem Konzept bringen. Mit zunehmender Spielzeit fanden sie wieder bessere Wege in die Offensive. Håkon Hänelt traf in der 17. Minute nur den Pfosten, auch Kyle Platzer und Thomas Schemitsch sorgten für Gefahr. Der Anschlusstreffer blieb jedoch aus, sodass Schwenningen trotz guter Ansätze mit einem Zwei-Tore-Rückstand in die Kabine ging.

Platzer belohnt die Schwenninger Arbeit

Im Mittelabschnitt arbeiteten sich die Gastgeber zunehmend in die Partie. Schwenningen erhöhte den Druck und belohnte sich in der 27. Minute für seinen Aufwand: Nach Vorarbeit von Alexander Karachun und Philip Feist brachte Platzer die Scheibe zum 1:2 über die Linie. Der Treffer gab den Wild Wings zusätzlichen Schwung. Sebastian Uvira prüfte wenig später Kristers Gudlevskis, während Bremerhaven nun deutlich mehr investieren musste, um die Gastgeber vom eigenen Tor fernzuhalten.

Eine wichtige Grundlage für die Aufholjagd legten die Wild Wings anschließend in Unterzahl. Vier Strafminuten überstanden sie mit guter Ordnung, großem Einsatz und einem sicheren Simon Wolf zwischen den Pfosten. Schwenningen hielt den Rückstand knapp und nutzte kurz vor der zweiten Pause selbst eine Überzahl. Hänelt setzte Platzer in Szene, der 28 Sekunden vor der Sirene zum 2:2 vollendete. Die Gastgeber hatten sich zurückgekämpft und gingen mit spürbarem Rückenwind in den Schlussabschnitt.

Frühe Führung, reifer Auftritt

Dort übernahm erneut der Schwenninger Kapitän die Hauptrolle. In der 43. Minute setzte sich Platzer mit einer sehenswerten Aktion durch die Bremerhavener Defensive durch und erzielte die erstmalige Führung. Sein dritter Treffer machte die Wende perfekt und brachte die Helios Arena endgültig auf Betriebstemperatur. Die Wild Wings legten unmittelbar nach: Hänelt zog allein auf Gudlevskis zu, blieb im Abschluss ruhig und erhöhte in der 46. Minute auf 4:2.

Mit dem Vorsprung im Rücken zeigte Schwenningen einen abgeklärten Auftritt. Die Gastgeber hielten ihre Defensive zusammen, blieben zugleich mit eigenen Angriffen gefährlich und verhinderten so, dass Bremerhaven die Begegnung dauerhaft an sich ziehen konnte. Karachun und Schemitsch hatten eine weitere gute Gelegenheit, auf der Gegenseite entschärfte Wolf auch die gefährlichen Abschlüsse der Gäste. Bremerhaven versuchte es in den Schlussminuten ohne Torhüter und mit einem zusätzlichen Feldspieler, konnte die Schwenninger Defensive aber nicht mehr überwinden.

Fazit: Mehr als eine Frage der Moral

Die Wild Wings verdienten sich diesen ersten Heimsieg durch ihre Steigerung im Verlauf der Partie. Nach den defensiven Unstimmigkeiten beim frühen Doppelschlag blieben sie bei ihrer Linie, überstanden wichtige Unterzahlsituationen und übernahmen zunehmend die Kontrolle. Platzer gab mit seinem Dreierpack die entscheidenden Impulse, Wolf sicherte die Aufholjagd im Tor ab. Vor allem der Umgang mit der Führung zeigte, dass Schwenningen derzeit an Stabilität und Selbstvertrauen gewinnt. Nach dem dritten Erfolg in Serie wartet am Sonntag mit den Eisbären Berlin die nächste anspruchsvolle Aufgabe.

Bericht von: BM | Foto: citypress

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