Achterbahnfahrt: Nürnberg unterliegt Ingolstadt

30.November 2025DEL

Am 28. März 2025 gingen die Ingolstädter zuletzt als Sieger in Nürnberg vom Eis. Acht Monate später ging es nicht um ein Playoff-Halbfinale sondern um in dieser Phase ebenso wichtige drei Punkte. Die Schanzer reißen mit einem Overtimesieg gegen den Aufsteiger aus Dresden und ganzen 10 (!) Siegen in Serie nach Nürnberg. Die Mannschaft von Mitch O´Keefe konnte mit dem Spiel vom Freitag mehr als zufrieden sein – 5:1 schlug man die Augsburger Panther und schob sich damit auf den neunten Tabellenplatz vor. Bayerisches Duell: Vorhang auf!

Achterbahn fahrt in Nürnberg geht an Ingolstadt – ERC feiert elften Sieg in Serie!

Schlag auf Schlag
Ein Schuss, ein Tor, die Bayern: Ne die Ice Tigers! Eine Minute und zwei Sekunden waren gerade herunter getickt, da schlug es ein erstes Mal im Netz der Schanzer ein. Wieder war es die Top-Neuverpflichtung Brett Murray (bereits neun Tore) der einen Schuss von Jake Ustorf unhaltbar vorbei an Brett Brochu ins Tor lenkte. In der Folge waren der Tabellenführer bemüht eine schnelle Antwort zu finden jedoch auch Austin Keating konnte keinen Schaden verrichten als er alleine auf Niklas Treutle zufuhr.

Dann erhöhte Ingolstadt den Druck weiter und das erfolgreich: Von der blauen Linie warf Top-Scorer Riley Barber die Scheibe gefährlich zum Tor, vor Niklas Treutle hielt Kenny Agostino, ebenfalls wie Murray zuvor, die Kelle rein und erzielte den Ausgleich. Der Ligaprimus gestaltete das Spiel aktiver als die Gastgeber, jedoch immer wenn es gefährlich wurde, war das meist vor dem Tor von Brett Brochu. Ingolstadt versuchte die Nürnberger Defensive mit vielen Schüssen von der blauen Linie zu fordern, immerhin einmal wurde das belohnt. Und doch fiel das nächste Tor aus einem Alleingang: Riley Barber steckte von der Bande perfekt durch zu Ex-Ice Tiger Daniel Schmölz der nutze den Platz und schob den Puck gekonnt mit der Rückhand durch die Schoner des Nürnberger Goalies.

Munter ging es weiter, diesmal mit den Ice(kalt) Tigers: Nürnbergs vierte Reihe machte ordentlich Dampf im Drittel der Gäste. Hinter dem Tor kam die Scheibe zu Greg Meireles, der immer mehr in Fahrt kommende Neuzugang spielte ohne große Überlegung vor das Tor. In dem Tummult traf Josef Eham die Scheibe perfekt und erzielte den prompten Ausgleich.

Aktiv-Aktiver-Bayerisches Derby
Ingolstadt war zu Beginn des zweiten Spielabschnitts brandgefährlich und erfolgreich: Die Ice Tgers konnten sich in den ersten Minuten nicht aus der eigenen Zone befreien, immer wieder musste Niklas Treutle Abschlüsse prallen lassen, wie den einen von Abbott Girduckis. Myles Powell stand beim Rebound glücklicherwiese goldrichtig und schob den Puck zu erneuten Führung über die Linie. Nürnberg zeigte sich deutlich wacher nach dem Rückstand und beschäftigte die Hinteranschaft des ERC eindrucksvoll mit viel Geschwindigket.

Ein weiterer Treffer bliebt den Lebkuchenstädtern dennoch verwehrt. Austin Keating führte währenddessen sein Privatduell mit Niklas Treutle weiter, welches der Schlussmann der Franken bislang klar mit 4:0 für sich entschieden hatte. Das Spielgeschehen entspannte sich keineswegs, doch trotz unzähliger Gelegenheiten traf nur der ERC Ingolstadt im zweiten Drittel durch Myles Powell.

Schwimmkurs
An Chancen mangelte es nicht bei den Nürnbergern in dieser Partie – Cody Haiskanen stach zwischen einen Aufbaupass des Tabellenführers, schoss zunächst selbst, bekam den Abpraller und spielte klug auf den freistehenden Charlie Gerard. Letzterer hatte nur noch das leere Tor vor sich und traf genau den Spot an dem Morgen Ellis bereits auf dem Eis lag. Es war zum Haare raufen als einer der es mit den Nürnberg Ice Tigers hält. Umso mehr durfte man dann im folgenden Powerplay die Arme zum Jubeln in die Höhe reisen. Brett Murray legte nach Zuspiel von Tyler Spezia perfekt ab auf Greg Meireles, vom rechten Bullykreis zog Meireles wuchtig ab und traf mit einem perfekten Schuss in den Winkel zum überfälligen Ausgleich.

Ingolstadt spielte nach dem Ausgleich, als hätte man die Freibadkarte bereits gebucht. Die Panther schwammen ordentlich in der defensiven Zone. Man konnte beinahe von Glück reden, dass die Franken nicht bereits einen vierten Treffer erzielt hatten. Einmal kam Ingolstadt dann vor Niklas Treutle und natürlch trafen sie: Peter Abbandonato positionierte sich links vor dem Tor und bekam den Pass von hnter dem Tor auf dem Silbertablett serviert. Bei seinem Schuss in die kurze Ecke sah Niklas Treutle alles andere als unglücklich aus. Ingolstadt schaffte es mit der einzigen guten Abschlusssituation sich selbst wieder auf die Siegerstraße zu befördern. Die Ice Tigers gingen die letzten beiden Spielminuten nochmal aufs Ganze und zogen Niklas Treutle für einen weiteren Feldspieler und knapp eine Sekunde vor dem Ende machte Kenny Agostino den Deckel mit 3:5 drauf.

Es war wieder dieses Duell zwischen zweier Mannschaften, die den Nervenkitzel bis zum Äußersten lieben. Ingolstadt schaffte es hinten einigermaßen sicher zu stehen in den langen Nürnberger Drangphasen und dann tatsächlich auf der Gegenseite selbst zu treffen. Die Serie der Schanzer fand also auch in Nürnberg nicht ihr Ende. Elf Siege in Serie sprechen wieder für die aktuelle Verfassung des Ligaprimus. Für Nürnberg sind es keinenfalls verlorene drei Punkte, dennoch wäre ein Sieg gegen den Tabellenführer alles andere als unmöglich gewesen.

Nürnberg Ice Tigers – ERC Ingolstadt 3:5

Tore:
1:0|2.|Brett Murray (Jake Ustorf, Evan Barratt)
1:1|7.|Kenny Agostino (Riley Barber, Leon Hüttl)
1:2|15.|Daniel Schmölz (Riley Barber)
2:2|16.|Josef Eham (Greg Meireles, Owen Headrick)
2:3|24.|Myles Powell (Abbott Girduckis, Peter Spornberger)
3:3|34.|Greg Meireles (Brett Murray, Tyler Spezia)
3:4|53.|Peter Abandonato3:5|60.|Kenny Agostino
Zuschauer:7083

Bericht von: Luca Schindler | Foto: Birgit Eiblmeier

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