
Eisbären Berlin ringen den EHC Red Bull München nieder
Im SAP-Garden empfing der EHC Red Bull München am 37. Spieltag den amtierenden deutschen Meister aus Berlin zum Gipfeltreffen.
Die Red Bulls aus München wollten den SAP-Garden wieder zur Festung gestalten und den Kontakt zur Tabellenspitze nicht abreißen lassen. Ihre Heimstärke der letzten Wochen wollten sie unbedingt wieder untermauern. München hatte weiterhin einige Ausfälle zu verkraften und das Gehäuse hütete heute Simon Wolf, der dem zuletzt überragenden Antoine Bibeau eine wohlverdiente Pause gönnte. Ryan Murphy stach in den vergangenen Wochen heraus.
Die Eisbären Berlin schwächelten in den letzten Wochen mangels Konstanz ungewohnt häufig und hatten fest vor, den Abstand zu den Top Sechs zu verkleinern. Hierzu musste unbedingt ein Dreier her, um Bremerhaven nicht weiter enteilen zu lassen. Wiederer, Vikingstad, Wissmann und Ronning standen nicht im Line-Up, was die Aufgabe nicht leichter erscheinen ließ. Kirk, Pföderl und Tiffels sollten es heute in der Landeshauptstadt richten.
EHC Red Bull München verdient sich Führung
Es war das 83. DEL-Match in der Historie zwischen diesen beiden Giganten, wobei München von den letzten fünf Aufeinandertreffen vier für sich entschied. Berlins Anspruch musste es sein, die direkte Qualifikation für die Playoffs zu erreichen. Dafür galt es, die suboptimale Performance der letzten Wochen vergessen zu lassen. Randnotiz: oben auf dem Würfel konnten die Fans seit Neuem die Eiszeit erkennen, eine durchaus wertvolle Zusatzinformation. Die Hausherren begannen rasant und erarbeiteten sich früh gute erste Möglichkeiten. Der EHC Red Bull München dominierte die erste Hälfte des Drittels, biss sich aber bis jetzt die Zähne am souveränen Jonas Stettmer die Zähne aus.
Wieder mal spielte sich das Geschehen vor ausverkauftem Haus statt und in der 17. Spielminute ging München in Person von Jeremy McKenna verdient in Führung, weil sie viel Druck ausübten und ein Offensivfeuerwerk abbrannten. Dank Goalie Stettmer blieb es bei diesem hauchdünnen Vorsprung. Lean Bergmann verpasste in den Schlusssekunden den Ausgleich, da Keeper Wolf grandios reagierte.
Mik: „München macht bisher ein tolles Spiel, unsere Einstellung ist sehr gut. Wir müssen einen Zahn zulegen und von hinten schneller rausspielen.“
Eisbären Berlin dreht die Partie
Die Eisbären Berlin kamen aggressiver aus der Kabine und setzten die Hausherren stärker unter Druck mit ihrem effektiven Forechecking. Die Bundeshauptstädter wirkten deutlich verbessert und agierten schneller und zielführender. Der amtierende Champion zwang die Gastgeber zu etlichen Icings und demonstrierte einen strukturierten Spielaufbau. All das, was München im ersten Abschnitt sehr gut machten, gelang nun den Gästen weitaus mehr, es mangelte nur noch an den hochkarätigen Chancen, bis Liam Kirk an Keeper Wolf scheiterte.
Die ersten zehn Minuten gehörten ganz klar den Eisbären, welche wohl in der Kabine ihren Game Plan neu justierten, doch bislang an Goalie Wolf verzweifelten, dem Headcoach Oliver David wieder eine Bewährungsgelegenheit gab. Nichtsdestotrotz glich Berlin mit einem genialen Spielzug durch Liam Kirk, der selbst beim Aufbau von hinter dem eigenen Tor beteiligt war, in der 31. Spielminute aus. Blaine Byron hätte fast die Führung besorgt beim Gewühl vor Stettmer, was dann paar Sekunden danach doch Fakt wurde, denn Lean Bergmann netzte clever ein, weil er die von der Bande abgeprallte Scheibe denkbar unglücklich für Simon Wolf verwertete.
DeSousa: „Berlin spielt sehr gut, doch vor allem müssen wir die Turnovers vermeiden und Fehler vermeiden. Wir müssen wieder simpel und smart spielen.“
Les Lancaster trifft gegen Ex-Club,
Statistisch betrachtet hatten die Eisbären Berlin eine Führung nach dem zweiten Drittel stets ins Ziel gebracht. Man war gespannt, was sich die Red Bulls einfallen ließen. Zwei komplett unterschiedliche Abschnitte bekamen die Zuschauer zu sehen. Wer von den beiden Teams hatte am Ende die Schlägerspitze vorne? Die Eisbären knüpften nahtlos an ihre Dominanz im Mittelabschnitt an. Der EHC Red Bull München verbuchte dann eine Top Gelegenheit durch Adam Brooks. Die Gäste aus Berlin zeigten sich weiterhin sehr stabil und konnten sich auf ihren Goalie Jonas Stettmer stets verlassen.
Die Defender Ville Pokka und Jonas Müller sammelten emsig Eiszeit. Offensiv hielten sich die Mannschaften bislang sehr zurück. Dann erzielten die Eisbären Berlin in der 50. Spielminute wie aus dem Nichts direkt vom Bully weg ihren dritten Treffer, ausgerechnet durch den Ex-Münchener Les Lancaster. Gut acht Minuten vor der Schlusssirene wäre es der ideale Zeitpunkt für die Hausherren, den Anschluss herzustellen beim Powerplay, doch die Gäste hielten sich schadlos. München verbuchte nur einen Pfostentreffer.
Die Uhr lief gnadenlos runter aus Sicht der Red Bulls München. Wann würde Oliver David seinen Keeper zugunsten des sechsten Feldspielers ziehen? Die Eisbären Berlin agierten sehr clever und verwalteten den Vorsprung dank guter Ordnung an der eigenen blauen Linie. Lean Bergmann erwies sich als quirliger Aktivposten. In der 57. Spielminute machte Freddy Tiffels scheinbar den Deckel drauf, was aber wegen eines Handpasses nicht zählte. Berlin sicherte sich verdient die drei Zähler und halten Tuchfühlung zu den Top Sechs.
Tiffels: „Wir haben in der ersten Drittelpause wichtige Entscheidungen getroffen, die uns geholfen haben. Am Ende haben wir verdient gewonnen. Im ersten Drittel war gar nichts gut, außer dass Stettmer gut hielt. Dank einer guten Teamleistung holten wir den Sieg. Wir hoffen noch eine Schippe draufzulegen.“
McKenna: „Im ersten Drittel waren wir tonangebend, dann fand Berlin Lösungen, um das Spiel zu drehen. Es war ein enges Match aber wir lernen daraus.“
EHC Red Bull München – Eisbären Berlin 2:3 (1:0|0:2|1:1)
Tore:
1:0 |17.| Jeremy McKenna (DeSousa, Brooks)
1:1 |32.| Liam Kirk (Tiffels, Mik)
1:2 |38.| Lean Bergmann (Reinke)
1:3 |50.| Les Lancaster (Dea)
2:3 |60.| Brady Ferguson (McKenna, Oswald)
Haupt-Schiedsrichter: Polaczek / Rohatsch
Zuschauer: 10.796 (ausverkauft)
Bericht von: Hermann Graßl | Foto: City-Press GmbH
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