Fluch hält an: Nürnberg verliert gegen Spitzenreiter Köln

6.Januar 2026DEL

Wird die Kölner Siegesserie zweistellig oder können die Ice Tigers dem Favoriten aus der Domstadt ein Bein stellen? Köln reißt mit einer Menge Rückenwind an die Noris und diesmal auch mit ein paar mehr Fans, weil die Deutsche Bahn entweder ihr Ziel erreicht hat oder oder von Zug auf Auto umgestiegen wurde. Ebenfalls voll waren die Heimränge der Nürnberg Ice Tigers, nach einem ansehnlichen Auftritt gegen den Tabellennachbarn aus Wolfsburg. Die Kölner wollten auch ohne die Verletzten um Gregor MacLeod, Janne Juvonen und Spengler Cup Teilnehmer Nate Schnarr ihre üblich starke Spielweise in Franken zeigen. Die Tiger hingegen wollten sich bemühen um die Leistung von vor zwei Tagen zu bestätigen.

Köln siegt auch in Nürnberg – Haie mit vier Toren im Mittelabschnitt!

Halbgas – Vollgas

Einer abwartenden Anfangsphase folgten erste Abschlussversuche auf beiden Seiten – Cole Maier prüfte Felix Brückmann und Maxi Kammerer das Material des Schoners von Niklas Treutle. Es war die ersten zehn Minuten wahrlich noch nicht DAS Offensiv-Feuerwerk, welches die vorherigen Partien beider Mannschaften versprachen. Taner Kero hatte die erste gefährliche Gelegenheit auf dem Schläger – scheiterte aber wenige Meter vor dem Nürnberger Tor an Niklas Treutle.

Nürnberg fand in der Folge das Gaspedal und war dem Führungstreffer näher als die Domstädter. Ein ums andere Mal verteidigten die Haie nicht konsequent genug und ließen die Tiger gefährliche Einschussmöglichkeiten aus dem Slot. Felix Brückmann war in dieser Phase der Fels in der Brandung für Köln und entschärfte nahezu jeden Schuss mit einer gewissen Ruhe, welche nur wenige Torhüter in der Deutschen Eishockey Liga aufweisen können.

Auch in Überzahl drückten die Franken Köln ordentlich hinten rein und dennoch fiel der erste Treffer im fünf gegen fünf: Nürnberg lauerte auf auf Fehler – Juhani Tyrväinen versuchte einen Querpass an der blauen Linie, den fing Jake Ustorf sehnsüchtig ab und lief im Vollsprint in Richtung Kölner Gehäuse. Mit der Rückhand voraus zog er vor das Tor mit der Vorderseite überwand er Felix Brückmann mustergültig durch die Schoner zum überfälligen 1:0 (18.).

Die Ice Tigers belohnten sich also doch noch kurz vor Schluss für ein famoses erstes Drittel gegen Spitzenreiter.

Kruzifix

Köln kam mit einer gewissen Portion Frust oder Dampf aus der Kabine – Juhani Tyrväinen versuchte es zunächst auf die Blockerseite von Niklas Treutle. Brady Austins Versuch von der blauen Linie auf die Blockerseite gelang dann. Der wuchtige Verteidiger zog mit all seiner Klasse aus dem Handgelenk ab und versenkte die Scheibe zum Ausgleich im Netz.

Die Lebkuchenstädter mussten sich zunächst Schütteln nach dem Ausgleich und Köln wollte den Schock gleich nutzen. Nach einem Fehler im Nürnberger Aufbau tauchte Maxi Kammerer alleine vor Niklas Treutle auf, der gebürtige Nürnberger fuhr im letzten Moment noch den Schoner aus und konnte vor einem Doppelschlag bewahren. Wenig später war Nürnberg wieder an der Reihe und dennoch trafen die Haie: Frederik Storm überbrückte die Eisfläche mit viel Geschwindigkeit, seine Überlegung doch noch einen Pass quer auf Maxi Kammerer zu spielen schien doch ein wenig riskant, deshalb zog er selbst ab und erwischte Niklas Treutle auf dem falschen Fuß – oder Schlittschuh? Naja ist ja auch egal – jedenfalls traf er nur fünf Minuten später (28.) zur ersten Führung für den Spitzenreiter.

Und jetzt wurde es bitter für die Ice Tigers, beziehungsweise unglücklich: Oliver Kaski bugsierte die Scheibe in Richtung Grundlinie, das Spielgerät wäre meilenweit am Kasten vorbeigerauscht, doch Owen Headrick stand goldrichtig (spielt der nicht in Nürnberg?) und fälschte den Puck mit seinem Schlittschuh ins eigene Tor ab.

Die Ice Tigers mussten also wieder eine kleine Aufholjagd starten: Nürnberg bäumte sich nach den drei Gegentreffern wieder im Kölner Drittel auf, Julius Karrer schoss mehrfach direkt auf das Tor, doch erst sein dritter kam wirklich auf den Kasten durch die Beine und Schläger der Haie. Im letzten Augenblick fälschte Timo Bakos die Scheibe ab, ob Josef Eham noch an der Scheibe war konnte man nicht klar erkennen. Aber wer das Tor letztendlich gemacht hat, dürfte keinen von beiden interessieren.

Die Aufholjagd wurde abermals gestoppt: Greg Meireles saß auf der Strafbank für die Franken, die Kölner zogen ihr überragendes Powerplay im Drittel der Ice Tigers auf, bedacht darauf Verkehr vor Treutle zu kreieren. Oliver Kaski zog wieder von der blauen Linie ab, diesmal wäre die Scheibe sogar auf das Tor gekommen, doch Maxi Kammerer hatte andere Pläne und fälschte die Scheibe ab und erzielte den alten zwei Tore Abstand für die Haie.

Aufholjagd 2.0?

Es musste wieder ein Sturm durch das Kölner Drittel fegen, wenn die Ice Tigers noch etwas mitnehmen wollten. In den ersten Minuten des letzten Drittels war es eher eine Windböe in der Defensiv-Zone der Haie, die Ice Tigers kamen wenig bis gar nicht zu gefährlichen Schüssen auf das Gehäuse von felix Brückmann.

Sieben Minuten vor dem Ende fegte doch eine Art Hurricane durch die Kölner Hälfte. Zwei Pfostenschüsse und ettliche Top-Gelegenheiten reichten obgleich nicht für den Anschlusstreffer. Als Nürnberg den Torhüter vom Eis nahm, wurde es nochmal richtig wild: Die Ice Tigers drängten auf den dritten Treffer. 24.8 Sekunden sahen die ersten Ice Tigers Fans auch ein: ,,Diese Kölner sind zurzeit nicht zu schlagen” und traten den Heimweg früher an als geplant.

Fazit: Es war klar zu erkennen wieso die Kölner Haie momentan am Platz der Sonne verweilen: Klare Spielstruktur, ein starker Felix Brückmann, ein Trainer der extrem gelassen wirkt und die Qualität im Sturm über vier Reihen. All das sind ausschlaggebende Punkte für zehn Siege in Folge. Nürnberg hingegen muss sich nach so einer stabilen Vorstellung nicht verstecken – Köln geriet immer wieder ins Hintertreffen und konnte von Glück reden Felix Brückmann zwischen den Pfosten zu haben. Das zweite Drittel kostete den Franken dennoch wieder wichtige Punkte gegen ein Spitzenteam. 

Nürnberg Ice Tigers – Kölner Haie 2:4

Tore:
1:0|18.|Jake Ustorf1:1|23.|Brady Austin (Oliver Kaski, Ryan MacInnis)
1:2|28.|Frederik Storm (Juhani Tyrväinen)
1:3|29.|Oliver Kaski2:3|32.|Timo Bakos (Julius Karrer, Owen Headrick)
2:4|38.|Maxi Kammerer (Oliver Kaski , Dominik Bokk)

Zuschauer:6635

Bericht von: Luca Schindler | Foto: Birgit Eiblmaier

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