Spink bleibt eiskalt – Wild Wings ringen Wolfsburg im Penaltykrimi nieder

6.Januar 2026DEL

Die Schwenninger Wild Wings lieferten sich mit den Grizzlys Wolfsburg einen offenen Schlagabtausch über 65 Minuten, gleichen spät aus und sichern sich dank Tyson Spink im Penaltyschießen den Zusatzpunkt. Ein Spiel, das spielerisch nicht immer glänzte, aber kämpferisch genau das war, was ein Eishockeyspiel ausmacht.

Spektakel von der ersten Minute an

Der Start hatte es in sich. Nach nur 65 Sekunden nutzten die Wild Wings einen Wolfsburger Fehlpass eiskalt aus: Phil Hungerecker fälschte entscheidend ab und brachte die Helios Arena früh zum Beben. Doch die Antwort der Gäste ließ nicht lange auf sich warten. Jacob Hayhurst bugsierte die Scheibe nur hauchdünn über die Linie – Videobeweis, Ausgleich, 1:1.

Die Partie blieb wild. Wolfsburg schlug in Unterzahl zu, Fabio Pfohl vollendete einen Shorthander zur erstmaligen Führung der Niedersachsen. Schwenningen ließ sich davon nicht beeindrucken, blieb aggressiv im Forecheck und belohnte sich: Kyle Platzer stellte nach energischer Puckeroberung erneut auf 2:2. Chancen auf beiden Seiten, Pfostentreffer, Konter in Unterzahl – ein erstes Drittel, das kaum Luft zum Durchatmen ließ und keinen Sieger verdiente.

Tempo ja, Ertrag eher nein

Nach dem Seitenwechsel gaben zunächst die Neckarstädter den Ton an. Mehr Scheibenbesitz, mehr Spielanteile, aber zu oft wurde im Slot der eine Pass zu viel gesucht. Wolfsburg lauerte geduldig und setzte auf Umschaltmomente. Genau so fiel auch die erneute Gästeführung: Tyler Gaudet bediente Luis Schinko mustergültig, der wenig Mühe hatte, zum 2:3 einzuschieben.

Defensiv stemmten sich die Grizzlys nun entschlossener gegen den Schwenninger Druck und überstanden sogar eine brenzlige Phase in doppelter Unterzahl. Spielerisch war das zweite Drittel deutlich kontrollierter als der Auftakt, der entscheidende Punch lag aber erneut bei den Gästen.

Später Lohn für späten Druck

Im Schlussabschnitt warfen die Wild Wings alles nach vorne. Pfosten, geblockte Schüsse, Verkehr vor dem Tor – doch Dustin Strahlmeier wuchs mit zunehmender Spielzeit über sich hinaus und hielt Wolfsburg lange in Führung. Je näher die Schlusssirene rückte, desto größer wurde der Druck auf das Gästetor.

28 Sekunden vor Ende dann die Erlösung: Tyson Spink nutzte die Überzahl, blieb über rechts eiskalt und jagte die Scheibe zum 3:3 in die Maschen. Die Halle explodierte, die Overtime war die logische Folge. Dort hatten die Wild Wings zwar die besseren Chancen, doch eine Entscheidung wollte nicht fallen.

Im Penaltyschießen übernahm schließlich wieder Tyson Spink Verantwortung – und verwandelte als vierter Schütze den entscheidenden Versuch. Der Extrapunkt blieb in Schwenningen.

Stimme zum Spiel – Tyson Spink

„Es war ein hart umkämpftes Spiel. Beide Teams haben heute aggressiv gespielt. Im letzten Drittel lagen wir mit einem Tor zurück und haben deshalb versucht, viel Druck auszuüben. Wir haben uns an den Spielplan gehalten und am Ende zum Glück den Extrapunkt geholt. Eishockey ist ein Spiel, bei dem es viel um Selbstvertrauen und Momentum geht. Aus diesem Grund war es natürlich eine Erleichterung, dass mein Schuss reingegangen ist. Die ganze Zeit über – auch als es nicht so gut gelaufen ist – haben wir in der Kabine nie den Glauben verloren. Jeder steht hinter jedem. Im Moment spielen wir gutes Eishockey und wir hoffen, dass es so weiter geht.“

Bericht von: BM | Foto: Archivbild / citypress

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