Löwen Frankfurt liefern dem ERC Ingolstadt einen leidenschaftlichen Kampf und verlieren nach Penalty Schießen

18.Januar 2026DEL

Duell zwischen Löwen und Panther: Richtungsweisendes Match zwischen Frankfurt und Ingolstadt am 41. Spieltag in der PENNY DEL.

Die Löwen Frankfurt konnten den anvisierten Turnaround bislang noch nicht verzeichnen und steckten weiterhin im unteren Tabellendrittel fest. Es bedurfte einer Top Leistung, um den ERC Ingolstadt vor heimischer Kulisse zu bezwingen. Die letzten Heimspiele gingen allesamt verloren und Punkte mussten unbedingt her, um den Anschluss an die Pre-Playoffs zu wahren bzw. die Dresdner Eislöwen weiter auf Abstand zu halten. Eine solide Leistung in Augsburg genügte indes nicht, um Zählbares mitzunehmen.

Der ERC Ingolstadt schielte noch auf Rang eins und wollte zumindest seinen Platz unter den Top vier der Liga untermauern, um das Heimrecht für die Playoffs zu sichern. Im bayerischen Traditionsderby gegen den direkten Verfolger aus Straubing ergatterten die Schanzer in einem hochdramatischen Match kurz vor der Schlusssirene den Sieg. Für den ERC Ingolstadt waren die Löwen ein Lieblingsgegner und hatte bisher alle drei Begegnungen für sich entschieden.

Spiel auf Augenhöhe

Interessante Randnotiz: dies war das 1000. Heimspiel für den Stadionsprecher Rüdiger Storch und die Fans kreierten eine fantastische Choreo für ihren einzigartigen Rüdiger, eine Kultfigur und Institution. Es war das 50. Match zwischen diesen beiden Teams mit 29 Siegen für die Gäste und 20 Siege für die Löwen. Überraschenderweise stand Maksim Matushkin als renommierter Defender nicht im Line-Up. Die ersten Minuten wurden noch etwas wild auf beiden Seiten geführt. Die Hausherren demonstrierten mehr Zug zum Tor. Morgan Ellis wurde vom eigenen Mitspieler unglücklich getroffen, doch er kehrte wieder aufs Eis zurück.

Erstes Powerplay für die Löwen Frankfurt, das stark begann und eine erste Top Chance verbuchte mit einem Lattentreffer. Die Gastgeber zeigten in den ersten zehn Minuten einen leidenschaftlichen Auftritt mit hoher Physis, um den Favoriten zu beeindrucken. Ziel der Jungs von Headcoach Tom Pokel war es, über 60 Minuten durchgehend konzentriert zu agieren. Vielleicht half den Löwen nun eine aus Sicht der Ingolstädter völlig unnötigen Strafe, doch die Formation konnte sich nicht entscheidend durchsetzen. Eric Uba verpasst dann die Führung für die Hausherren genauso wie Carter Rowney.

Wilkie: „Es war ein enges erstes Drittel. Wir haben solide und hart sowie einfach gespielt. Die Defensive ist für uns sehr wichtig.“

ERC Ingolstadt sticht im Powerplay

Positiv war zu vermelden aus Frankfurter Sicht, dass hinten noch die Null stand, was in dieser Saison noch nicht allzu oft vorkam. Darauf konnte man aufbauen. Bei der Zweikampf Quote verbuchten die Hausherren leichte Vorteile. Die Anfangsminuten des Mittelabschnitts gehörten dem ERC Ingolstadt, dessen Akteure viel schneller auf den Kufen waren und ihre Offensivpower unter Beweis stellten. Dieser Aufwand wurde schließlich im Powerplay in Person von Alex Breton in der 28. Spielminute mit dem Führungstreffer belohnt; es war bereits der achte Scoring Punkt im vierten Aufeinandertreffen mit Frankfurt.

Wie würden die Hausherren darauf reagieren? Es gab bereits das vierte heimische Powerplay, welches ebenfalls wirkungslos verpuffte. Die Löwen taten sich bei eigener numerischer Überlegenheit schwer, gute Chancen zu kreieren gegen eine aggressiv verteidigende Ingolstädter Mannschaft, die das Spiel bislang recht gut im Griff hatte und wenig zuließ. Die Löwen Frankfurt wirkten immer einen Schritt langsamer und mussten erneut einem Rückstand hinterherlaufen.

Schmölz: „Wir mussten im zweiten Drittel mehr Laufarbeit zeigen und haben auch mehr Schüsse aufs Tor gebracht, was anfangs nicht gelang. Wir müssen vorne dann auch die Dinger reinmachen.“

Last Minute Ausgleich für die Löwen Frankfurt

Auch den Schlussabschnitt begannen die Gastgeber mit dem restlichen Powerplay, doch erst als die Gäste wieder komplett waren, gab es die Top Gelegenheit für die die Hessen zu verzeichnen. Für Ingolstadt war es sehr ungewöhnlich bis dato, recht wenig Schüsse abgegeben zu haben. Hinsichtlich der Passgenauigkeit haperte es noch ziemlich bei den Hausherren, doch dank des engen Spielstandes war noch nichts verloren. Beim Forechecking agierten die Löwen Frankfurt nun druckvoller und zielten auf den Ausgleich, der eigentlich hätte fallen müssen, doch Ty Glover visierte den Pfosten an, obwohl das Tor leer war; unfassbar, dass die Löwen diese 100%ige Chance nicht eintüten konnten. Näher dran am Ausgleich konnte man nicht sein.

Nun durften die Löwen Frankfurt für eine komplette Minute mit zwei Mann mehr auf dem Eis Powerplay üben; wenn nicht jetzt wann dann sollte denn der Ausgleich fallen? Die Eissporthalle war voll da und feuerte die Protagonisten nach Leibeskräften an: Ingolstadts Goalie Bratt Brochu erwies sich als bärenstarker Rückhalt. Es spielten sich dramatische Szenen vor dem Ingolstädter Gehäuse ab, doch es schien kein Vorbeikommen zu geben. Wann zog Tom Pokel seinen Keeper zugunsten eines sechsten Feldspielers? Die letzten beiden Minuten brachen an und tatsächlich gelang den Löwen der vielumjubelte Ausgleich 46 Sekunden vor dem Ende durch Cameron Brace.

Die Overtime könnte die Entscheidung bringen und die Hausherren verzeichneten erneut eine Monster Möglichkeit, die im Videostudium jedoch nicht aufgelöst werden konnte. An Dramatik war die Partie mittlerweile nicht mehr zu überbieten.  Volles Programm für die Fans, denn das Penalty Schießen stand auf der Agenda: Brace scheiterte am linken Schoner von Brochu, Barber fand in Pantkowski seinen Meister, Lilja verpasste, Agostino traf, Pfaffengut scheiterte ebenfalls und Ingolstadt sicherte sich den Extrapunkt.

Pokel: „Es war eine sehr gute Leistung unserer Mannschaft. Alles war vorhanden, es fehlten nur die Tore, wir haben alles hineingeworfen. Ich muss mir das Ganze noch auf Video anschauen. Zweikämpfe, Einsatz sind alles Grundprinzipien, die ausschlaggebend in so einem Spiel. Ich bin stolz auf die Leistung. Wir kreieren die Torchancen und haben in jedem Spiel die Gelegenheit zu gewinnen.“

French: „Wir nahmen zu viele Strafen und Tom hat einen sehr guten Job gemacht. Es war am Ende spektakulär und wir werden daraus wieder lernen. Es war ein schwieriges Spiel für uns.“

Löwen Frankfurt – ERC Ingolstadt 1:2 n.P. (0:0|0:1|1:0|0:0|0:1)

Tore:

0:1 |28.| Alex Breton (Barber, Pietta) PP1
1:1 |60.| Cameron Brace (Wilkie, Rowney)
1:2 |65.| Kenny Agostino PEN

Haupt-Schiedsrichter: Schrader / Todam

Zuschauer: 6.669

Bericht von: Hermann Graßl | Foto: City-Press GmbH (Archiv)

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