Kölner Haie holen ersten Sieg gegen München dank famoser Defensivleistung und bärenstarkem Juvonen

1.März 2026DEL

Im SAP-Garden empfing der EHC Red Bull München am 47. Spieltag den Spitzenreiter aus Köln zum Duell der Giganten in der PENNY DEL.

Die Red Bulls aus München konnten wohl die Kölner Haie nicht mehr vom Hauptrundenthron stoßen, doch schielten die Landeshauptstädter definitiv noch auf den zweiten Tabellenplatz, der für die Champions Hockey League berechtigte. Die bisherigen drei Duelle konnten allesamt die Münchener für sich entscheiden und wollten auch ihr zweites Heimspiel gegen den Ligaprimus gewinnen. Leider mussten die Fans auf den erst kürzlich rekrutierten lettischen Jungstar Alberts Smits, der mit viel Vorschlusslorbeeren ausgestattet war, verzichten.

Die Kölner Haie reisten als souveräner Erster an die Isar und wollten im vierten Aufeinandertreffen endlich den ersten Sieg eintüten. Im ersten Auswärtsmatch gelang es immerhin einen Zähler mit an den Rhein zu stibitzen. Nach ihrem famosen Erfolg gegen Ingolstadt beabsichtigten die Haie auch den zweiten bayerischen Kontrahenten an einem Wochenende in die Schranken zu verweisen. Im Hinblick auf die bevorstehenden Playoffs Köln tunlichst vermeiden, alle vier Spiele gegen München abzugeben. Headcoach Jalonen musste indes noch auf seine Neuverpflichtung aus Finnland verzichten.

Top Match trotz fehlender Tore

Headcoach David Oliver setzte heute auf Goalie Mathias Niederberger und gab seiner Nummer eins Antoine Bibeau eine schöpferische Pause. Die Kölner Haie waren bestimmt erpicht, den ersten Sieg gegen den Rivalen einzufahren. Die Gäste begannen mit viel Offensivdrang und der Münchener Keeper wurde schon mal früh beschäftigt. Yasin Ehliz Handgelenkschuss visierte dann den Pfosten an und paar Sekunden später war das Lattengestänge im Weg für eine Hausherrenführung. Gabriel Fontaine stand dann völlig frei im Slot.

Kurze Zeit später wurde Maxi Daubner völlig unglücklich mit der Kufe im Gesicht getroffen, was ihn sofort in die Kabine zwang. Hoffentlich war nichts Schlimmeres passiert, wir drücken die Daumen ob dieses Schreckmoments. Beide Teams agierten sehr strukturiert und geduldig getreu der Devise ‚Defense first‘. Köln leistete sich zu viele Strafen, was aber ungenutzt blieb seitens der Gastgeber, welche sich immer wieder am starken Juvonen die Zähne ausbissen. Die Haie kamen in der zweiten Hälfte des Drittels besser in Fahrt und München scheiterte erneut an der Latte. Sollte sich dieser Chancenwucher etwa rächen?

Das erste Kölner Powerplay bot viel Firepower und kaum komplett hätten die Red Bulls beinahe eingenetzt, zogen dann aber selbst eine Strafe, womit die Hausherren gleich mit Überzahl ins Mitteldrittel starten.

MacLeod: „München ist eine starke Mannschaft. Sie sind defensiv sehr gut, aber wir werden genauso weitermachen.“

Kölner Haie in Front

Im ausverkauften SAP-Garden sahen die Zuschauer ein Spiel zweier Spitzenteams auf Augenhöhe. Maxi Daubner fuhr vorsichtshalber ins Krankenhaus. Die Augen der insgesamt 15 NHL-Scouts, die sich heute im Stadion befanden, waren ganz auf den 18-jährigen Letten Alberts Smits gerichtet, der jedoch wegen Krankheit nicht mitwirken konnte. Das Münchener Powerplay blieb wirkungslos ohne eine hochkarätige Möglichkeit zu generieren.  

Beide Mannschaften praktizierten einen sehenswerten Backcheck auch dank ihrer aufmerksamen zwei Wege Stürmer. Beide Teams schenkten sich nichts und ließen wenig zu vor dem jeweiligen Tor. Bislang klappte der Game Plan beider Coaches hervorragend. Es fühlte sich irgendwie wie nahezu perfektes Schach auf dem Eis an: gut und sicher im Raum stehen und diesen zumachen, Schussbahnen verhindern und blocken.

In der 35. Spielminute wurde der Bann gebrochen, denn Gregor MacLeod fälschte einen Distanzschuss dank perfekter Hand Auge Koordination zur Gästeführung ab. Tobi Rieder vergab die Top Gelegenheit zum Remis, weil erneut das Torgestänge was dagegen hatte. Es war schon zum Verzweifeln, wie das Schusspech an den heimischen Schlägern klebte.

Abeltshauser: „Wir dürfen nicht nachlassen mit unserem Spiel. Es sind zwei Teams, die diszipliniert spielen mit Playoff Charakter.“

Schach auf dem Eis

Es hatte den Anschein, als ob sich die Kölner Haie während einer Saison nicht vier Mal bezwingen lassen wollten. Beide Teams waren ja die Defensivspezialisten der Liga neben Mannheim und mit dieser Taktik würden die Gäste sicherlich im Schlussabschnitt punkten. Statistisch betrachtet war München die beste Mannschaft im letzten Drittel. Die Fans spekulierten bestimmt noch auf ein richtiges Spektakel von diesen beiden Mannschaften.

Es wurde nun langsam mit offenerem Visier agiert und Brady Austin scheiterte bei seinem Solo. Wie konnte der EHC Red Bull München das Kölner Bollwerk überwinden? Die Hausherren rannten unermüdlich an und erspielten sich ihre Möglichkeiten, doch an Goalie Juvonen war kein Vorbeikommen. Nate Schnarr vergab gegen den hellwachen Niederberger die mögliche Vorentscheidung.

Es begann die Crunch Time und wegen einer Spielverzögerung kam München in den Genuss eines Powerplays: München verbuchte in diesem Match zu wenig Abschlüsse und auch in diesem Überzahlspiel verrannen die Sekunden, ohne dass dabei eine Chance für die Hausherren heraussprang. Im fünf gegen fünf wurde seitens der Gastgeber stringenter in Richtung gegnerisches Gehäuse gespielt.

Weil Nate Schnarr beim Bully auf der Scheibe sitzenblieb und somit eine Spielverzögerung verursachte, gab es erneut Überzahl für München: wenn nicht jetzt wann dann? Köln verteidigte aggressiv beim Penalty Killing: zum Schluss wurde es nochmal so richtig spannend und dramatisch, da München nun mit sechs gegen drei agierte nach einer weiteren Strafe wegen Puck Wegschlagens: Köln holte sich einer Defensivschlacht den ersten Dreier und ersten Sieg gegen die Landeshauptstädter mit dem denkbar knappsten Resultat.

Sinn: „Es hatte heute Playoff Charakter, absolute Top Mannschaft mit Köln. Wir nutzten leider die Chancen nicht, auch weil Köln defensiv sehr gutstand. Hinsichtlich der Playoffs machen wir uns aber keine Sorgen, wenn paar offensive Spieler zurück sind. Es war für uns heute lehrreich, wir können uns weiter verbessern.

Tuomie: „Es war uns schon vorher bewusst, dass wir noch keinen Sieg gegen München einfahren konnten. Juvo hat super gehalten und die Jungs waren defensiv sehr gut. Am Ende geht es um den Kampfgeist. Wir sind nie zufrieden und paar Dinge justieren und optimieren.“

EHC Red Bull München – Kölner Haie 0:1 (0:0|0:1|0:0)

Tore:

0:1 |35.| Gregor MacLeod (Kemiläinen, Sennhenn)

Haupt-Schiedsrichter: Palkovi (HUN) / Frano (CZE)

Zuschauer: 10.796 (ausverkauft)

Bericht von: Hermann Graßl | Foto: City-Press GmbH

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