
Zwei nicht reguläre Treffer: Bremerhaven siegt in Nürnberg
Mit einem Sieg in Wolfsburg hatten sich die Ice Tigers bereits ihren Platz in den Pre-Playoffs gesichert. Auch wenn Augsburg theoretisch noch eine Chance hätte (Tordifferenz von -20 aufholen) können die Franken schon fest mit der ersten Runde planen. Die Gäste in Nürnberg am 51. Spieltag aus Bremerhaven haben sogar noch die Chance direkt im Viertelfinale anzutreten. Momentan liegt man zwei Punkte hinter Platz sechs – ein Sieg in Nürnberg wäre somit Pflicht um weiter in der Verlosung zu bleiben.
Bremerhaven ringt Nürnberg nieder – Pinguine profitieren von zwei Entscheidungen!
Lange nix los
Es dauerte bis es ein erstes Mal gefährlich wurde: Kristers Gudlevskis musste einen Schuss von Tyler Spezia prallen lassen, konnten dann aber im Nachfassen zupacken und einen Nachschuss von Nürnbergs Will Graber verhindern (3.). Bei den Pinguinen hingegen dauerte es ehe man dem fränkischen Gehäuse ein erstes Mal Nahe kam. Der Ex-Ice Tiger Ludwig Byström hatte dann aber genug und versuchte es von der linken Seite mit einem wuchtigen Schlagschuss auf die lange Ecke. Aber auch hier war Evan Fitzpatrick im Ice Tigers Tor wach und griff die Scheibe mit der Fanghand ab (7.).
Für ein echtes Highlight in diesem ,,Highlight armen” ersten Drittel sorgte dann wieder Kristers Gudlevskis. Die Gastgeber konterten über Samuel Dove-McFalls und Cole Maier, Maiers Schuss konnte der lettische Schlussmann mit einer spektakulären Parade entschärfen (9.). Eine starke Nürnberger Druckphase brachte dann den ersten Treffer: Hinter dem Tor bugsierte Eugen Alanov die Scheibe zunächst an das Außennetz, bevor er das Spielgerät dann endgültig über die Linie stocherte (15.). Die Gäste aus dem hohen Norden antworteten prompt: Nur eine Minute später brachte Verteidiger Phillip Bruggisser den Puck in Richtung Tor, den Nachschuss brachte dann Miha Verlic im Netz unter (16.).
“Ding Ding Ding”
Nürnberg ließ im zweiten Drittel nicht lange auf die nächste Führung warten – naja eher Charlie Gerard. Der Ice Tigers Stürmer zog mit einer Augenweide vor das Tor der Gäste und legte den Puck mit einem butterweichen Handgelenk unter die Latte zum 2:1 (22.). Das die Playoffs vor der Tür stehen, zeigten Tyler Spezia und Maxim Rausch wenig später. In einem intensiven Faustkampf gab es zwar keinen sichtbaren Sieger, aber es zeigte wie toll dieser Eishockey-Sport doch ist. In der Folge waren die Ice Tigers in Überzahl und das erfolgreich: Lange ließen sie die Pinguine zittern bis aus einem kleinen Tumult heraus die Scheibe direkt auf der Kelle von Will Graber landete, der die Scheibe nur noch in die Maschen zimmern musste (26.).
Bremerhaven fand nur eine Minute später wieder eine perfekte Antwort, wieder per Rebound. C.J Smith legte sich die Scheibe vor Evan Fitzpatrick auf die Rückhand und drückte den Puck über die Torlinie. Dennoch hätte dieses Tor erst gar nicht fallen dürfen – zuvor streckte Ziga Jeglic Julius Karrer mit einem Crosscheck auffällig nieder. Bremerhaven ließ sich von der Emotionalität nicht mitreißen und kam zum Ausgleich (32.): Über die rechte Seite zog Christian Wejse zum Tor und jagte die Scheibe wuchtig an die Unterkante der Latte und von dort ins Tor. Aber auch dieser Treffer hätte niemals zählen dürfen. Den Linienrichtern entging eine glasklare Abseitsstellung, welche zu diesem Ausgleich erst führte.
Heißer Tanz
Charlie Gerard fand gefallen an wunderschönen Toren. Von Will Graber aus dem eigenen Drittel auf die Reise geschickt, legte er die scheibe erneut butterweich, diesmal mit der Rückhand, ins Netz und ließ die Arena erneut explodieren (42.). Es war, als hätte jemand ein Skript für dieses Spiel geschrieben. Bremerhaven kam erneut nur wenige Augenblicke zum Ausgleich: Miha Verlic wurde vor dem Tor der Ice Tigers völlig alleine gelassen und erzielte postwendend das 4:4 für seine Mannschaft (44.).
Neun Minuten vor dem Ende unterlief den Ice Tigers wiederholt dieser Kapitale Fehler. Matthew Abt stand völlig frei im Slot und bekam das Spielgerät auf dem Silbertablett serviert. Ohne große Mühe zappelte das Netz zur ersten Führung für die Gäste (51.).
Kurz vor Schluss warfen die Ice Tigers nochmals alles in die Waagschale – ohne Torhüter versuchten die Franken den Ausgleich zu erzwingen. Jedoch ohne Erfolg: 1:58 vor dem Ende erzielte Nino Kinder den Treffer ins leere Tor und besiegelte den Auswärtssieg der Pinguine (58.).
Fazit: Ob die Partie einen Sieger verdient gehabt hätte? Ja! Wen? Die Nürnberg Ice Tigers! Mit einem erneut Playoff-reifen Auftritt machte die Ice Tigers erneut klar, dass sie in keinem Spiel nur eine Außenseiter-Chance haben.
Auf diese beiden Teams darf man sich nur freuen in der Meisterrunde, viel Intensität, Tempo und Kampfgeist. Alles Aspekte, die in der heißen Zeit des Jahres von enormer Bedeutung sind. Man kann sich sicher sein: Wenn Nürnberg und Bremerhaven in den Playoffs aufeinandertreffen, gibt es keinen Favoriten.
Nürnberg Ice Tigers – Fishtown Pinguins Bremerhaven 4:6
Tore:
1:0|15.|Eugen Alanov (Marcus Weber, Sinan Akdag)
1:1|16.|Miha Verlic (Phillip Bruggisser, Akito Hirose)
2:1|22.|Charlie Gerard (Sinan Akdag, Marcus Weber)
3:1|26.|Will Graber (Roman Kechter, Owen Headrick)
3:2|27.|C.J Smith (Ryan Bettahar, Colt Conrad)
3:3|32.|Christian Wejse (C.J Smith, Nicolas Jensen)
4:3|42.|Charlie Gerard (Will Graber, Sinan Akdag)
4:4|44.|Miha Verlic (C.J Smith, Phillip Bruggisser)
4:5|51.|Matthew Abt (Miha Verlic)
4:6|58.|Nino Kinder (empty net)
Zuschauer:7672 (ausverkauft)
Bericht von: Luca Schindler | Foto: Dunja Dietrich
Eishockey-Online Network
