
Adler Mannheim holen sich zweiten Sieg in Bremerhaven
In der Eisarena Bremerhaven empfingen die Fischtown Pinguins die Adler Mannheim zu Playoff Match Nummer zwei im diesjährigen Viertelfinale.
Die Fischtown Pinguins mussten nach der Pleite in der Kurpfalz vor zwei Tagen eine Reaktion vor heimischer Kulisse zeigen, um den Serienausgleich herzustellen. Miha Verlic stand wieder im Line-Up sowie Nicolas Jensen ersetzte Matt Abt in der Defensive. Diese Justierung sollte der Mannschaft um Headcoach Alex Sulzer einen weiteren Pusch und noch mehr Energie verleihen.
Die Adler Mannheim demonstrierten gleich zum Viertelfinal-Auftakt ihre herausragende Heimstärke. Dank Tom Kühnhackl erwies sich ihr Kader noch stärker und breiter, zumal der Rückkehrer bereits in Spiel eins sehenswert gepunktet hatte und einen maßgeblichen Anteil am Erfolg hatte.
Fischtown Pinguins legen vor, Adler eiskalt
Bremerhaven legte los wie die Feuerwehr und Goalie Maxi Franzreb musste gleich mal ohne seinen Schläger für etliche Sekunden allein auskommen. Die übliche Playoff Intensität war von Anfang erkennbar und die Atmosphäre in der Halle beeindruckend wie eh und je bei den Pinguins. Ein Miha Verlic tat der Heimmannschaft mehr als gut. Schnell flogen die ersten Fäuste, was eine nahtlose Fortsetzung der hohen Physis aus Spiel eins war. Bislang blieben noch die klaren Chancen Mangelware, was der soliden Defensivleistung beider Teams geschuldet war.
Bremerhaven setzte in der 13. Spielminute das erste sportliche Ausrufezeichen nach einem Distanzschuss seitlich von der blauen Linie, der von Andy Miele geschickt und unhaltbar abgefälscht wurde. Die Hausherren wollten das Momentum sofort nutzen und nachlegen. Die Fischtown Pinguins verdienten sich bislang diese hauchdünne Führung redlich, auch weil sie wenig zuließen, doch in der 20. Spielminute netzte Kris Bennett wie aus dem Nichts zum Ausgleich ein.
Miele: „Es war am Schluss eine Unachtsamkeit, hier müssen wir besser aufpassen. Wir müssen unseren Forecheck genauso fortsetzen.“
Adler Mannheim drehen die Partie komplett, Pinguins beißen zurück
Lag nun der mentale Vorteil bei den Adlern aus Mannheim nach ihrem späten Nackenschlag, bei dem Tom Kühnhackl erneut gepunktet hatte? Und tatsächlich drehten die Gäste früh in Person von Kris Bennett in der 22. Spielminute das Match komplett binnen knapp einer Minute aus Drittel ein. Der Torschütze feierte seinen Doppelpack, nachdem er aufmerksam den Rebound verwertete. Wie würden die Fischtown Pinguins auf diesen Schock reagieren? Die Hausherren waren sichtlich beeindruckt, erarbeiteten sich jedoch wieder gute Möglichkeiten.
Dann gab es das erste Powerplay für die Pinguins, welches bislang in den Playoffs sehr gut lief: doch beinahe ging es schief, als bei einem Konter sogar Keeper Gudlevskis miteingriff und sein Gehäuse für einen brenzligen Moment offen war. Kaum komplett gelang den Gastgebern durch Colt Conrad der Ausgleich, was positiv verifiziert wurde beim Videobeweis. Doch nur 55 Sekunden später schnappten sich die Adler die Führung zurück in Person von Phil Esposito. Bei eigener numerischer Überlegenheit markierte Nicolas Mattinen sogar den vierten Mannheimer Treffer, wiederum nur 36 Sekunden nach dem Adler Erfolgserlebnis.
Nun musste Bremerhaven schon ein dickes Brett bohren, um zurückzukommen. Vielleicht half hier ein spätes Powerplay gegen Ende des Mittelabschnitts: tatsächlich gelang der Anschlusstreffer durch Christian Wejse in der 37. Spielminute, was der Partie wieder Spannung verlieh für das dritte Drittel.
Kälble: „Wir müssen von der Strafbank fernbleiben, unsere Tore fielen zum richtigen Zeitpunkt. Es ist ein enges Spiel. Unsere Emotionen müssen wir im Griff haben und smarte Entscheidungen treffen.“
Last Minute Ausgleich von Bremerhaven
Die Fischtown Pinguins Bremerhaven lagen in der Zweikampfquote deutlich vorne, aber die Adler Mannheim erwiesen sich bisher als effektiver und kaltschnäuziger. Für Dramatik war jedenfalls gesorgt für die Zuschauer und es blieb eine Herkulesaufgabe für die Gastgeber, um doch noch den Serienausgleich zu schaffen. Die Hausherren verbuchten ihre Möglichkeiten, doch es stand immer noch ein Maxi Franzreb im Gehäuse der Adler, die weiterhin sehr kontrolliert und strukturiert zu werke gingen und ihren Abwehrverbund stabil hielten.
Die Pinguins taten sich schwer, hochkarätige Gelegenheiten zu generieren und die Uhr lief gnadenlos zugunsten der Adler herunter. Was hatte Bremerhaven in der Crunch Time noch anzubieten? Fischtown ging knapp vier Minuten vor der Schlusssirene All in und brachte den sechsten Feldspieler. Die Gastgeber erhöhten sekündlich den Druck und erzwangen in der 58. Minute den Ausgleich in Person von Colt Conrad. Unfassbar, diese Energieleistung von Fischtown, was nun Overtime bedeutete.
Herrmann: „Wir belohnten uns für unsere harte Arbeit im letzten Drittel und es ist verdient. Wir versuchen sie unter Druck zu setzen. Wir sind unter Adrenalin und freuen uns auf die Overtime.“
Bremerhaven startete dominant in die Verlängerung hinein und suchte die schnelle Entscheidung. Doch dann gab es eine diskussionswürdige Strafe gegen das Heimteam, worüber Alex Sulzer nicht amused war. Dies war die dicke Chance für die Adler, den lucky punch zu setzen und Mannheim traf durch Zach Solow zum entscheidenden Siegtreffer.
Solow: „Man muss im Powerplay hier treffen, Plachta passte super zu mir rüber. Es ist hier schwer zu spielen und es ist ein toller Sieg für uns. Unsere vier Reihen können in der Serie den Unterschied ausmachen.“
Conrad: „Es ist so wie es ist. Es ist sehr schade, dass es so ausging. Wir müssen es so hinnehmen. Wir spielten heute sehr stark und müssen unseren Fokus auf Sonntag hin ausrichten.“
Fischtown Pinguins Bremerhaven – Adler Mannheim 4:5 n.V. (1:1|2:3|1:0|0:1)
Tore:
1:0 |13.| Andy Miele (Hirose, Conrad)
1:1 |20.| Kris Bennett (Kühnhackl)
1:2 |22.| Kris Bennett (O’Donnell)
2:2 |31.| Colt Conrad (Miele)
2:3 |32.| Phil Esposito (Plachta, Gilmour)
2:4 |33.| Nicolas Mattinen (Reichel, Schütz) PP1
3:4 |38.| Christian Wejse (Miele, Conrad) PP1
4:4 |58.| Colt Conrad (Kinder, Friesen)
4:5 |66.| Zach Solow PP1
Haupt-Schiedsrichter: Hunnius / Schrader
Zuschauer: 4.767 (ausverkauft)
Bericht von: Hermann Graßl | Foto: City-Press GmbH (Archiv)
Eishockey-Online Network
