
Overtime-Fluch beendet – Straubing Tigers erzwingen Spiel sechs in Berlin
Ein nervenaufreibender Eishockey-Krimi wird in der Verlängerung entschieden. Von den 68 gespielten Minuten hatten die Tigers das Heft des Handelns über weite Strecken voll im Griff. Berlin fand nur in Abschnitt eins einen Draht zum Spiel. Straubing konnte ab dem zweiten Drittel die Angriffe unterbinden und wurde von Minute zu Minute stärker. Am Ende haderte man mit einigen vergebenen Chancen. Zum ersten mal in der Playoff-Historie konnten die Niederbayern eine Verlängerung gegen den amtierenden Meister gewinnen. Nun kommt es zum Spiel sechs am kommenden Ostersamstag in Berlin.
Berlin führt, aber Tigers machen das Spiel
Die Tigers gingen nicht zu sehr ins Risiko zu Beginn des Spiels. Hinten wurde, bis auf eine Möglichkeit von Noebels, dicht gehalten und vorne tastete man sich heran. Durchaus hätten die Tigers in Führung gehen können, aber die besorgten die Gäste. Den Schuss von der blauen Linie durch Eric Mik fälschte ausgerechnet Danjo Leonhardt entscheidend ab. Im weiteren Verlauf hatten die Hausherren mehr Spielanteile und durch Wade Allison die beste Chance zum Ausgleich. Eine bis dahin faire Partie ging somit ins zweite Drittel.
Straubing nimmt das Heft in die Hand
Berlin musste sich dann auf noch mehr Abwehrarbeit einstellen. Straubing spielte konsequent ohne großes Risiko. Die Aufbaupässe kamen durch und man war schnell in der gefährlichen Zone. Hinten standen die Eisbären aber gut und machten um Goalie Stettmer meistens alles dicht. Aber es gab auf Seiten der Tigers zwei auffällige Spieler. Zum einen kam Ryan Merkley immer wieder durch die Mitte und zum anderen war Wade Allison einmal erfolgreich. Markus Niemeläinen ließ sich den Puck von Connolly abjagen und Wade Allison traf in den Winkel. Einen weiteren Aufreger im Fanlager der Tigers gab es Minuten später. Tim Fleischer war durch und wurde vor Stettmer zu Fall gebracht, bevor er einen Schuss abgeben konnte. Die Schiedsrichter jedoch ließen den Arm unten und so ging es wieder in die Pause.
Das Tor bleibt wie vernagelt
Die Straubing Tigers warfen alles was sie hatten in die Waagschale und spulten ihr bestes Drittel in dieser Serie ab. Doch das Tor war wie vernagelt. Simon Seidl und Mike Connolly hatten die Führung auf dem Schläger. Bei den Eisbären tat sich wenig bis dato. Nur Hördler tauchte einmal gefährlich vor Haukeland auf. Eine Strafzeit gegen die Tigers erzürnte das Publikum. Es war überhaupt die erste des Spiels und als nur Sekunden später ein hartes Einsteigen gegen Tim Fleischer nicht geahndet wurde, brachte das die Tigers Fans auf die Palme. Die Niederbayern überstanden das Powerplay schadlos und es ging wieder in Richtung Stettmer. Tim Fleischer hätte in der letzten Minute nur das Tor treffen müssen und die Verlängerung wäre wohl vermieden worden. Einmal musste Haukeland noch Kopf und Kragen im wahrsten Sinne des Wortes riskieren, als er gegen Kirk mit dem Kopf rettete.

In der regulären Spielzeit trafen Wade Allison und Eric Mik
Das erste mal in Overtime
Straubing konnte bei all den Vergleichen gegen Berlin in den Playoffs noch nie eine Verlängerung gewinnen. Dreimal kam es bisher dazu und dreimal verließen die Hauptstädter als Sieger das Eis. Und beinahe wäre es wieder so gewesen. Veilleux setzte eine platzierten Schuss im Slot an, aber Haukeland reagierte glänzend. Dann leistete sich ausgerechnet der Unterschiedsspieler dieser Serie, Ty Ronning, ein unnötiges Foul an Stefan Loibl und es kam zum ersten Überzahlspiel für die Tigers. Bisher blieb man blass in der Serie gegen Berlin, wenn man mit einem Mann mehr auf dem Eis stand. Doch heute war es anders. Die Niederbayern setzten sich fest und es war Tim Fleischer erneut, der nur knapp verfehlte. Sekunden später spielten die Tigers es aber nochmal mit Übersicht und Elis Hede konnte die sich bietende Lücke bei Stettmer zum vielumjubelten Siegtreffer nutzen.

Kampf um biegen und brechen in Spiel fünf
Stimmen zum Spiel:
Serge Aubin (Eisbären): “Die Jungs haben hart gekämpft, aber wir hatten heute nicht so viele Momentums auf unserer Seite. Wir müssen jetzt auch kein Momentum zurückholen, wir werden das Spiel analysieren und die Mannschaft wird es am Samstag zu Hause bei unseren Fans wieder besser machen.”
Craig Woodcroft (Tigers): “Wir waren aggressiv konnten uns an den Gameplan orientieren und stehen am Samstag in Berlin wieder auf dem Eis. Das Team hat sich heute für den Einsatz selbst belohnt.”
Elis Hede (Tigers): “Wir haben in der Kabine gesagt, dass wir jeden möglichen Schuss nehmen wollen und dann hat Danjo mich gesehen und ich konnte frei abziehen. Das ist einfach Gänsehaut pur, mit den Fans so ein Spiel zu gewinnen. In Berlin hatten wir im letzten Spiel auch mehr Schüsse und wir müssen unsere Möglichkeiten einfach machen, dann kommen wir am Montag nochmal zurück an den Pulverturm.”
Straubing Tigers – Eisbären Berlin: 2:1 n.V. (0:1 | 1:0 | 0:0 | 1:0)
0:1 |10.| Eric Mik (Eder, Niemeläinen)
1:1 |27.| Wade Allison (Connolly)
2:1 |68.| Elis Hede (Brandt, Leonhardt)
Zuschauer: 5.635 (Ausverkauft)
Bericht von: Markus Altmann | Foto: Citypress
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