Eisbären Berlin erobern auch die Festung Frankfurt dank eines bärenstarken Jonas Neffin

2.Oktober 2026DEL

Die Löwen Frankfurt empfingen am 5. Spieltag in der Eissporthalle den amtierenden Meister aus Berlin.

Die Löwen Frankfurt, die zwei der letzten Begegnungen mit dem Champion aus der Bundeshauptstadt für sich entscheiden konnten, wollten den Tabellennachbarn mit einem Heimsieg überholen. Headcoach Tom Pokel hatte die Qual der Wahl auf der Torhüterposition, nachdem bereits alle drei Goalies zum Einsatz kamen. Heute hütete Adam Scheel das Gehäuse.

Die Eisbären Berlin gestalten drei der vier Matches in der noch jungen Saison erfolgreich und wollten auch bei den Hessen punkten, um den Anschluss an die Tabellenspitze nicht zu verlieren. Neuzugang Jonas Neffin verdiente sich nicht nur dank seines kürzlich gefeierten Shutouts erneut den heutigen Einsatz. Ty Ronning und Liam Kirk befanden sich schon früh in glänzender Verfassung.

Glänzende Torhüterleistungen auf beiden Seiten

Bei den Löwen Frankfurt sollte das Verteidigerpärchen Björn Krupp und Konrad Abeltshauser wieder für die nötige Stabilität sorgen. Letzterer probierte es auch gleich mal mit seinem ersten Abschluss. Der Spielfluss war auf beiden Seiten sehr flott und dann gab es helle Aufregung bei den Fans, weil die Scheibe vor der Linie tanzte, diese jedoch nicht überwand. Glück für Keeper Neffin. Die Gastgeber forcierten ihren Anfangsdruck und waren dem Führungstreffer nahe. Erst nach gut acht Minuten verbuchten die Eisbären ihre erste Top Chance. Dann verhinderte die Latte den ersten Treffer der Berliner.

Wie würden die Löwen ihr erstes Powerplay absolvieren? Berlin verteidigte kompromisslos und höchst effektiv, die Hessen blieben ohne Zugriff. Frankfurt blieb davon unbeeindruckt und beschäftigte den jungen Gäste Goalie weiterhin fleißig. Ein satter Distanzschlagschuss von Jonas Müller von 141 km/h war erwähnenswert. Neuzugang Adam Scheel bewahrte seine Farben mit zwei grandiosen Paraden vor einem möglichen Rückstand. Auch das zweite heimische Überzahlspiel verpuffte wirkungslos. So endete eine rasante Partie leistungsgerecht mit einem Remis.

Leden: „Wir sind das bessere Team und hatten so viele Gelegenheiten. Es ist egal, gegen wen ich spiele, ich möchte mein Bestes geben.“

Eisbären brechen den Bann: Davidson mit Premierentreffer, Kirk legt nach

Der Mittelabschnitt begann mit zwei cleveren Berliner Turnovers, welche indes nicht von Erfolg gekrönt waren. Die Eisbären schienen hellwach aus der Kabine gekommen zu sein und übten mächtig Druck auf die Hausherren aus, welche sich langsam aus der starken Umklammerung lösen konnten. Erst nach sieben Spielminuten verzeichnete man die erste Unterbrechung in dieser weiterhin rasant geprägten Begegnung. In der 28. Spielminute markierte Brandon Davidson die Gästeführung.

Die Eisbären Berlin waren mittlerweile optisch tonangebend und Frankfurt suchte nach Lösungen. Keeper Jonas Neffin hielt weiterhin die Null nach seinem ersten Shutout gegen Iserlohn am vergangenen Wochenende. Nach einem missglückten Konterversuch der Hausherren netzte Liam Kirk im direkten Gegenzug in der 36. Spielminute eiskalt zum zweiten Berliner Treffer ein, dank kongenialer Unterstützung seines Reihenkollegen Ty Ronning.

Davidson: „Es sind zwei gute Teams die hier spielen mit Chancen hüben wie drüben. Ein wesentlicher Faktor ist die Defensive, auf die wir den Fokus legen. Ich war lange verletzt und ich freue mich zurück zu sein und meinen Beitrag leisten zu können.“

Keeper Jonas Neffin verdiente sich seinen zweiten Shutout

Liam Kirk und Ty Ronning marschierten inzwischen im Gleichschritt mit ihren inzwischen gesammelten zehn Scorerpunkten der Liga voraus und Keeper Jonas Neffin hielt immer noch seinen Kasten sauber. Das Schussverhältnis sprach inzwischen eine klare Sprache zugunsten der Eisbären, was auch dem aktuellen Spielverlauf und Spielstand entsprach. Die besseren Möglichkeiten verzeichneten weiterhin die Gäste, die sich nun einem Penalty der Löwen erwehren mussten: Hexer Neffin entschärfte auch diese Top Chance der Hausherren, welche langsam am Berliner Goalie verzweifelten und ihren Möglichkeiten nachtrauerten.

Hausherren Keeper Adam Scheel musste ständig auf der Hut sein vor den smart vorgetragenen Kontern der Gäste. Den Löwen fehlte es heute an der bisher gewohnten Effizienz und die Eisbären ließen Gegner und Scheibe geschickt laufen. Die Uhr lief gnadenlos herunter und Frankfurt musste sich was einfallen lassen, um die Partie eventuell doch noch drehen zu können. Doch eine unnötige Bankstrafe wegen zu vieler Spieler auf dem Eis bremste den Elan der Gastgeber jäh aus, die sich aber schadlos hielten.

Nun brach die Crunch Time an: wann ging Adam Scheel vom Eis? Knapp zweieinhalb Minuten vor der Schlusssirene zog Headcoach Tom Pokel seinen Goalie. Berlin verpasste mehrfach den Empty Netter, doch die Zeit sprach für die Gäste, welche die Begegnung souverän und meisterlich zu Ende brachten. Jonas Neffin durfte sich über seinen zweiten Shutout freuen.

Als Men of the Match wurden selbstredend Jonas Neffin bei Berlin und Adam Sheel bei Frankfurt ausgezeichnet.

Kirk: „Es war eine harte Partie, wir müssen die Rushes noch minimieren, daran werden wir arbeiten. Jonas spielte großartig. Unser Start ist bisher toll, aber die Liga ist sehr eng.“

Uher: „Es war knapp, wir hatten unsere Möglichkeiten. Es ist schade, aber es waren viele gute Dinge dabei. Die Umstellung auf den Liga-Einsatz fällt noch etwas schwer. Alle Jungs haben das System verinnerlicht.“

Löwen Frankfurt – Eisbären Berlin 0:2 (0:0|0:2|0:0)

Tore:

0:1 |28.| Brandon Davidson (Kirk, Wiederer)
0:2 |36.| Liam Kirk (Ronning)

Haupt-Schiedsrichter: Kohlmüller/ Rohatsch

Zuschauer: 6.597 (fast ausverkauft)

Bericht von: Hermann Graßl | Foto: Cita-Press GmbH (Archiv)

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