Kein Happy end gegen Mannheim: Nürnberg verliert gegen die Adler

9.Oktober 2026DEL

Geht das jetzt schon wieder los? Ja diese Frage muss man stellen wenn man aktuell auf den Kader der Nürnberg Ice Tigers blickt. Mit Chris Jandric und Jakob Weber fallen gleich zwei Stammkräfte in der Verteidigung aus. Julius Karrer hatte nach seinem Kniecheck nur für ein Spiel (Sperre) gefehlt und wird am Sonntag in Köln schon wieder mitwirken dürfen. Um dieses Leck ein wenig schließen zu können holte man Förderlizenzspieler Max Merkl aus Ravensburg wieder nach Nürnberg und sondiert höchstwahrscheinlich schon den Markt um einen weiteren Verteidiger ins Frankenland zu holen.

Adler sichern sich drei Punkte in Nürnberg – Nick Mattinen mit zwei Toren!

Spiel der Torhüter

Mehrfach zeigte sich im ersten Abschnitt die agile und aggressive Offensivqualität der Ice Tigers. Erst scheiterte Thomas Heigl und kurze Zeit später Evan Barratt an Maximilian Franzreb, der seine Adler in den ersten Minuten mit wichtigen Paraden im Spiel halten konnte. Auf der anderen Seite hielt Niklas Treutle einige Male seinen Körper hin um einen Gegentreffer zu verhindern. Die Franken zeigten sich unaufgeregt, mutig und gefährlich in jedem Akzent des Spiels – wie man das halt so macht als aktueller Spitzenreiter der Deutschen Eishockeyliga. Nur ein Tor blieb den Lebkuchenstädtern bis dato verwehrt, dass sollte aber wenige Minuten und eine Drittelpause später folgen.

Ice Ice Baby

Der Puck kam von hinter dem Tor perfekt in den Slot und auf einmal jubelte – Mannheim? Ja ihr lest richtig die Adler gingen durch Nationalspieler Alex Ehl in Führung, zu diesem Zeitpunkt sogar verdient, weil sich die Ice Tigers zu sehr ins eigene Drittel drücken haben lassen (28). Dass es kurze Zeit später nicht auch ein erstes Mal im Mannheimer Gehäuse klingelte, lag (wieder) an Maximilian Franzreb, der einen Abschluss von Ice Tigers Kapitän Marcus Weber in Oliver Kahn Manier zu entschärfen wusste (30.).

Nick Mattinen konnte dann den Nutznießer spielen und dem Spiel eine weiter Pointe verleihen. Das Nürnberger Unvermögen im puncto Chancen bestrafte der großgewachsene Verteidiger als er die freiliegende Scheibe ins Tor zum 2:0 drückte (37.). Die Gäste wussten ihre Möglichkeiten eiskalt zu nutzen und bogen somit allmählich auf die Siegerstraße ab. Denn zwölf Sekunden vor dem Ende des zweiten Drittels konnte Kristian Reichel nochmals erhöhen für seine Farben. Mit einem wuchtigen Handgelenkschuss schickte er nachdenkliche Franken mit einer ordentlichen Hypothek in die Kabine (37.).

Fragwürdig

Ein Powerplay sollte den gewünschten Torerfolg für die Tiger bringen – nach starker Vorarbeit von Austin Magera konnte Thomas Heigl zum 1:3 Anschlusstreffer einnetzten (44.). Weckruf oder nur Ergebniskosmetik? Sichtlich war es ein Weckruf – die Tiger spielten wieder, als hätten sie wieder etwas zu verlieren. Ohne über Schiedsrichterentscheidung herzuziehen, muss man ganz klar sagen: Die Entscheidung Tobias Fohrler nach einem heftigen Check von hinten nur mit zwei Minuten auf die Strafbank zu schicken ist fragwürdig. Sich die Situation erst gar nicht anzusehen im Videobeweis macht das ganze umso unglaubwürdiger.

Wie dem auch sei – dem Nürnberger Frust über diese Entscheidung folgte das enorm energiefreisetzende 2:3 (53.). Austin Magera drückte das Spielgerät nach einem wunderschönen Pass von, na klar, Thomas Heigl über die Torlinie. Im weiteren Verlauf der letzten Minuten drückte Nürnberg, buhlte um den Ausgleich und kassierte das vierte Gegentor. Mannheim spielte Überzahl, alles sah danach aus, als würden die Franken ohne Gegentreffer vom Eis gehen. Bis Nick Mattinen das Netz mit einem krachenden Schlagschuss unter die Latte wackeln ließ (58.). Das 2:5 per emptynet rundete den Auswärtserfolg für die Mannheimer letztendlich ab (60.).

Auch wenn die Ice Tigers das zweite Drittel verschlafen hatten, in den übrigen zwei Abschnitten zeigte sich die Qualität der Franken. Und deshalb werden die Tiger am Sonntag die Haie in Köln bezwingen.

Bericht von: Luca Schindler | Foto: Birgit Eiblmaier

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