ERC Ingolstadt zeigt starke Reaktion in München und siegt deutlich

10.Oktober 2026DEL

Der EHC Red Bull München empfing am siebten PENNY DEL Spieltag den ERC Ingolstadt zu einem weiteren Derby im SAP-Garden.

Der EHC Red Bull München rangierte als Vierter der Tabelle punktgleich mit Wolfsburg. Mit zuletzt drei Siegen in fünf Partien lagen die Landeshauptstädter bis dato sehr gut im Rennen um den Platz an der Sonne. Die letztjährige Playoff Viertelfinal-Serie gegen Ingolstadt wurde klar gewonnen, ein gutes Omen für den bevorstehenden bayerischen Klassiker.

Der ERC Ingolstadt konnte bis dato seine hohen Erwartungen zu Beginn dieser Saison nicht erfüllen und dümpelte im unteren Tabellenviertel herum. Mit nur zwei Siegen in sechs Begegnungen konnte Headcoach Mark French definitiv nicht zufrieden sein und suchte nach Lösungen für diesen totalen Fehlstart.

Pikante Randnotiz: Just dieses stets hitzige Derby musste der für 14 Partien gesperrte Fabio Wagner noch aussetzen, bevor er in Schwenningen für seine Red Bulls wieder agieren durfte. Sein harter Check hatte seinerzeit für viel Gesprächsstoff auf und neben dem Eis gesorgt und würde wohl auch in diesem ersten saisonalen Aufeinandertreffen noch brisant nachhallen. Der damals gefoulte Edwin Tropmann stand auf Seiten der Schanzer im Line-Up.

Traumstart für Ingolstadt, das nachlegt

Im gut gefüllten SAP-Garden wollte sich der ERC Ingolstadt mit einer soliden Auswärtspartie in Szene setzen und wertvolle Zähler sichern, um dem Tabellenkeller schnell wieder zu entrinnen. Und tatsächlich verbuchte man einen Bilderbuchstart, denn in der 3. Spielminute netzte Nicolas Schindler zur frühen Führung für die Gäste ein. Ingolstadt erwies sich von Anfang an als bissig und aggressiv und blieb am Drücker. Hirose scheiterte beim Konter an Jonas Stettmer. Die Gäste verdienten sich bislang diesen Vorsprung, mussten indes stets auf der Hut der Münchener Konter sein.

Nichtsdestotrotz erhöhten die Schanzer im Gegenzug in Person von Riley Barber in der 11. Spielminute. Effizienz pur auf Seiten der Gäste! Die Hausherren verpassten es, ihre hochkarätigen Chancen in Tore umzumünzen. Torschütze Schindler war auf Betriebstemperatur und wirbelte gehörig in der Defensive der Red Bulls. Die Torschussstatistik war zwar ausgeglichen, doch die Qualität der Chancen bei den Gästen war wesentlich höher. Die Gastgeber hatten sichtlich Probleme in der Verteidigung gegen quirlige Schanzer, welche in den Schlusssequenzen des ersten Drittels durchaus die Führung hätten ausbauen können.

Doppelpack für Sam Ruopp von Ingolstadt

Der EHC Red Bull München wollte gleich eine Reaktion zeigen und schnellstmöglich auf das Scoreboard gelangen, doch Ingolstadt blieb davon unbeeindruckt. Der Druck der Hausherren nahm nun zu und Schmölz hätte mit seiner Rettungsaktion beinahe seinen eigenen Keeper überwunden. Dann jubelte München, doch die Referees winkten erstmal ab und bestätigten ihre Entscheidung letztlich per Videostudium. Goalie Jonas Stettmer brauchte sich nicht über mangelnde Beschäftigung beklagen.

Wie würde das erste Ingolstädter Powerplay aussehen? Riley Barber visierte den Pfosten an und die Formationen demonstrierten gut strukturierte Kombinationen, ließen aber die letzte Konsequenz vermissen. Dies änderte sich dann in der 31. Spielminute, als Defender Sam Ruopp eiskalt verwertete. Der Torschütze jubelte dann 105 Sekunden später über seinen Doppelpack, als die Scheibe dem Münchener Keeper Mathias Niederberger etwas unglücklich durch die Schoner rutschte.

Kapitän Patrick Hager setzt ein Zeichen, Daniel Schmölz mit Empty Net Goal

Was hatte Headcoach Oliver David noch im Köcher, um diese Partei eventuell doch noch zu drehen? Ingolstadt durfte nicht von seinem Game Plan abweichen und vom Gaspedal zu gehen, um die Hausherren einzuladen. Tobias Rieder verpasste es im Duett mit Lucas Thaler den ersten Treffer für seine Farben zu vermelden. Die Gäste hielten weiterhin an ihrem schnörkellosen Spiel nach vorne fest. Nun kam der EHC Red Bull München in den Genuss seines ersten Powerplays, doch man nahm selbst eine Strafe. Tatsächlich durften sich die heimischen Fans in der 48. Spielminute dank der Energieleistung von Patrick Hager.

War dies die Initialzündung für die Aufholjagd? Zeit blieb für dieses Unterfangen noch genug und es stand ein weiteres Powerplay an, doch das PK der Gäste war sehenswert und die Schanzer hielten sich schadlos. Nun war Ingolstadt wieder mit einem Mann mehr auf dem Eis unterwegs: die Zeit lief zugunsten der Gäste, welche dank des Empty Netters von Daniel Schmölz in der 59. Spielminute den Deckel drauf machten. Es war ein verdienter Auswärtserfolg für die gebeutelten Ingolstädter, die sich eindrucksvoll zurückmeldeten.

Rieder: „Wir waren nicht gut genug, zu viele Zweikämpfe verloren und nie so richtig ins Spiel gefunden. Ingolstadt hat mehr Druck erzeugt und verdient gewonnen. Mund abwischen und am Sonntag geht es weiter.“

Ruopp: „Wir spielten sehr gut, wir hatten viele Chancen und ich bin glücklich. Wir brachten die nötige Energie aufs Eis, meine Mitspieler haben mich gut unterstützt. Das war Motivation für das nächste Spiel.“

EHC Red Bull München – ERC Ingolstadt 1:5 (0:2|0:2|1:1)

Tore:

0:1 |03.| Nicolas Schindler (Sheen)
0:2 |11.| Riley Barber (Pietta, Agostino)
0:3 |31.| Sam Ruopp (Powell, Girduckis)
0:4 |33.| Sam Ruopp (Barber)
1:4 |48.| Patrick Hager (Ferguson)
1:5 |59.| Daniel Schmölz (Ruopp, Hüttl) ENG

Haupt-Schiedsrichter: Hribik (CZE) / Rohatsch (GER)

Zuschauer: 10.267

Bericht von: Hermann Graßl | Foto: City-Press GmbH

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