
Stark verbessert und dennoch ohne Punkte – Schwenningen unterliegt München nach großem Kampf
Die Schwenninger Wild Wings müssen sich dem EHC Red Bull München trotz einer deutlichen Leistungssteigerung mit 3:4 geschlagen geben. Nach einem starken ersten Drittel bringt eine unglückliche Fünf-Minuten-Strafe gegen Arkadiusz Dziambor die Neckarstädter im Mittelabschnitt auf die Verliererstraße. Doch die Mannschaft von Steve Walker beweist Kampfgeist und Moral, kämpft sich in einer dramatischen Schlussphase noch einmal heran und verdient sich trotz der Niederlage den Applaus der 4.292 Zuschauer in der Helios Arena.
Schwenningen mit starkem Beginn
Nach dem Auswärtserfolg in Köln wollten die Wild Wings auch vor heimischer Kulisse nachlegen. Von Beginn an zeigte sich die Mannschaft von Steve Walker deutlich verbessert. Die Gastgeber agierten konzentriert, gingen entschlossen in die Zweikämpfe und fanden mit Tempo den Weg in die Offensive. Bereits in der Anfangsphase erspielten sich die Neckarstädter gute Möglichkeiten. In der sechsten Minute folgte die verdiente Belohnung: Nach Vorarbeit von Håkon Hänelt brachte Aki Dziambor die Scheibe zur 1:0-Führung im Münchner Tor unter. Der Treffer wurde nach einer Videoüberprüfung bestätigt.
Auch in der Folge waren die Wild Wings zunächst das aktivere Team. Zwar fanden die Gäste mit zunehmender Spieldauer besser in die Begegnung und erhöhten den Druck, doch die Schwenninger Defensive präsentierte sich aufmerksam und ließ nur wenige klare Möglichkeiten zu. Joacim Eriksson erwies sich im Tor als sicherer Rückhalt. Mit einer verdienten 1:0-Führung ging es in die erste Drittelpause.
Unglückliche Strafe bringt die Wende
Auch im Mittelabschnitt begegneten sich beide Mannschaften zunächst auf Augenhöhe. Schwenningen blieb mutig und hatte durch Alex Peters sogar die große Möglichkeit, den Vorsprung auszubauen. Doch Münchens Schlussmann Antoine Bibeau verhinderte den zweiten Treffer. In der 28. Minute folgte schließlich die spielentscheidende Szene: Nach einem Check erhielt Aki Dziambor eine Fünf-Minuten-Strafe. Eine aus Schwenninger Sicht äußerst unglückliche Entscheidung, bei der sich über die Härte der Bestrafung durchaus diskutieren lässt.
Die Wild Wings verteidigten zunächst leidenschaftlich, konnten dem anhaltenden Druck der Münchner jedoch nicht dauerhaft standhalten. Patrick Hager erzielte in der 31. Minute den Ausgleich, ehe Dominik Kahun nur wenig später ebenfalls in Überzahl zur 2:1-Führung für die Gäste traf. Innerhalb weniger Minuten war die Partie gedreht. Besonders bitter für die Gastgeber, die bis dahin keineswegs die schlechtere Mannschaft gewesen waren.
Schwenningen versuchte, sich von diesem Rückschlag zu erholen, und kam durch Philip Feist zu einer guten Möglichkeit, dessen Abschluss jedoch nur am Torgestänge landete. Auf der Gegenseite verhinderte Eriksson mit einer starken Aktion gegen Taro Hirose einen weiteren Gegentreffer. Kurz vor der zweiten Pause schlug München dennoch erneut zu. Ausgerechnet in einer Schwenninger Druckphase nutzte Yasin Ehliz einen Gegenangriff zum 3:1. Damit standen die Wild Wings nach 40 Minuten vor einer schwierigen Aufgabe.
Große Moral bleibt unbelohnt
Trotz des Rückstands gaben sich die Wild Wings nicht geschlagen. Die Mannschaft suchte weiterhin den Weg nach vorne und erspielte sich Möglichkeiten. Doch während Schwenningen seine Chancen zunächst nicht nutzen konnte, präsentierten sich die Gäste vor dem gegnerischen Tor deutlich effektiver. In der 48. Minute sorgte Dominik Kahun mit seinem zweiten Treffer zum 4:1 vermeintlich für die Vorentscheidung.
Doch die Neckarstädter bewiesen Moral. Anstatt die Partie abzuschreiben, kämpften sie weiter um jede Scheibe und erhöhten in der Schlussphase nochmals den Druck. In Überzahl gelang Thomas Schemitsch in der 58. Minute der Treffer zum 2:4. Trainer Steve Walker setzte anschließend alles auf eine Karte und nahm Eriksson zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers vom Eis. Der Mut wurde belohnt: Alexander Karachun verkürzte 55 Sekunden vor der Schlusssirene tatsächlich noch auf 3:4 und ließ die Helios Arena erneut auf den Ausgleich hoffen. Doch die verbleibende Zeit reichte nicht mehr aus.
Am Ende stand eine knappe Niederlage, die sich aus Schwenninger Sicht durchaus vermeidbar anfühlte. Die unglückliche Fünf-Minuten-Strafe erwies sich als entscheidender Wendepunkt, darf jedoch nicht als alleinige Erklärung für die Niederlage dienen. München nutzte seine Möglichkeiten konsequenter und erzielte letztlich ein Tor zu viel. Dennoch überwogen nach der Schlusssirene nicht nur die Enttäuschung, sondern auch die positiven Erkenntnisse. Nach zuletzt schwachen Heimauftritten zeigte sich Schwenningen deutlich verbessert. Einsatz, Kampfgeist und Moral stimmten über weite Strecken. Dass die Mannschaft trotz der Niederlage mit Applaus von den Rängen verabschiedet wurde, sprach für sich. Die Fans honorierten einen engagierten Auftritt, auf dem die Wild Wings in den kommenden Begegnungen aufbauen können. Bereits am Freitag bietet sich gegen den ERC Ingolstadt die nächste Gelegenheit, die verbesserte Leistung auch in Punkte umzumünzen.
Bericht von: BM | Foto: Archivbild/citypress
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