
Overtime Krimi in Rosenheim: Historisches Finish für die Eisbären Regensburg, die nun in der Serie führen
Am 22. März 2026 kam es im ROFA-Stadion zum dritten Viertelfinal-Match zwischen Starbulls Rosenheim und Eisbären Regensburg.
In diesem für die Fans elektrisierenden bayerischen Derby gab es bisher in der spannenden Serie nur Auswärtssiege. Die Starbulls Rosenheim zeigten eine starke Reaktion nach der Pleite zuhause zum Auftakt und wollten endlich den ersten Heimerfolg einfahren, um dank seiner eigenen Fans weiterzumarschieren in Richtung Halbfinale.
Die Eisbären Regensburg konnten das Momentum aus ihrem Erfolg in Rosenheim nicht mitnehmen und wollten auch heute erneut im Hexenkessel des ROFA-Stadions bestehen. Bryce Kindopp ersetzte heute den gesperrten David Morley. Man war gespannt, ob es wieder so ein physisch hartes Spiel werden würde wie beim ersten Aufeinandertreffen.
Starbulls Rosenheim netzen zwei Mal ein
Die Starbulls Rosenheim legten los wie die Feuerwehr und verbuchten schon nach wenigen Sekunden eine erste gute Gelegenheit durch Lukas Laub. Bisher waren es stets die Heimteams, die das erste Ausrufezeichen in Form eines Führungstreffers setzten. Die Hausherren vertrauten auf ihre Schussquote pro Spiel, während die Gäste auf ihre bisher bewährte Effizienz pochten. So ein Spiel drei in einer Serie konnte durchaus richtungsweisenden Charakter für den weiteren Verlauf bekommen. Die Starbulls lauerten immer wieder auf ihr pfeilschnelles Konterspiel. In der 6. Spielminute gingen die Hausherren durch Maxi Adam verdient in Führung, vermeintlich, denn es folgte der Videobeweis wegen möglicher Torhüterbehinderung, welcher jedoch die On-Ice-Entscheidung auf ‚good Goal‘ bestätigte.
Die Eisbären Regensburg blieben davon unbeeindruckt und setzten die Gastgeber ihrerseits beim nächsten Wechsel mächtig unter Druck. Die Physis spielte schon früh eine große Rolle und die Starbulls bekamen ihr erstes Powerplay zugesprochen: in dieser Disziplin agierten die Oberbayern zuletzt sehr gut, doch die erste Minute verflog ohne nennenswerte Chancen. Kurz vor Ablauf der Strafe netzte Timo Pulkkinen zum zweiten Treffer für Rosenheim in der 14. Spielminute ein. Regensburgs erstes Powerplay blieb indes wirkungslos.
Payeur: „Wir wollen hier schon mehr körperlich spielen. Es war sehr ärgerlich beim zweiten Gegentreffer, das darf nicht passieren. Wir haben genug Selbstvertrauen, dass wir das noch drehen können.“
Pulkkinen mit Doppelpack, Eisbären bleiben sehr hartnäckig
Wie würden die Eisbären Regensburg auf diesen Rückstand reagieren? Die ersten Minuten gehörten ganz klar den Gästen und sie belohnten sich für ihren Aufwand in der 22. Spielminute in Person von Donat Peter, der mutterseelenallein vor dem Rosenheimer Keeper verwertete. Beim nächsten heimischen Powerplay rettete der Pfosten für die Regensburger. Timo Pulkkinen erwies sich als emsiger Aktivposten. Wie sich die Geschichte wiederholt: dieses Mal unmittelbar nach Ablauf der Strafzeit stellten die Hausherren den zwei Tore Vorsprung wieder her in Person des quirligen Finnen, der damit seinen Doppelpack schnürte. Nikola Gajovsky konnte auf Seiten der Gäste nun wieder mitwirken und erhielt die Nummer 70.
Regensburg schlug in der 29. Spielminute erneut zurück in Person von Correy Trivino, als er gedankenschnell eine von der Bande abgeprallte Scheibe instinktiv, aber auch dank unglücklicher Mithilfe des heimischen Goalies versenkte. Es blieb weiterhin ein rassiges Derby mit viel Emotionen. Regensburg hielt den Druck aufrecht und in der 31. Spielminute egalisierten die Eisbären durch Bryce Kindopp dank seines feinen Händchens die enge Partie. Die Starbulls mussten versuchen, wieder Spielanteile zurückgewinnen, um in eigener Halle die Früchte einzufahren und in der Serie vorzulegen. Regensburg verteidigte strukturiert und ließ wenig zu. Es wurde mittlerweile von beiden Teams offener agiert. Es blieb somit spannend bis zum Schluss.
Laub: „Es ist sehr intensiv dieses Match, Regensburg ist immer da. Wir werden im letzten Drittel weiter Gas geben. Unsere Reihe hatte einige gute Chancen. Es sind Playoffs und es ist nie einfach, aber wir sind zuversichtlich.“
Starbulls Rosenheim mit finnischem Doppelschlag, Eisbären kommen heran, Last Second Remis
Bislang fielen noch nie so viele Tore in einem Drittel und die hitzige Partie im ausverkauften Stadion versprach ein spannendes und enges Finish. Die Eisbären Regensburg kämpften sich hervorragend in die Partie zurück und wollten nun mehr. In der Schussbilanz lagen die Gäste inzwischen vorne. Auch das Schlussdrittel begannen die Starbulls furios, doch Regensburg ließ sich nicht abwimmeln. Es ging munter hin und her und bald brach die Crunch Time an. In der 47. Spielminute ging der Gastgeber wieder in Führung durch Ville Jarvelainen und nur 22 Sekunden später schnürte Timo Pulkkinen seinen ersten Hattrick im Jersey der Starbulls.
Konnten die Eisbären erneut einen zwei Tore Rückstand aufholen und die Partie noch drehen? Im Eishockey bedeutet dies noch gar nichts, was man zuvor seitens der Rosenheimer deutlich feststellen durfte. Und schon war es passiert, denn in der 54. Spielminute verkürzten die Gäste in Person von Samuel Payeur, als die Rosenheimer Defensive sich uneinig war und sich somit selbst ein Ei gelegt hatte. Wann würde Headcoach Peter Flache all in gehen und seinen Keeper Neffin vom Eis holen? Dies erfolgte knapp zwei Minuten vor der Schlusssirene. Es hat sich gelohnt, denn 34 Sekunden vor dem Ende netzte erneut Samuel Payeur zum vielumjubelten Ausgleich ein. Mehr Drama geht nicht und die Fans kamen voll auf ihre Kosten im ROFA-Stadion.
Nun ging es in die Verlängerung: welche der beiden Teams hatte hier mehr Erfahrung? Wie würde der Game Plan aussehen, um hier den entscheidenden Punch zu setzen? Sollte es auch in Spiel drei einen Erfolg der Gastmannschaft geben? Erster Aufreger war ein Zusammenprall zweier Akteure am Knie, was jedoch keine Strafe zur Folge hatte, die oberbayerische Volksseele jedoch in Rage brachte.
Es entwickelte sich schon längst ein Spiel auf des berühmten Messers Schneide mit Ausgang ungewiss. Inzwischen lagen beide Kontrahenten in der Torschussstatistik fast gleich auf, was auch den Spielstand widerspiegelte. Jeder noch so kleine Fehler konnte die Entscheidung bringen.
Die Eisbären Regensburg verbuchten paar gute Möglichkeiten und wirkten agiler als die Hausherren. Es war jetzt auch eine Frage der Kräfte: wer hatte mehr Energie im Köcher? Es gab nun Chancen im Minutentakt und es schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann der ultimative Treffer fallen würde.
Man ging in die zweite Overtime und der Eisbär Constantin Ontl wurde noch nicht gesichtet nach seinem schmerzhaften Block. Regensburg hätte durch Slezak den Sack zumachen können, ja müssen. Dieses Spiel drei bot beste Werbung für die DEL2! Es könnte ein Sieg für die Moral werden, egal wer am Ende die Schlägerspitze vorn hatte! Die Schiedsrichter erwiesen sich in einer Verlängerung als sehr großzügig und kurz vor Ende der zweiten Verlängerung stand der bislang längste und vierte Videobeweis an diesem Abend an: es wurde der hohe Stock vor dem Gehäuse geahndet und die On Ice Entscheidung widerlegt.
Sollte vielleicht eine historische dritte Verlängerung den Sieger ermitteln? Bis zur historischen Marke in der DEL2 von knapp 107 Spielminuten war nicht mehr weit hin: und das war nun auch geschafft, da bereits 108 Minuten absolviert waren.
Starbulls Rosenheim – Eisbären Regensburg 5:6 n.V. (2:0|1:3|2:2|0:0|0:0|0:0|0:1)
Tore:
1:0 |06.| Maximilian Adam (Stretch, Jarvelainen)
2:0 |14.| Timo Pulkkinen (Feser, Hanna) PP1
2:1 |22.| Donat Peter (Slezak)
3:1 |25.| Timo Pulkkinen (Hanna, Feser)
3:2 |29.| Correy Trivino (Berardinelli, Naud)
3:3 |31.| Bryce Kindopp (Giles)
4:3 |47.| Ville Jarvelainen (Stretch)
5:3 |48.| Timo Pulkkinen (Adam)
5:4 |54.| Samuel Payeur
5:5 |60.| Samuel Payeur
5:6 |123.| Bryce Kindopp
Haupt-Schiedsrichter: Voit / Hoppe
Zuschauer: 4.425 (ausverkauft)
Bericht von: Hermann Graßl | Foto: ???
DEL2 – Meister der letzten 10 Jahre
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