Die Viertelfinale der 87. Eishockey Weltmeisterschaft 2024

23.Mai 2024International

Bei der 87. Eishockey Weltmeisterschaft 2024 gab es bei den Viertelfinalspielen in Prag und Ostrava eine Überraschung.

WM-Gastgeber wirft die USA denkbar knapp aus dem Turnier

Der WM-Gastgeber Tschechien wollte unbedingt vor heimischer Kulisse den Einzug unter die letzten vier des Turniers sicherstellen. Die erneut ausverkaufte O2-Arena mit knapp 18.000 begeisterten Fans sorgte für den stimmungsvollen Rahmen im Spiel gegen die hochgehandelten US-Boys, von denen drei Akteure ganz vorne unter den Topscorern standen. Bei Tschechien konnte Jakub Flek wegen Krankheit nicht mitwirken und bei den US-Boys fehlte Alex Lyon aufgrund einer Handverletzung.

Es entwickelte sich das erwartet hartumkämpfte Match, in dem beide Teams ihre Momente hatten. NHL-Superstar David Pasternak zauberte und verzückte die Fans. Die Partie war weiterhin sehr ausgeglichen, beide Teams wählten konstant den Vorwärtsgang. Im ersten Powerplay ging der WM-Gastgeber in Person von Pavel Zacha in der 27. Spielminute in Führung. Ein Lattentreffer beim zwei auf eins Konter war zu verzeichnen für die Hausherren.

Die USA blieben aggressiv und übten guten Druck auf Keeper Dostal aus, der sich als Turm in der Schlacht und keine Schwächen zeigte. Beim amerikanischen Powerplay hielt sich Tschechien bislang schadlos. Schließlich besiegte der WM-Gastgeber den Vorrundenersten, die USA mit einem hauchdünnen 1:0 und zieht ins Halbfinale ein. Best Player Tschechien: Keeper Dostal, bei den USA Goalie Lindgren, die besten drei Spieler der USA:  Boldy, Werenski, Tkachuk.

Tschechien – USA 1:0 (0:0, 1:0, 0:0)
Tor:
1:0 (27.) Zacha
Zuschauer: 17.413


Schweden bezwingt Finnland in der Overtime

Das skandinavische 68. Bruderduell versprach viel Brisanz. Schweden marschierte problemlos durch die Vorrunde und gewann alle Spiele souverän. Bei Finnland war nach drei Pleiten in der Hauptrunde noch viel Luft nach oben, doch gegen die Tre Kronor war die Mannschaft um Headcoach Jukka Jalonen hochmotiviert. Auf Seiten der Finnen fehlte Mikael Granlund wegen einer Sperre. Bisher kassierte Schweden kein Gegentor in eigener Unterzahl.

Finnland verkaufte sich sehr gut im ersten Drittel und hielt dem schwedischen Druck stand, ohne dabei die Offensive zu vergessen. Schweden verbuchte mehr Torschüsse und war dank mehr gewonnener Bullys klar spielbestimmend. Finnland verbuchte einen Pfostenknaller und die Tre Kronor einen Lattentreffer. Suomi präsentierte sich als hartnäckiger Gegner, an dem sich die Schweden bislang die Zähne ausbissen. Der finnische Goalie Larmi erwies sich als bärenstark und seine Vorderleute verteidigten die Null leidenschaftlich.

Schweden blieb weiter klar tonangebend, während die Finnen auf Konter lauerten. Gegen Ende des Mittelabschnitts wurde Suomi stärker. Je länger die Null auf dem Scoreboard stand, desto mehr hoffte Finnland auf ein gutes Ende. Schweden haderte bislang mit seiner Chancenverwertung. Für die favorisierten Tre Kronor wurde es ein Geduldspiel gegen das finnische Bollwerk, das auch dem nächsten schwedischen Powerplay standhielt. Schweden schien zu verzweifeln, was sich in ihren Gesichtern widerspiegelte.

Es war ein Abnutzungskampf auf Biegen und Brechen, in dem Finnland sich weiter die Chance auf das Halbfinale wahrte. In der 56. Spielminute netzte Rasmus Dahlin zur umjubelten hochverdienten schwedischen Führung ein. Bislang sprachen 32 zu 10 Torschüssen eine klare Sprache zugunsten der Tre Kronor. Plötzlich drängte Finnland vehement auf ein mögliches Remis und tatsächlich schaffte es Suomi durch Hannes Bjorninen 58 Sekunden vor Schluss auszugleichen. Es ging in die Verlängerung, in der in der 66. Spielminute durch Joel Ek Eriksson die Entscheidung in diesem Krimi fiel zugunsten der Schweden.

Schweden – Finnland 2:1 n.V. (0:0, 0:0, 1:1, 1:0)
Tore:
1:0 (56.) Dahlin, 1:1 (60.) Björninen, 2:1 (66.) Eriksson Ek
Zuschauer: 6.691



Kanada – Slowakei 6:3 (2:1, 1:0, 3:2)
Tore:
1:0 (3.) McCann, 2:0 (5.) Dubois, 2:1 (8.) Cehlarik, 3:1 (24.) Paul, 4:1 (47.) Guenther, 5:1 (47.) Tanev, 5:2 (48.) Kelemen, 5:3 (57.) Hrivik, 6:3 (60.) Paul
Zuschauer: 17.275 (in Prag)

Mit einem klaren 6:3 Erfolg über die Slowakei konnte sich der amtierende Weltmeister Kanada den Einzug ins WM-Halbfinale 2024 in Tschechien sichern. Die Ahornblätter überzeugten mit einer guten Teamleistung und fünf verschiedenen Torschützen.



Schweiz – Deutschland 3:1 (2:0, 0:1, 1:0)

Tore: 1:0 (07:22) Bertschy (SH1), 2:0 (17.) Hischier (Siegenthaler, Fiala), 2:1 (31:33) Kahun (Stachowiak – PP1); 3:1 (59:02) Bertschy; Schiedsrichter: Brander (Finnland), Holm (Schweden)
Zuschauer: 6.583.

Die Deutsche Eishockey Nationalmannschaft hat den Halbfinal-Einzug bei der 2024 IIHF-Weltmeisterschaft in Tschechien verpasst. In der heutigen Viertelfinal-Partie unterlag die DEB-Auswahl der Schweiz mit 1:3. 6.583 Zuschauer in der Ostrava Arena sahen ein Spiel, indem die Schweizer zu Beginn nur wenige Torchancen der deutschen Mannschaft zuließen und selbst ihre Chancen effektiv nutzten.

Ab dem zweiten Drittel war das DEB-Team besser in der Partie und kam auf einen Treffer heran. Am Ende gelang es der deutschen Nationalmannschaft jedoch nicht mehr, das Spiel zu noch drehen.

Bericht von: Hermann Grassl | Foto: Carola Fabrizia Semino

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