
Olympische Maßstäbe: Wie Slafkovsky Hossas Spuren folgt
Als Marian Hossa über mehr als ein Jahrzehnt das slowakische Eishockey bei Olympischen Winterspielen prägte, tat er das mit Konstanz, Führungsstärke und beeindruckender Punkteausbeute. Jahre später sorgt Juraj Slafkovsky auf derselben Bühne für Aufsehen. Zwei Generationen, zwei unterschiedliche Spielertypen, ein gemeinsamer Maßstab: der olympische Anspruch, für die Slowakei den Unterschied zu machen.
Marian Hossa war ein Two-Way-Forward, ein verlässlicher Flügelstürmer, der sowohl dank seiner defensiven als auch offensiven Spielweise eine herausragende Karriere bestritten hat. Der heute 47-jährige Slowake beendete seine NHL-Karriere 2018 aufgrund einer Hauterkrankung. Im Jahr 2020 wurde er mit der Aufnahme in die Hockey Hall of Fame ausgezeichnet. Hossa wurde dreimal Stanley Cup Sieger, einmal slowakischer Meister in der Extraliga und wurde sechsmal zum Spieler des Jahres mit einem goldenen Puck ausgezeichnet. Eigentlich hatte Hossa fast alles erreicht, nur olympischen Ruhm erreichte er nicht. 2002 nahm er nach fast vier vollen NHL-Saisons bei den Ottawa Senators an den olympischen Winterspielen in Salt Lake City teil. Es war mit dem letzten Gruppenplatz und dem Platzierungsspiel um Platz 13 für seine Nation ein enttäuschendes Turnier.
2006 in Turin gewann die Slowakei die Gruppe B vor Russland, Schweden und den USA – unter anderem dank fünf Toren und fünf Assists von Hossa. Gegen Tschechien war im Viertelfinale Endstation. 2010 in Vancouver zogen die Slowaken in den Halbfinal ein und forderten den späteren Olympia-Sieger Kanada. Mit 2:3 war das Ergebnis aus Sicht der Slowakei äußerst knapp. Insgesamt traf Marian Hossa an olympischen Winterspielen 14 Mal. Juraj Slafkovsky, der Nummer-1-Draft der Montréal Canadiens aus dem Jahr 2022, steht aktuell bei neun Toren aus acht Spielen (sieben davon 2022 in Peking) und das erst im Alter von 21 Jahren! Dass er Hossas Olympia-Marke knacken wird, steht außer Frage. Es ist nur noch eine Frage der Zeit.
Juraj Slafkovsky gewann vor vier Jahren in Peking mit der Slowakei olympische Bronze. Und das noch vor seinem NHL-Draft im Sommer 2022 im Alter von 17 Jahren. Das kann nicht jeder von sich behaupten. Slafkovsky selbst gilt als körperlich robuster Power Forward mit Zug zum Tor, der durch starken Offensivdrang und gefährlichen Abschlüssen überzeugt. In einem Interview offenbarte Slafkovsky, dass Marian Hossa sein Vorbild sei. Hossa hat das slowakische Eishockey nach der Auflösung der Tschechoslowakei international maßgeblich geprägt und ist noch heute eine Identifikationsfigur und ein Vorbild für viele junge aufstrebende Spieler. Slafkovsky ist in Milano 2026 angekommen. Im ersten Spiel gegen die Finnen gelangen ihm zwei Tore. Weitere werden im Laufe des Turniers folgen. Da sind sich die Experten und Chronisten sicher. Und ganz unbemerkt befindet sich Slafkovsky bereits auf den Spuren seines Idols und Vorbilds. Auf den Spuren von Marian Hossa.
Bericht von: Roman Badertscher | Foto: imago images
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