
Olympia 2026: USA stehen im Traumfinale gegen Kanada dank deutlichem Halbfinalsieg gegen die Slowakei
In der Santa Giulia Ice Hockey Arena in Mailand trafen im zweiten Halbfinalmatch Team USA und die Slowakei aufeinander.
Team USA stand verdient im Halbfinale, musste sich aber mehr mühen als ihnen wohl lieb war. Gegen die zähen Schweden dauerte es bis in die Overtime, als erst eine Einzelaktion durch Quinn Hughes die Partie zugunsten des Turnierfavoriten entschieden war. Die hochgehandelten nur mit NHL-Stars gespickten US-Boys wollten unbedingt das Finale gegen den ewigen Rivalen aus Kanada anvisieren. Dementsprechend war das Team Roster der Amerikaner a priori ausgerichtet, um nach 1980 endlich wieder ein neues Miracle on Ice zu erleben. Beim Team USA waren aktuell noch fünf Olympiasieger sowie drei Stanley Cup Gewinner mit von der Partie.
Die Slowakei kegelte die deutsche Mannschaft souverän aus dem Turnier und stand hochverdient im Halbfinale des olympischen Eishockeywettbewerbs. Dank ihrer Stars wie Slafkovsky, Nemec, Dvorsky, Regenda oder Okuliar, um nur einige der Führungsspieler zu nennen, setzten die Slowaken bislang viele starke Ausrufezeichen und durften keinesfalls unterschätzt werden. Als einzig verbliebender Ostblockvertreter wollte die Slowakei nun auch den Traum von Gold aufrechterhalten und an ihre letztmaligen Bronzegewinn 2022 anknüpfen. Hoffnung machte der Slowakei ihr Sieg bei der WM 2024.
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USA mit Blitzstart und spätem zweiten Tor
Die USA legten furios los und zeigten von Beginn an, wohin die Reise gehen soll. Die Slowaken standen mächtig unter Druck und sahen sich fulminanten Vorstößen gegenüber. Es dauerte nur bis zur 5. Spielminute, bis Dylan Larkin mit hoher Geschwindigkeit vorpreschte und den slowakischen Goalie Hlavaj überwand. Die Slowakei musste sich ob dieses frühe Offensivfeuerwerk erst mal schütteln und Ruhe ins Spiel bringen. Vielleicht half der Slowakei nun ihr erstes Powerplay, um in diesen Konstellationen ihr Heil zu suchen, hätten aber fast den Shorthander kassiert.
Im fünf gegen fünf würden es die Slowaken wohl schwer haben, den US-Boys Paroli zu bieten. Die nächste Chance kam sogleich mit einem Mann mehr auf dem Eis: bislang verbuchten die Amerikaner im Turnier eine 100 % Unterzahleffektivität, und sie hielten ihre famose Quote weiterhin aufrecht. Die Slowakei schaffte es bislang nicht, mit ihrem gewohnten Körperspiel dagegenzuhalten und den amtierenden Weltmeister zu ärgern bzw. aus der Reserve zu locken. Die USA nutzten ihr erstes Powerplay sofort zum zweiten Treffer in Person von Tage Thompson 41 Sekunden vor der Sirene. Das war der nächste Nackenschlag für die Slowaken.
USA mit Doppelschlag binnen 19 Sekunden, Jack Hughes mit Doppelpack
Was hatten sich die Slowaken beim Pausentee nun einfallen lassen, um den hohen Favoriten in Schach zu halten? Es fehlte bislang an der Entschlossenheit, doch auch so ein zwei Tore Rückstand war im Eishockey aufzuholen. Doch die Slowakei brachte sich selbst wieder in Nöten, weil sie sich zu leicht provozieren ließ. Die Slowaken stemmten sich nun dank neu einstudierter Aufbaupässe besser dem Kombinationsspiel der Amerikaner.
Aller guten Dinge sind drei: getreu diesem Motto stand nun das dritte Powerplay für die Slowakei an: es musste sich nun was tun, um endlich auf das Scoreboard zu gelangen, doch es verpuffte wirkungslos trotz guter Szenen vor Keeper Hellebuyck, der nun aus seiner Perspektive seinen Vorderleuten bei deren Bemühungen im eigenen Powerplay entspannt zuschauen konnte. Die US-Boys zelebrierten die vollen zwei Minuten in der slowakischen Zone. Ein vermeintlicher dritter Treffer wurde nicht gegeben wegen einer aktiven Kickbewegung.
Dieser fiel dann aber doch in Person von Jack Hughes, der durch die Abwehr der Slowaken tänzelte und unhaltbar abschloss. Nur 19 Sekunden danach schlug die USA erneut zu durch Jack Eichel. Die Slowakei musste reagieren und wechselte ihren Goalie: nun hütete Skorvanek das Gehäuse, doch auch er musste bald hinter sich greifen, denn Jack Hughes schnürte in der 19. Spielminute seinen Doppelpack. Damit war die Partie mehr als entschieden und wurde zum Schaulaufen der US-Boys.
Slowakei mit Ehrentreffer, halbes Dutzend voll
Wie konnte sich die Slowakei noch motivieren oder waren ihre Gedanken bereits beim morgigen Bronzemedaille Match gegen den noch amtierenden Olympiasieger aus Finnland? Somit konnten sie ihren Erfolg bei der letzten Olympiade wiederholen. Team Slowakei musste sich die positiven Dinge aus dieser Partie herauspicken. Tage Thompson stand nicht mehr im Line-Up. Jubel bei den Slowaken in der 45. Spielminute, denn ihr Superstar Juraj Slafkovski markierte den Ehrentreffer und sorgte damit für ein moralisches Erfolgserlebnis. Brady Tkachut scheiterte erst noch an Skorvanek und veredelte dann in der 51. Spielminute ein weiteres Solo zum halben Dutzend für die USA.
Die Slowakei bewies Moral und Pavol Regenda gelang der zweite Treffer in der 54. Spielminute und gestaltete das Ergebnis damit erträglicher.Juraj Slavkovsky arbeitete an seinem zweiten Tor an diesem Abend, was ihm jedoch verwehrt war. Die letzten beiden Spielminuten verbrachten die Slowaken in Überzahl, blieben aber wieder glücklos.
Die Hughes und Tkachut Brüder sammelten mit Werenski in dieser Begegnung fleißig Scorerpunkte und das bemerkenswerte makellose Penalty Killing der USA hatte weiter Bestand. Team Slowakei konnte ganz befreit in das Spiel um Platz drei gehen im Gegensatz zu Finnland, den noch amtierenden Olympiasieger, der in seinem Match gegen Kanada am Ende mental litt und sicher viel Aufbauarbeit benötigte, um mit frischer Energie ins Spiel gingen.
Olympia 2026, Halbfinale, 20.02.2026
USA – Slowakei 6:2 (2:0|3:0|1:2)
Tore:
1:0 |05.| Dylan Larkin (Werenski, Thompson)
2:0 |20.| Tage Thompson (Eichel, Hughes Q.)
3:0 |33.| Jack Hughes (Werenski)
4:0 |33.| Jack Eichel (Tkachut B., Tkachut M.)
5:0 |39.| Jack Hughes (Werenski, Boldy)
5:1 |45.| Juraj Slafkovski (Ruzicka, Fehervary)
6:1 |51.| Brady Tkachut (Trochek, Hanifin)
6:2 |54.| Pavol Regenda (Kelemen)
Schiedsrichter: Dwyer (CAN) / Rooney (USA)
Zuschauer: 11.240
Bericht von: Hermann Graßl | Foto: City-Press GmbH
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