
Olympia 2026: Dämpfer für Deutschland, das von Lettland niedergerungen wird
In der Milano Rho Ice Hockey Arena kam es zur Begegnung zwischen Deutschland und Lettland im zweiten Vorrundenmatch.
Deutschland bot unter Headcoach Harry Kreis den identischen Kader auf wie gegen Dänemark getreu dem Motto „never change a winning team“. Mit einem weiteren Erfolgserlebnis würde man zum Abschluss der Vorrunde gegen die USA ein echtes Endspiel erleben.
Team Lettland wollte nach der erwartbaren Niederlage gegen die hochgehandelten USA gegen die DEB-Auswahl die ersten olympischen Punkte holen. Im lettischen Kader wirkten etliche „alte Bekannte“ aus der PENNY DEL mit, was diese Begegnung sehr speziell erschienen ließ.
Deutscher Blitzstart durch Reichel, Lettland gleicht aus, Kälble mit spätem Treffer
Die deutsche Mannschaft startete gewohnt dynamisch mit viel Offensivpower und bereits in der 3. Spielminute netzte Lukas Reichel dank des genialen Zuspiels von Dominik Kahun zur frühen Führung ein, quasi eine Blaupause zum Auftaktmatch. Die Letten schüttelten sich kurz und beschäftigten nun auch Keeper Philipp Grubauer. Alle vier Formationen der Deutschen agierten sehr harmonisch mit guter Chemie auf dem Eis.
Beide Fanlager waren etwa gleich verteilt in der kleinen aber feinen Arena und sorgten für tolle Stimmung an diesem Valentinstag.
In der 12. Spielminute verbuchte Lettland seine bislang größte Gelegenheit, scheiterte jedoch am bärenstarken Grubauer. Nun stand das erste Powerplay der Letten auf dem Programm und dies war schnell von Erfolg gekrönt mit dem Ausgleich in der 16. Spielminute durch Dans Locmelis. Dies motivierte Lettland, aber es dauerte nur knapp eine Zeigerumdrehung, bis Lukas Kälble den ein Tore Vorsprung wieder herstellte. Dies war psychologische eminent wichtig, diese knappe Führung mit in die Kabine zu nehmen.
Lettland stellt auf Remis
Im zweiten Drittel gab es etliche Strafen für beide Mannschaften, wodurch der Spielfluss etwas litt. Die DEB-Auswahl verlor den Faden und befand sich plötzlich mit zwei Mann weniger auf dem Eis, was nun eine brenzlige Konstellation heraufbeschwor. Diese Situation nutzte Lettland eiskalt aus in Person von Dans Locmelis, der die Scheibe unhaltbar versenkte und so seinen Doppelpack schnürte.
Die Jungs von Headcoach Harry Kreis machten sich im Mittelabschnitt das Leben selbst schwer mit den vielen Undiszipliniertheiten. Es fehlte dem deutschen Team mittlerweile die Gradlinigkeit.
Nun agierte Deutschland wieder im Überzahlspiel und visierte das Torgestänge an. Auch Leon Draisaitl scheiterte mehrfach am hellwachen lettischen Goalie. Inzwischen war es ein Spiel auf Augenhöhe und ein Ritt auf der Rasierklinge, weil beide Teams mit – aus Sicht des Coaching Staff – wohl zu offenem Visier agierten.
Die DEB-Auswahl biss sich an den hartnäckig und leidenschaftlich kämpfenden Letten richtig die Zähne aus und war gut beraten, den Spielstil vom ersten Drittel schnell wiederzufinden. Nahezu alle Statistiken waren ausgeglichen und allein Leon Draisaitl hatte den dritten deutschen Treffer mehrfach auf seinem Schlägerblatt.
Lettland erstmals in Führung, Spannung bis zum Schluss
Headcoach Harold Kreis würde sicher einige Aspekte kritisch ansprechen, um seine Akteure auf den Schlussspurt einzuschwören gegen ein sehr widerstandsfähiges Lettland, welches sein ganzes Herz hineinwarf und spürte, dass gegen diese deutsche Mannschaft heute was Zählbares möglich wäre. Das deutsche Team verpasste es erneut im Solo auf den lettischen Keeper wieder in Führung zu gehen.
Harry Kreis reagierte: nun agierten Josh Samanski, Lukas Reichel und Freddy Tiffels in einer Reihe. Die Coaches wollten dadurch neue Impulse generieren. Leon Draisaitl war on Fire und kreierte Chance um Chance, es wurde mittlerweile sein Privatduell mit dem lettischen Keeper Silos. Vielleicht klappte es nun beim nächsten Powerplay, aber die lettische Box stand hervorragend und es war kein Durchkommen.
Ganz im Gegenteil, denn unmittelbar nach Ablauf der Strafe ging Lettland erstmals in Führung in Person von Eduards Tralmaks in der 49. Spielminute. Defensiv war das deutsche Team einfach zu fehleranfällig und nicht gedankenschnell genug. Nun wurde es ein dickes Brett, das zu bohren war! Die Crunch Time brach an und es musste schnell der Anschlusstreffer realisiert werden, um das Blatt zu wenden.
Es blieb spannend, denn in der 58. Spielminute erzwang Tim Stützle das drei zu vier, nachdem ein lettischer Spieler angeschossen wurde. Was war noch drin in dieser Partie? Die Zeit lief unerbittlich davon und am Ende reichte es nicht mehr.
Diese Niederlage gegen Lettland war nicht unbedingt einkalkuliert und somit musste im letzten Vorrundenmatch gegen die hochgehandelten USA eine Energieleistung gezeigt werden.
Olympia 2026, Vorrunde, 14.02.2026
Deutschland – Lettland 3:4 (2:1|0:1|1:2)
Tore:
1:0 |03.| Lukas Reichel (Kahun, Kälble)
1:1 |16.| Dans Locmelis (Girgensons, Krastenbergs) PP1
2:1 |17.| Lukas Kälble (Tiffels)
2:2 |29.| Dans Locmelis (Balcers, Balinskis) PP1
2:3 |49.| Eduards Tralmaks (Jaks, Girgensons)
2:4 |52.| Renars Krastenbergs (Daugavins, Smits)
3:4 |58.| Tim Stützle (Draisaitl, Peterka)
Schiedsrichter: Dwyer (CAN) / MacFarlane (USA)
Zuschauer: 4.033
Bericht von: Hermann Graßl | Foto: City-Press GmbH
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