Olympia 2026: Deutschland bezwingt Frankreich souverän und steht im Viertelfinale

17.Februar 2026Nationalmannschaft

In der Santa Giulia Ice Hockey Arena in Mailand trafen im ersten Match zur Viertelfinalqualifikation die Teams aus Deutschland und Frankreich aufeinander.

Deutschland stand dank der Schützenhilfe von Dänemark auf Rang zwei der Abschlusstabelle in der Gruppe C. Somit hatten es die Jungs um Headcoach Harold Kreis im Qualifikationsmatch mit den Franzosen zu tun, die punktlos die Tabelle A abschlossen. Bei der WM 2024 gelang Deutschland trotz zweimaligem Rückstand ein klarer Sieg. Die Franzosen durften keinesfalls unterschätzt werden.

Team Frankreich kassierte im letzten Gruppenspiel noch eine herbe zweistellige Klatsche gegen den Titelfavoriten aus Kanada. Les Bleus hatten fest vor, die DEB-Auswahl zu ärgern und ihnen das Leben so schwer wie möglich zu machen. Mit Sacha Treille (ehemals Straubing Tigers) und Charles Bertrand (ehemals ERC Ingolstadt) standen zwei altbekannte Akteure im Line Up, die bereits DEL-Luft geschnuppert hatten.

Blitzstart durch Leon Draisaitl, Tiffels legt nach, Peterka erhöht

Die deutsche Mannschaft startete früh mit einem Powerplay, was in der 4. Spielminute gleich zur Führung genutzt wurde in Person von Leon Draisaitl dank genialem Zuspiel von Tim Stützle und Josh Samanski. Endlich klickte mal das deutsche Powerplay, das bislang noch viel Luft nach oben hatte im Turnierverlauf. Gab dieser Traumstart nun die nötige Sicherheit für die DEB-Auswahl? Die Franzosen wehrten sich gut und gestalteten die Partie bislang recht ausgeglichen.

Die Führungsspieler mussten in diesem Playoff Match vorbildlich vorangehen. Die Feinabstimmung ließ noch zu wünschen übrig, was sich an einer Slapstick Aktion offenbarte, als gleich zwei deutsche Akteure ihre Laufwege kreuzten und zusammenstießen, vergleichbar mit den Spielern der USA vor zwei Tagen. In der 11. Spielminute überwand der quirlige Freddy Tiffels den französischen Goalie mit einem frechen Schuss über dessen Schulter aus spitzem Winkel. Dieser Treffer wurde sehr gradlinig und konsequent herausgespielt.

Nun stand das zweite Powerplay für Deutschland an, das wirkungslos blieb trotz einer guten Möglichkeit von Tim Stützle, der ‚coast to coast‘ nach vorne marschierte. In der 19. Spielminute überwand JJ Peterka in überragender Manier den Keeper von Team Frankreich und sorgte für einen beruhigenden Spielstand im ersten Drittel. Scheinbar war der Knoten etlicher Akteure heute geplatzt.

Frankreich auf dem Score

Im zweiten Drittel ersetzte Keller seinen Goalie Kollegen Junca und die deutsche Mannschaft knüpfte nahtlos an ihre sehr gute Performance vom ersten Abschnitt an. Wie würden Les Bleus reagieren nach den drei Gegentoren? Es gab zumindest eine Top Chance durch Bellemare, die aber Philipp Grubauer gekonnt entschärfte. Aus dieser Drangphase ergab sich kurze Zeit später der Anschlusstreffer durch den besagten Pierre-Edouard Bellemare, der dank des Abprallers von Mo Müller in der 25. Spielminute verkürzte. Es hatte den Anschein, als ob der Faden etwas gerissen war, weil das Spiel der DEB-Auswahl etwas dahinplätscherte.

Nun gelang es dem deutschen Team wieder mehr Zug zum Tor zu entwickeln und Gelegenheiten zu kreieren. Freddy Tiffels probierte es erneut aus ähnlicher Position und JJ Peterka scheiterte am französischen Keeper ebenso wie Tobi Rieder.  Der Torhüterwechsel bei Team Frankreich schien eine Initialzündung ausgelöst zu haben. Dann schaffte es Marc Michaelis nicht, die Scheibe über die Linie zu drücken. Es gab mittlerweile genügend Chancen, um den Spielstand nach oben zu schrauben. Auf der anderen Seite verzog Bellemare.

Frankreich hätte durchaus einen zweiten Treffer erzielen können, insbesondere Bellemare erwies sich on Fire. Es blieb weiterhin eine ausgeglichene Partie und Les Bleus waren noch nicht besiegt. Hierfür galt es für das DEB-Team, die Defensive weiter zu stabilisieren und die eigenen vorhandenen Torchancen auch zu verwerten.

Samanski und Sturm erlösen DEB

Team Deutschland durfte die Franzosen keinesfalls unterschätzen und musste versuchen, selbst wieder das Heft des Handelns übernehmen. Doch anfangs im Schlussabschnitt verpasste es Frankreich nach genialem Passspiel seinen zweiten Treffer zu realisieren. Die Jungs um Headcoach Harold Kreis mussten auf der Hut sein, denn Frankreich kam stets gefährlich vor das Gehäuse von Grubauer, der hellwach blieb und Schlimmeres verhinderte. JJ Peterka vergab erneut eine Top Möglichkeit, weil der eingewechselte neue Goalie der Franzosen überragend hielt.

Es wurde doch noch eine Zitterpartie, weil der wohl erlösende vierte Treffer nicht fiel, der sicher mehr als beruhigend wäre. Vielleicht halft hierbei das dritte Powerplay für die DEB-Auswahl: tatsächlich gelang es dem ehemaligen Straubinger Josh Samanski einen Rebound zu verwerten. Dies war wie Balsam auf der Seele der Deutschen, die nun auf dem besten Weg ins Viertelfinale war. Der französische Keeper Antoine Keller demonstrierte eine bärenstarke Partie und ließ die deutschen Stürmer schier verzweifeln mit seinen Klasse Paraden.

Jetzt galt es, knapp neun Minuten vor der Schlusssirene das erste Unterzahlspiel schadlos zu überstehen, was auch gelang. Es brach nun die Crunch Time an und Team Deutschland musste erneut mit einem Mann weniger agieren; jetzt nur nicht nervös werden und die Franzosen weiter herankommen lassen. Das PK der deutschen Mannschaft war sehr effektiv und es blieben nur noch vier Minuten auf der Uhr. Keeper Philipp Grubauer rettete seine Jungs mehrfach vor einem zweiten Gegentreffer und Antoine Keller ging vom Eis zugunsten eines sechsten Feldspielers: 56 Sekunden vor dem Ende traf Nico Sturm mit dem Empty Netter zur endgültigen Entscheidung.

Olympia 2026, VF-Qualifikation, 17.02.2026

Deutschland – Frankreich 5:1 (3:0|0:1|2:0)

Tore:

1:0 |04.| Leon Draisaitl (Stützle, Samanski) PP1
2:0 |11.| Freddy Tiffels
3:0 |19.| JJ Peterka (Stützle)
3:1 |25.| Pierre-Edouard Bellemare (Perret)
4:1 |48.| Josh Samanski (Draisaitl, Seider) PP1
5:1 |60.| Nico Sturm (Draisaitl, Rieder) EN

Schiedsrichter: Campbell (CAN) / Holm (SWE)

Zuschauer: 11.497

Bericht von: Hermann Graßl | Foto: City-Press GmbH

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