
Harter Kampf: Berlin siegt in Nürnberg
Bei Nürnberg Ice Tigers bleibt momentan jegliche Positivität auf der Strecke. Mit sechs Niederlagen aus den vergangenen sieben Spielen haben sich die Franken wortwörtlich nicht mit Ruhm bekleckert und dennoch zeigte die Mannschaft in wenigen Augenblicken, was sie doch eigentlich im Stande sind zu leisten. Mit den Eisbären Berlin zu Gast, kam es am 48. Spieltag der Deutschen Eishockey Liga zu einem möglichen Duell der ersten Playoff-Runde. Vor der Partie musste die Hauptstädter mit Korbinian Geibel (Schulter-OP) einen weiteren langfristigen Ausfall in ihren Reihen vermelden und trotzdem waren die ,,angeschlagenen” Eisbären mit vier vollen Reihen in Nürnberg angereist.
Berlin ringt Nürnberg nieder – fünf Tore im Mittelabschnitt!
Mission ,,nicht” impossible
Evan Fitzpatrick ließ die Arena nach knapp drei Minuten ein erstes Mal staunen. Auf der Linie parierte der Kanadische Schlussmann glänzend einen Schuss von Andi Eder. Wenig später war der Goalie der Franken gleich wieder gefordert: Genauso überragend entschärfte er den Abschluss von Jonas Müller, welcher sich frei vor das Nürnberger Tor geschlichen hatte. Genauso musste Jonas Stettmer im Berliner Kasten eingreifen – die Ice Tigers versuchten immer wieder Verkehr vor dem Tor zu erzeugen um die Eisbären so in Bedrängnis zu bringen.
Die Tiger zeigten im Vergleich zu den vorherigen Spielen ein komplett anderes Gesicht, die Eisbären waren gewohnt solide, zeigten sich aber im Laufe des ersten Abschnitts zunehmend verwundbar. Ohne Treffer ging es nach einem starken spielerischen ersten Drittel in die wohlverdiente erste Pause.
Schlag auf Schlag
Weiterhin ausgeglichen blieb es auch im zweiten Drittel, nur mit dem Unterschied, dass die Eisbären die Führung erzielten. Mit einer tollen Einzelleistung tankte sich Marcel Noebels durch die offensive Zone und überwand Evan Fitzpatrick mit der Rückhand durch die Schoner (23.). Nürnberg kam lediglich zwei Minuten später ebenfalls in den Genuss: Nach einem Schuss von Verteidiger Julius Karrer stand Top-Scorer Evan Barratt goldrichtig und drückte die Scheibe zum Ausgleich über die Linie (25.). Den Berlinern gefiel das überhaupt nicht, weshalb sie nur 60 Sekunden später wieder die Führung erzielten. Jean-Sebastian Dea nutzte die unsortierte Hintermannschaft der Ice Tigers und zimmerte die Scheibe wuchtig unter die Latte zum 2:1 (26.).
Zeit zum Durchatmen gab dieses Spiel nicht: In Überzahl legten der Deutsche Meister das 3:1 nach, Yannick Vellieux scheiterte erst und schob den Nachschuss dann doch noch über die Torlinie (29.). Circa drei Minuten vor Schluss durfte die Mannschaft von Mitch O´Keefe nochmals in Überzahl ran und wie sich das gehörte für dieses Spiel trafen auch die Ice Tigers. Eigentlich hatte Jonas Stettmer den Abschluss von Charlie Gerard schon abgewehrt, wie durch ein Wunder landete die Scheibe dann aber doch auf der Kelle von Cole Maier, der das Spielgerät durch den Tumult zum Pausenstand ins Schwarze jagte (39.).
Um Haaresbreite
Berlin eröffnete den offenen Schlagabtausch im letzten Drittel mit einem Überzahl-Spiel, in welchem die Gäste nicht abgezockt genug waren um den alten Abstand von zwei Toren wieder herzustellen. Mit einem Zauberschuss in den Winkel machte es Eric Hördler dann besser und stellte acht Minuten vor der Schlusssirene auf 2:4 für seine Eisbären.
Wenige Sekunden später waren die Ice Tigers vier Minuten in numerischer Überlegenheit. Weil Will Graber nur zwei Minuten später ebenfalls auf der Strafbank saß ging es mit vier gegen vier weiter. Mehr Platz auf dem Eis bedeutet auch automatisch mehr Räume. Genau diesen Raum sah Owen Headrick, sein Pass aus der eigenen Zone schickte Julius Karrer auf die Reise welcher die Scheibe in Stürmermanier am Berliner Goalie vorbei drückte. Mit einem Schuss ins leere Tor von Liam Kirk schien die Begegnung entscheiden (58.). Aber eben nur ,,schien”: Thomas Heigl fasste sich ein Herz und erzielte tatsächlich noch einen Shorthander zum erneuten Anschluss für die Ice Tigers (59.). Die Franken drückten in den letzten Sekunden nochmals ordentlich in der Offensive, belohnen konnten sie sich obgleich nicht mehr.
Fazit: Die Ice Tigers zeigten endlich wieder einen starken Auftritt nach der Olympia Pause, für Punkte gegen den amtierenden Deutschen Meister aus Berlin reichte es dennoch nicht. Genau in die druckvolle Phase der Franken erzielten die Gäste das 2:4 und entschieden damit die Partie für sich. Nach dem Augsburg im Parallelspiel gegen Dresden punktete müssen die Ice Tigers schleunigst selbst punkten um sich den letzten Platz im Rennen um die ersten Playoff-Runde doch noch zu sichern. Die nächste Chance haben die Tiger am Sonntag um 16:30 Uhr in Wolfsburg.
Nürnberg Ice Tigers – Eisbären Berlin 4:5
Tore:
0:1|23.|Marcel Noebels (Jonas Müller)
1:1|25.|Evan Barratt (Julius Karrer, Owen Headrick)
1:2|26.|Jean-Sebastian Dea (Erik Mik, Liam Kirk)
1:3|29.|Yannick Vellieux (Jonas Müller)
2:3|39.|Cole Maier (Owen Headrick, Samuel Dove-McFalls)
2:4|52.|Eric Hördler (Marcel Noebels)
3:4|57.|Julius Karrer (Owen Headrick)
3:5|58.|Liam Kirk (Ty Ronning , Jonas Müller)
4:5|59.|Thomas Heigl (Marcus Weber, Samuel Dove-McFalls)
Zuschauer:7672 (ausverkauft)
Bericht von: Luca Schindler | Foto: Birgit Eiblmaier
Eishockey-Online Network
