
IIHF U-18 WM: Die Stadien der Weltmeisterschaft 2026 mit renommierter Namensgebung
Die diesjährige U18 Weltmeisterschaft findet an zwei Austragungsorten in der Slowakei statt: Trencin und Bratislava. Sowohl das Stadion in Trencin als auch die Halle in Bratislava beinhalten historische Legenden des slowakischen Eishockeysports in ihrer Namensgebung.
Die Gruppe A wird im Pavla Demitru Eishockey Stadion in Trencin mit einer Kapazität von 6.300 Zuschauern ausgetragen, während die Gruppe B in der Vladimira Dzurillu Eisarena mit einem Fassungsvermögen von 3.500 Fans in der Hauptstadt Bratislava stattfinden wird.
Es handelt sich bei Pavol Demitra und Vladimir Dzurilla um zwei renommierte Ikonen in der Slowakei, die den slowakischen Eishockeysport über viele Jahre hinweg geprägt haben.
Der Autor dieses Berichts, der selbst schon seit seiner frühen Jugend ein großer Fan des tschechoslowakischen Eishockeys war und ist, möchte diese beiden Eishockey Legenden nachfolgend etwas genauer vorstellen. Das Frontbild dieses Artikels zeigt das Pavla Demitru Eishockey Stadion in Trencin.
Pavol Demitra –> Zimny stadion Pavla Demitru
Pavol Demitra erblickte das Licht der Welt am 29.11.1974 in Dubnica nad Vahom, Tschechoslowakei. Der groß-gewachsene Center begann seine Karriere beim HC Dukla Trencin im Jahr 1992.
Schon früh zog Demitra die Aufmerksamkeit der NHL-Scouts auf sich und es dauerte nicht allzu lange, bis die Ottawa Senators ein Auge auf ihn warfen und er beim NHL Draft 1993 in der 9. Runde an Position 227 gezogen wurde. Dies war das Startsignal für seinen baldigen Wechsel über den großen Teich. Demitra absolvierte drei Jahre in Ottawa, jedoch nur sporadisch in der NHL und vorwiegend im Farmteam der Prince Edward Island Senators in der AHL. In der Spielzeit 1996/97 agierte Pavol Demitra in der International Hockey League bei den Las Vegas Thunder und den Grand Rapids Griffins. Danach rekrutierten ihn die St. Louis Blues in die NHL. Seine erste komplette Saison bei den Blues erwies sich als sein Durchbruch, denn Demitra ergatterte 89 Scorer Punkte und avancierte zum Stammspieler. 2002/03 schraubte Pavol Demitra, mittlerweile als Führungsspieler, seine Bestmarke auf 93 Scorer Punkte.
Die 88. NHL-Saison 2004/05 fand wegen eines Streiks (Lockout) nicht statt und wurde abgesagt. Demitra nutzte dies, um bei seinem Heimatclub Dukla Trencin Spielpraxis zu sammeln und sein Leistungsvermögen zu stabilisieren. Nach diesem Intermezzo zog es Pavol Demitra zurück in die NHL, wo er 2005/06 bei den Los Angeles Kings anheuerte. In nur 58 Spielen bei maximal 82 möglichen Einsätzen gehörte er schon in seiner ersten Saison zu den besten Torschützen. Ein Jahr danach stand Demitra als First Round Pick für zwei Spielzeiten im Line-Up der Minnesota Wild. Der treffsichere Center bekam 2008/09 einen zweijährigen Vertrag bei den Vancouver Canucks.
Insgesamt gelangen Pavol Demitra in der NHL (Regular Season und Playoffs) bei insgesamt 941 Einsätzen herausragende 327 Tore und 500 Assistpunkte. 318 Minuten verbrachte er auf der Strafbank.
2010 wählte Pavol Demitra einen Club in der russischen KHL: er nahm eine Verpflichtung bei Lokomotive Jaroslawl an. Als tragisch erwies sich sein Tod am 7.11.2011, als er bei einem Flugzeugabsturz dort ums Leben kam. Seine Trikotnummer 38 wurde seitdem für alle Nationalteams nicht mehr vergeben. Randnotiz: es gibt sogar Lastwägen, die auf ihrer Rückseite seinen Namen und seine Nummer verewigen mit dem Satz „Wir vergessen nie“.
Eine Hommage an seine zahlreichen internationalen Erfolge und Auszeichnungen: 1992 Goldmedaille bei der U18-Junioren EM, 1993 Bronzemedaille bei der Junioren-WM, 2003 Bronzemedaille bei der WM, 2010 All-Star Team der Olympischen Winterspiele. 2012 erfolgte seine Aufnahme in die Slowakische Hall of Fame.
Als Sahnehäubchen seiner Laufbahn wurde 2012 ein Asteroid nach ihm benannt: 240022 Demitra.
Vladimir Dzurilla –> Zimny stadion Vladimira Dzurillu
Vladimir Dzurilla wurde am 2.8.1942 in Bratislava geboren und war immer Torwart und Trainer im Laufe seines Lebens.
Seine Karriere als Eishockeyspieler im Alter von 13 Jahren begann holprig, denn ein Probetraining beim CHZJD Bratislava stand unter keinem guten Stern: Dzurilla wurde die Eignung abgesprochen, was ihn dazu bewog, stattdessen bei Kovosmalt Petržalka das Training aufzunehmen. Dort agierte Dzurilla in der zweitklassigen tschechischen Liga und sammelte viel Lob ein mit sehr guten Leistungen. Dies befähigte ihn bei CHZJD Bratislava spielen zu dürfen, wo er von 1959 bis zum Jahr 1973 blieb und danach für fünf Jahre zu Zetor Brno wechselte.
Ein erstes sportliches Highlight war sein Draft zu den Edmonton Oilers aus der World Hockey Association. Trotz dieser Selektion spielte Vladimir Dzurilla nie in der NHL.
Die Saison 1877/78 verbrachte Vladimir Dzurilla bei TJ Skoda Pilsen und ab der Spielzeit 1978/79 setzte er seine Aktivitäten in Deutschland fort. Seine erste Station war der EV Augsburg in der Eishockey Bundesliga, wo er ein Jahr absolvierte, bis es ihn zum SC Riessersee zog, der ihn verpflichtete. Dieser Schachzug erwies sich als Glücksgriff, denn mit dem traditionellen bayerischen Club feierte Vladimir Dzurilla nur zwei Jahre später die Deutsche Meisterschaft. Sein berühmter Backup wurde damals Joseph Heiß, der ihm als Vorbild diente und von dem er viel profitierte. Als bester Torhüter der Bundesliga bekam er 1979/80 und 1980/81 den begehrten Toni-Kehle-Pokal verliehen. Dzurillas Spitzname seitens seiner Clubkameraden war Maco.
Im Jahr 1982 setzte Vladimir Dzurilla einen Schlusspunkt in seiner Laufbahn auf dem Eis. Ein Rekord war bemerkenswert: mit sage und schreibe 571 Ligaspielen hält Dzurilla die Bestmarke für Goalies in der tschechoslowakischen Extraliga.
Auf internationalem Parkett verdiente sich Vladimir Dzurilla seine ersten Meriten bereits 1960 mit der tschechoslowakischen Nationalmannschaft. Bei insgesamt zehn Weltmeisterschaften war Dzurilla fester Bestandteil der CSSR. Drei Gold-, drei Silber- und vier Bronzemedaillen sprechen eine deutliche Sprache für seinen krönenden Erfolg. Die WM 1965 stach dabei heraus, denn Vladimir Dzurilla wurde als bester Keeper des Turniers geehrt und ins All-Star-Team berufen. Letzteres konnte er 1969 wiederholen. Auch bei Olympia 1964, 1968 und 1972 zeigte Vladimir Dzurilla sein Können und sammelte eine Silber- und zwei Bronzemedaillen.
Einen herausragenden legendären Moment erlebte Vladimir Dzurilla beim renommierten Canada Cup 1976, als er beim hauchdünnen 1:0 Erfolg gegen die Ahornblätter einen famosen Shutout feierte und dabei 29 Schüsse abwehrte. Dank dieser spektakulären Performance sollte Dzurilla bei den Montreal Canadiens verpflichtet werden, doch er bekam keine Freigabe seitens seines Verbands, nach Nordamerika zu gehen.
Für sein Heimatland kam Vladimir Dzurilla auf sehenswerte 139 Matches in 16 Jahren. In der internen Goalie Rangliste rangiert Dzurilla auf Platz zwei hinter dem ikonischen Jiri Holecek, der 164 Einsätze verbuchen konnte.
Vladimir Dzurilla blieb auch nach seinem Rücktritt dem Eishockeysport treu: er engagierte sich als Trainer sowohl in der Tschechoslowakei als auch in Deutschland. Als Headcoach war er beim SC Riessersee (1987/88), bei Eintracht Frankfurt (1988/89), beim EHC Klostersee, bei Zetor Brno und bei Slovan Bratislava unter Vertrag. Vladimir Dzurilla war als offizieller Goalie Coach ebenfalls für Nachwuchstalente des IIHF verantwortlich. Seinen finalen Einsatz auf dem glatten Parkett absolvierte Vladimir Dzurilla im Mai 1995 in Stockholm bei einem Match zwischen einer Schwedischen Altherren Auswahl und den World Oldtimer All-Stars: die Ehrung zum Spieler des Tages nahm er gerne entgegen.
Als wichtigste Auszeichnung seiner bemerkenswerten Laufbahn wurde ihm posthum nach seinem Tod im Jahr 1995 in Düsseldorf die Aufnahme in die IIHF Hall of Fame zuteil (1998). Im Jahr 2002 erfolgte die Aufnahme in die Hall of Fame des slowakischen Eishockeyverbands.
Bericht von: Hermann Graßl | Foto: imago-images
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