
IIHF WM 2026: Cleveres Lettland hält Deutschland in Schach und Gudlevskis feiert einen Shutout
In der Swiss Life Arena in Zürich begegneten sich die Nationalmannschaften aus Deutschland und Lettland.
Die DEB-Auswahl kassierte zum Auftakt eine Niederlage gegen Finnland und hatte einen Tag spielfrei, um mit frischen Kräften gegen die zähen Letten antreten zu können. Ein Sieg war Pflicht, wollte man im weiteren Turnierverlauf ein Wörtchen mitreden mit dem Einzug ins Viertelfinale. Außerdem stand noch die Revanche für die Pleite bei Olympia 2026 aus. Die beiden letzten Partien bei einer Eishockey Weltmeisterschaft konnte Deutschland für sich entscheiden, ein gutes Omen? Anstelle von Andy Eder kam Lukas Reichel zu seinem ersten Einsatz.
Team Lettland zählte immer zu einer der unangenehm zu spielenden Nationen bei einer WM. Die Letten hielten gegen den Gastgeber Schweiz lange gut mit und mussten sich am Ende erst geschlagen geben. Mit Kristers Gudlevskis und Alberts Smits standen zwei renommierte Protagonisten aus der DEL in ihrem Kader. Balcers und Vilmanis verdienen ihre Brötchen in der NHL.
Späte Führung der Letten
Die DEB-Auswahl musste vor allem auf die erste lettische Formation achten. Vielleicht half der deutschen Mannschaft der Tag Pause gegen ein Team von Lettland, das sich im Umbruch befindet und einen 17-jährigen im Kader aufbot. Das lettische Eishockey ist seit jeher von hoher Physis und kultureller Identität geprägt. Es war eine richtungsweisende Begegnung um die heiß-begehrten Viertelfinalplätze. Eine körperbetonte Herangehensweise war nötig, um diese leidenschaftlich kämpfenden Letten zu beeindrucken.
Goalie Philipp Grubauer musste dann erstmals sein Können zeigen, als ein zwei auf eins Konter auf ihn zurollte. Er konnte sich dann gleich erneut bravourös auszeichnen. Bisher fehlten noch hochkarätige Chancen auf Seiten des DEB-Teams, welches sich schwertat, in den gegnerischen Slot zu gelangen. Team Lettland war näher am Führungstreffer dran, was sich auch am Torschussverhältnis widerspiegelte. Und dann war es passiert: in der 19. Spielminute netzte Martin Dzierkals unhaltbar ein. Fabio Wagner brachte es auf den Punkt: er meinte, man müsse mehr Akteure vors Tor bringen und als Fünfer Block den strukturierten Aufbau besser fahren gegen Letten, die ihr Spiel bislang sehr einfach hielten.
Lettland eiskalt
Deutschland startete noch mit dem restlichen Powerplay von 77 Sekunden in den Mittelabschnitt. Die special teams mussten endlich einen Faktor spielen und knipsen. Letztendlich blieb die numerische Überlegenheit wirkungslos. Man musste wieder an den guten Start in die Partie anknüpfen und das Körperspiel forcieren. Lettland blockte viele Schüsse. Dann musste Dominik Kahun auf die Strafbank und die Letten visierten zuerst den Pfosten an und bauten dann ihren Vorsprung in der 25. Spielminute aus in Person von Rudolfs Balcers, der sträflich alleingelassen wurde und als Homeboy bei den ZSC Zürich Lions unter Vertrag steht.
Die DEB-Auswahl erhöhte ihren Druck, verbuchte auch gute Möglichkeiten, u.a. mit einem Schuss ans Gestänge, musste jedoch stets höllisch auf der Hut sein vor den gefährlichen lettischen Gegenstößen. Lettland schaffte es immer wieder, sich aus der Umklammerung zu befreien. Es war zum Verzweifeln, denn auch ein drei auf Null konnte nicht umgemünzt werden, weil Keeper Kristers Gudlevskis glanzvoll parierte. Sollte Keeper Gudlevskis ein Faktor werden? Die Möglichkeiten zum Anschlusstreffer waren vorhanden, es fehlte noch das letzte Quäntchen Fortune. Wie lange würde das lettische Bollwerk noch halten?
Samanski: „Wir haben viel kreiert, der Torwart macht einen guten Job. Wir spielen gut und müssen eigentlich nichts verändern.“
Deutschland verzweifelt an Gudlevskis
Was konnte Headcoach Harold Kreis ändern, um auf das Scoreboard zu kommen? Es gab sofort eine Top Gelegenheit für Josh Samanski. Vielleicht half den Deutschen das zweite Powerplay, doch Lettland scheiterte beim Konter am Pfosten und schon wieder blieb man erfolglos aus deutscher Sicht. Die Uhr tickte gnadenlos herunter und es musste dringend ein Tor fallen, wollte man noch was holen gegen diese hartnäckige lettische Mannschaft, die vor allem von ihrer ersten Reihe lebte und sich auf seinen grandiosen Keeper verlassen konnte.
Alles, was die deutsche Mannschaft probierte, schlug fehl, zumal auch der lettische Keeper Gudlevskis keinen Rebound hergab. Die Crunch Time brach und es stellte sich die Frage, wann man All in ging und den sechsten Feldspieler zugunsten von Grubauer brachte. Dies geschah 5:20 Minuten vor dem Ende. Es musste unbedingt was Zählbares her, sollte der Mut des Trainerteams belohnt werden?
Letztendlich haderte die DEB-Auswahl an der schlechten Chancenverwertung und verzweifelte am lettischen Keeper Kristers Gudlevskis. Leon Hüttl wurde als bester Spieler ausgezeichnet. Nun stand Deutschland schon mächtig unter Druck vor dem Gipfeltreffen gegen den Gastgeber Schweiz.
WM 17.05.2026
Deutschland – Lettland 0:2 (0:1|0:1|0:0)
Tore:
0:1 |19.| Martins Dzierkals (Batna)
0:1 |25.| Rudolfs Balcers (Smirnovs) PP1
Haupt-Schiedsrichter: Gour (CAN) / Hronsky (SVK)
Zuschauer: 6.633
Bericht von: Hermann Graßl | Foto: City-Press GmbH
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