IIHF WM 2026: Finnland dank hoher Effizienz Auftaktsieger gegen Deutschland

15.Mai 2026International, Nationalmannschaft

In der Swiss Life Arena in Zürich trafen im Auftaktmatch der WM 2026 die Teams aus Finnland und Deutschland aufeinander.

Team Finnland zählte zu den Top Favoriten bei dieser WM in der Schweiz. Die Finnen erwiesen sich im Rahmen ihrer Vorbereitung bereits als schlagkräftige Einheit und reisten gespickt mit vielen Stars aus der NHL zur diesjährigen WM.

Die DEB-Auswahl absolvierte seine Testspiele mit durchwachsenem Erfolg. Nach zwei Auftaktpleiten gegen die stets hochgehandelten Tschechen feierte man jeweils zwei Siege gegen die Slowakei und Österreich und musste gegen den amtierenden Olympiasieger und Weltmeister USA eine deutliche Niederlage hinnehmen. Nun galt es, gleich im ersten Spiel der Weltmeisterschaft gut in das Turnier zu starten, auch wenn der Gegner scheinbar eine Nummer zu groß war. Der letzte deutsche Erfolg bei einer WM gegen die Suomie datierte vom 21.5.19. Headcoach Harry Kreis vertraute auf seine NHL-Stars Grubauer, Seider und Samanski.

Special Team der Finnen knipst

In der neuen Swiss Life Arena musste Finnland auf drei Akteure verzichten: Erholtz, Paivarinta und Seppälä, während das deutsche Team aus dem Vollen schöpfen konnte. Für den Übersee Nachzügler Lukas Reichel, der noch geschont wurde, musste Dominik Bokk leider weichen und die Heimreise antreten. Diese erste Begegnung würde sicherlich schon als gute Standortbestimmung für den Fortgang des Turniers dienen. Es kam auf die gesunde Mischung von Talenten und Arbeitern an, um letztlich erfolgreich zu sein.

Time to shine – getreu diesem Motto wollte die DEB-Auswahl von Beginn an gute Akzente setzen und dem kompakten körperbetonten und strukturierten Spiel der Finnen Paroli bieten. Nichtsdestotrotz ging Finnland, das 13 NHL-Akteure im Roster hatte, beim ersten bärenstark aufgezogenen Powerplay durch Anton Lundell in der 9. Spielminute in Führung. Deutschlands erstes Überzahlspiel verbuchte zwei gute Chancen. Die Führung für Finnland war bisher hochverdient und Goalie Philipp Grubauer hielt seine Jungs im Spiel dank seiner grandiosen Paraden.

Eder: „Es fühlt sich gut an, es war ein ordentliches Spiel bisher. Wir müssen einen Weg finden, um erfolgreich zu sein.“

Seider mit Glanzrettungstat

Wow, welch eine grandiose Rettungstat von Moritz Seider gleich zu Beginn des Mitteldrittels: Chapeau, wie er die Scheibe, die schon auf dem Weg ins Tor sich befand, noch im Fallen rückwärts von der Linie kratzte. Dies führte im weiten Rund zu Szenenapplaus. Im zweiten deutschen Powerplay vermied Keeper Grubauer einen möglichen Shorthander. Jedoch verpuffte diese numerische Überlegenheit wirkungslos, obwohl man noch kurz vor dem Ablauf der Strafe Top Möglichkeiten hatte.

Finnland schaffte es die neutrale Zone schnell zu überbrücken und damit für enorme Gefahr zu sorgen. Alle guten Dinge sind drei, nun stand das dritte Powerplay auf der Agenda: auf diesem hohen internationalen Niveau musste nun bald ein Treffer fallen, doch auch dieses Mal blieb man glücklos und hätte fast nach der Rückkehr des Übeltäters das zweite Gegentor gefressen, doch Grubauer hatte was dagegen.

Sollte sich diese Ineffektivität am Ende rächen, denn nun gab es die nächste perfekte Gelegenheit mit einer vierminütigen Überzahl wegen Verletzungsfolge; und schon wieder lauerten die Finnen auf den Shorthander. Die ersten beiden Minuten verrannen und Josh Samanski vergab aussichtsreich. Letztlich konnte auch diese große Möglichkeit nicht in Zählbares umgemünzt werden. Wie sollte gegen diese defensiv soliden Finnen bei fünf gegen fünf ein Tor erzielt werden? Moritz Seider zeigte auch sein tolles Körperspiel.

Kahun: „Vom Ergebnis schaut es gut aus. Wir können nicht zufrieden sein, wenn wir so viel Powerplay spielen. Wir ackern viel und müssen mehr Pucks zum Tor bringen.“

Finnland im Powerplay treffsicher, Loibl verkürzt, Suomie effizienter

Rein vom Ergebnis war noch alles drin in dieser Partie für die DEB-Auswahl, doch früh im Schlussabschnitt befand man sich zum zweiten Mal in Unterzahl. Zur Erinnerung: der einzige Treffer fiel bei finnischem Powerplay. Und es kam wie es kommen musste, denn nach genialem Zuspiel netzte Jesse Puljujärvi in der 44. Spielminute unhaltbar zur 2 zu 0 Führung ein. So was nennt man Effizienz und Effektivität vom Allerfeinsten!

Goalie Philipp Grubauer hielt was zu halten war, doch die deutsche Mannschaft konnte sich nicht für den hohen Aufwand und das Engagement belohnen. Und auch Erik Mik verfehlte das Gehäuse, es war zum Verzweifeln bei prinzipiell nicht vielen Torchancen gegen die Suomie. Tatsächlich kam Deutschland in Person von Stefan Loibl in der 49. Spielminute zum hochverdienten Anschlusstreffer nach einer feinen Passstafette.

Es war noch genug Zeit auf der Uhr für noch mehr gegen diese Top Nation, welche indes erneut ein Überzahlspiel vor sich hatte: Keeper Grubauer packte etliche Big Saves aus. Erstmals überstand Deutschland ein finnisches Powerplay, was Mut machte für die Crunch Time. Was war noch drin in dieser mit Leidenschaft geführten Begegnung? In der 56. Spielminute machte wohl Aatu Raty den Deckel drauf, als er eine Unsicherheit in der deutschen Abwehr eiskalt ausnutzte.

Dreieinhalb Minuten vor der Schlusssirene ging Grubauer vom Eis und der sechste Feldspieler kam, doch es half am Ende nichts und musste die erste WM-Niederlage einstecken. Die DEB-Auswahl haderte mit seinem Powerplay, wo noch viel Luft nach oben war. Als bester Spieler wurde Keeper Philipp Grubauer ausgezeichnet.

Loibl: „Es war ein hartes enges Spiel, Grubi hat uns lange im Spiel gehalten. Der Unterschied war das Powerplay. Wir können auf einige Dinge aufbauen und im nächsten Spiel stärker rauskommen. Für mich persönlich fühlt es sich gut an, doch am Ende ist es nur ein Trostpreis.“

Grubauer: „Im ersten Drittel sind wir schwer reingekommen. Letztes Drittel war richtig stark, hatten Chancen kreiert. Die Special Teams machten heute den Unterschied. Die Jungs haben viele Schüsse geblockt, Hut ab!

WM 15.05.2026 – Auftaktmatch

Finnland – Deutschland 3:1 (1:0|0:0|2:1)

Tore:

1:0 |08.| Anton Lundell (Teravainen, Barkov) PP1
2:0 |44.| Jesse Puljujärvi (Teravainen, Lundell) PP1
2:1 |49.| Stefan Loibl (Gawanke, Hüttl)
3:1 |56.| Aatu Raty (Mäenalanen, Puljujärvi)

Haupt-Schiedsrichter: Holm (SWE) / Burzminski (CAN)

Zuschauer: 9.516

Bericht von: Hermann Graßl | Foto: City-Press GmbH

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