
IIHF WM 2026: Memories an eine gelungene Heim WM der Schweiz
Die diesjährige Eishockey Weltmeisterschaft in der Schweiz mit den beiden Austragungsorten Zürich und Fribourg erwies sich als Glücksfall für Fans, Organisatoren und Moderatoren. Diese internationale Großveranstaltung wird definitiv im Gedächtnis vieler Interessenten des schnellsten Sports der Welt bleiben.
Dank einer hervorragend präparierten und gestalteten Präsentation sowie einer absolut professionellen medialen Berichterstattung seitens der Schweizer Gastgeber kommt man nicht umhin festzustellen, dass die Messlatte für die nächste Heim WM in Deutschland wurde extrem hoch aufgehängt wurde.
Diese Weltmeisterschaft war gekennzeichnet von einer Woge der Begeisterung, die sich durch das ganze Land der kleinen Schweiz zog. Marketing at its best! Es blieb nirgendwo unbenommen, dass es zwei Wochen begeisterten Sport auf höchstem Level in unserem Nachbarland geben würde.
Die Swiss Life Arena zeigte sich in ihrem neuen Glanz und meldete bei allen Matches der Gastgeber ein schnelles „Sold out“. Eine bessere Werbung konnte es gar nicht geben. Die Schweiz befand sich 14 Tage lang im sportlichen Ausnahmezustand. Es war wunderschön zu beobachten, wie fast 10.000 Zuschauer mit dem roten Jersey ihrer Nati das Stadion zu einer Team Veranstaltung einhüllten und umrahmten. Hopp Schwiz Schals wohin das Auge nur wanderte. Unvergesslich war und ist auch, die neu kreierte Nationalhymne „W.Nuss vo Bümpliz“ im weiten Rund erschallend zu hören. Welch eine emotionale Atmosphäre hier von den eigenen Fans für ihre Protagonisten auf dem Eis ins Leben gerufen wurde. So etwas hat es zuvor noch nicht gegeben! Chapeau! Das verdient höchste Anerkennung! Das Maskottchen Cooly als fixer Bestandteil bei jedem Match hat seinen ureigenen Beitrag zu einer fantastischen Heim WM beigetragen und sich als Renner bei Jung und Alt erwiesen.
Sportlich betrachtet gab es zwar nicht das von allen Schweizern lang ersehnte Happy End mit der Goldmedaille, doch bei so einem Top Niveau auf dem internationalen Parkett entscheiden oft Kleinigkeiten und winzige Details über Sieg oder Niederlage.
Es mag verständlicherweise ein Stich ins heimische Herz gewesen sein im Moment des finalen Tores, doch die Eishockey Nation Schweiz darf und kann mit Fug und Recht mehr als stolz sein, zuhause seinen passionierten Fans alles gegeben zu haben. Und: vier Top Scorer unter den besten fünf lässt sich mehr als sehen! Vielleicht muss der Wein noch etwas mehr reifen, um bei der nächsten WM dann den hochverdienten Lohn der über viele Jahre harten Arbeit zu erhalten und die goldene Ernte einzufahren.
Außerdem ist es auch schön hervorzuheben, dass es nicht immer die traditionellen arrivierten Top Mannschaften sind, die am Ende ganz oben stehen. Es hat viel Spaß gemacht, auch so kleine Nationen wie Lettland oder insbesondere Norwegen weiter vorne zu finden. Der skandinavische Eishockey Zwerg ärgerte das Mutterland des Eishockeys und ergatterte verdientermaßen die Bronzemedaille dank einer grandiosen Teamleistung. Die stets leidenschaftlich agierenden Letten wuchsen ebenfalls über sich hinaus und repräsentierten ihre stolze Nation mit Bravour.
Eishockeygiganten wie Schweden oder die USA, die als Weltmeister und Olympiasieger beim Turnier antragen, hatten schwer zu kämpfen, um überhaupt unter die Top acht der Welt zu gelangen.
Die kleine Alpenrepublik Österreich machte auf sich aufmerksam und schrammte knapp am Einzug ins Viertelfinale vorbei. Großbritannien und Italien waren eine Bereicherung und ergänzten die Gruppen mit ihrem professionellen Auftreten.
Aus Sicht des Autors verdiente sich die deutsche Nationalmannschaft definitiv kein Ruhmesblatt und scheiterte erneut nach der Vorrunde. Dies war keine gute Referenz für die bevorstehende Heim WM 2027 an den Standorten Mannheim und Düsseldorf. Hoffentlich gibt es in der ex-post Analyse das richtige Learning und man die nötigen Schlüsse und Erkenntnisse aus dem teilweise blutleeren Auftreten ziehen. Es sollte für die DEB-Auswahl der ganz klare Anspruch sein, sich höhere Ziele zu setzen und diese dann auch mit allem was dazugehört und nach bestem Wissen und Gewissen umzusetzen.
Es ist durchaus erlaubt, sich von den Schweizern was abzuschauen für die eigene Organisation des Turniers. Man muss nicht immer das Rad neu erfinden, sondern es ist absolut legitim, sich Anregungen und Ideen aus unserem Nachbarland zu holen, um am Ende des Tages auch nur annähernd ein analoges großartiges Turnier mit eigener Identität ins Leben zu rufen.
Ich würde es mir jedenfalls wünschen und werde mich als Volunteer für den Sektor Presse & Medien bewerben, mein Steckenpferd.
Bericht von: Hermann Graßl | Foto: Citypress
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