
EHC Red Bull München kämpft Nürnberg nieder und sichert sich drei wertvolle Punkte
Der EHC Red Bull München empfing am 14. PENNY DEL Spieltag die Nürnberg Ice Tigers zum bayerischen Derby im SAP-Garden.
Der EHC Red Bull München zog am Freitag beim Derby in Straubing den Kürzeren und wollte mit einem Heimsieg gegen die starken Nürnberger den Anschluss an die Top drei nicht verlieren. Die letzten beiden Begegnungen gegen die Ice Tigers waren nicht von Erfolg gekrönt. Die Jungs von Headcoach Oliver David wollten sich mit einem guten Gefühl in die Länderspiel Pause verabschieden.
Die Nürnberg Ice Tigers bildeten das Überraschungsteam in dieser noch jungen Saison. Die Franken reisten mit einem Kantersieg zuhause gegen Wolfsburg in die Landeshauptstadt und wollten ihren zweiten Tabellenplatz vor der Deutschland-Cup Pause verteidigen und an Berlin dranbleiben. Dank vier aufeinanderfolgender Siege aus den letzten fünf Partien ging man mit großem Selbstvertrauen diese Aufgabe an.
Nürnberg strukturiert und erfolgreich
Die Red Bulls mussten versuchen, ihre Inkonstanz abzustellen; bisher konnte man nie mehr als zwei Spiele hintereinander gewinnen. Statistisch erwies sich der Mittelabschnitt für die Gastgeber am Ende entscheidend für einen Erfolg. Im ausverkauften SAP-Garden setzte Headcoach Oliver David auf das gleiche Line-Up wie gegen Straubing. München begann hellwach mit schnellen frühen Abschlüssen und verbuchte das erste Powerplay: die Gastgeber kombinierten sehr strukturiert, doch Nürnberg blockte leidenschaftlich Schüsse. Das PK der Franken erwies sich erneut als zielführend.
Der Ex-Münchener Jakob Weber hätte beinahe für Furore gesorgt in seinem ersten Spiel nach seinem Fußbruch. Das schnelle Umschaltspiel der Ice Tigers war sehenswert, welche nach dem Anfangsdruck der Hausherren besser in die Partie gelangten. Das erste Überzahlspiel der Franken sah hervorragend aus, das Gestänge rettete Keeper Antoine Bibeau. Nürnberg demonstrierte eindrucksvoll, warum sie in der Liga ganz oben mitspielen. Dann visierte Patrick Hager dank eines perfekten Schusses von der blauen Linie die Latte an.
Powerplay numero zwei stand an für die Gäste, das weitgehend wirkungslos verpuffte. Doch kaum war München wieder komplett, klingelte es doch noch hinter Keeper Bibeau, als Tyler Spezia den Rebound in der 17. Spielminute eiskalt verwertete. Julius Karrer hätte dann fast nachgelegt. Wie würde der EHC Red Bull München reagieren?
Spezia: „Wir haben das Spiel gut angenommen und wir wollen unsere Stärken in diesem Jahr gut nutzen. So eine Führung hier ist viel wert.“
Hager belohnt sich endlich
Die Ice Tigers überstanden dann das restliche Powerplay der Gastgeber. Tyler Spezia appellierte im Interview an die Disziplin im Team, wolle man auch hier was Zählbares mitnehmen. Doch erstmal musste Jakob Weber erneut in die Kühlbox. Veit Oswald hatte den Ausgleich auf dem Schläger, doch Keeper Treutle parierte bravourös. Dann ist es aber doch passiert, als einmal die Zuordnung in der Nürnberger Defensive nicht stimmte und Patrick Hager nach genialem Pass von Lukas Klok in der 30. Spielminute unhaltbar einschob.
München übernahm nun das Momentum und die Ice Tigers freundeten sich mit der Strafbank weiterhin an. Es brannte mehrfach lichterloh vor Niklas Treutle, doch mit Glück hielt man sich schadlos. Und schon wieder brachte sich das Team um Headcoach Mitch O’Keefe unnötig in Bedrängnis, denn es stand das nächste Powerplay für die Hausherren auf dem Programm: München agierte druckvoll und kombinationssicher, doch am Ende fand der Puck nicht den Weg ins Netz. Es war bereits das fünfte heimische Überzahlspiel, das die Red Bulls liegen ließen.
Nürnberg blieb indes unbeeindruckt und legte selbst wieder den Vorwärtsgang ein und setzte gute Akzente beim Powerplay, doch München rettete sich auch dank der Großtat von Keeper Antoine Bibeau in die Pause.
Oswald: „Es ist wieder ein ausgeglichenes Spiel und wir müssen weiter diszipliniert agieren. Nürnberg ist ein gutes Team, läuferisch sehr gut. Es ist ein richtiges Battle, ein echter Kampf. Wir müssen ihnen möglichst wenig Raum und Zeit geben, dann holen wir es uns.“
EHC Red Bull München dreht die Partie
Nürnberg startete noch mit dem restlichen Powerplay, was aber nichts einbrachte. Es blieb weiter spannend und es wurde turbulent vor Niklas Treutle, doch die Scheibe wollte einfach nicht hinter die Linie trudeln. Der Außenpfosten rettete ihn, doch das Nürnberger Urgestein war schnell unten und setzte seinen ganzen Körper ideal ein für seine Rettungsaktionen. Nürnberg verbuchte Top Chancen, doch in der 49. Spielminute drehte der EHC Red Bull München die Partie zu seinen Gunsten, denn Lukas Klok markierte mit seinem Premierentor in der DEL den zweiten Treffer für seine Farben. Dieses Erfolgserlebnis für die Landeshauptstädter hatte sich angedeutet.
Die Gastgeber erwiesen sich im Schlussabschnitt als das agilere Team mit den besseren Gelegenheiten. Die Ice Tigers kamen nun nicht mehr so entschlossen und zielorientiert vor den Kasten von Keeper Antoine Bibeau. München war mittlerweile tonangebend und optisch überlegen. Nun gab es mal wieder ein Powerplay für die Gäste: Bibeau lief zur Höchstform auf und holte die Kohlen aus dem Feuer bei erstklassigen Möglichkeiten für die Ice Tigers. München überstand mit viel Laufbereitschaft und Willenskraft fast vier Minuten in Unterzahl und belohnte sich letztlich mit drei Zählern.
Klok: „Wichtig war, dass wir in diesem Spiel gewonnen haben. Es war von uns ein tolles Match, was auch am Gegner lag. Es war eine Teamleistung. Ich hoffe, dass alle nach der Pause wieder zurückkommen, sie haben eine wichtige Rolle bei uns.“
Weber J.: „Es war ein besonderes Spiel für mich hier. München weiß wie man mit einer Führung agiert, wir hatten schon die Chancen zum Ausgleich. Wir sind schon die Überraschung der Saison. Uns fehlt immer noch ein Verteidiger.“
EHC Red Bull München – Nürnberg Ice Tigers 2:1 (0:1|1:0|1:0)
Tore:
0:1 |17.| Tyler Spezia (Barratt, Headrick)
1:1 |30.| Patrick Hager (Ehliz, Klok)
2:1 |49.| Lukas Klok (Hirose T.)
Haupt-Schiedsrichter: Palkovi (HUN) / Schadewaldt (GER)
Zuschauer: 10.796 (ausverkauft)
Bericht von: Hermann Graßl | Foto: City-Press GmbH
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