
Deutschland mit Dämpfer gegen hartnäckiges Team aus Lettland
Im Düsseldorfer PSD Bank Dome empfing Deutschland beim diesjährigen European Cup of Nations im Abendspiel das Team aus Lettland.
Team Deutschland ging mit einem Erfolgserlebnis in die zweite Partie gegen die starken Letten, welche verdient die Slowakei besiegt hatten. Headcoach André Rankel war mit der Performance seiner Mannschaft sehr zufrieden: für ihn stimmte der Compete-Level, die Einstellung und das gesamte Auftreten. Veit Oswald und Julian Napravnik standen ebenso neu im Line-Up wie Tobias Ancicka im Tor.
Team Lettland, das den Cup 2020 gewann, wies die hoch eingeschätzten Slowaken mit einem Sieg nach Verlängerung in die Schranken. Die stets kompakt auftretenden Letten zeigten einen beherzten Auftritt und verdienten sich den Auftakterfolg redlich. Insbesondere sorgte der grandios herausgespielte Führungstreffer von Rihards Meinalksnis für Furore; es war kein klassisches Powerplaytor, sondern ein famoses geniales Solo des Torschützen.
Deutschland bärenstark unterwegs
Es war das 45. Länderspiel zwischen diesen beiden Kontrahenten. Die DEB-Auswahl musste vor allem vor der ersten lettischen Formation auf der Hut sein, deren Akteure allesamt international unterwegs sind. Den inoffiziellen Puck-Einwurf übernahm Felix Schrader von der Para Eishockey-Nationalmannschaft. Das traditionelle Kamin Rot der lettischen Jerseys stach besonders hervor und der erste deutsche Wechsel machte schon mal einen hervorragenden Eindruck, der aggressive Forecheck des deutschen Teams war sehenswert.
Die Hausherren verbuchten früh etliche Top Chancen und zeigten einen beherzten Start. Schön zu beobachten war das intensive kommunikative Coaching von André Rankel hinter der Bande. Die DEB-Mannschaft hatte klar mehr von der Partie und war spielbestimmend. Es fehlte bislang nur die hochverdiente Belohnung in Form von Toren. Mitte des Drittels kam Lettland besser in den gegnerischen Slot. Der Titelverteidiger haderte mit seinen Möglichkeiten. Sollte sich dieser Chancenwucher am Ende rächen? Nach einem weitgehend dominanten Auftreten von Deutschland ging es mit einem torlosen Remis in die Kabine. Die Fans hatten Spaß zuzuschauen.
Napravnik: „Wir spielen mit sehr viel Speed und hatten viele Chancen. Die offenen Tore sind die schwersten. Wir tauschen uns sehr gut aus hier im Team.“
Lettland zwei Mal erfolgreich, N. Heigl mit Shorthander
Es ging im Mittelabschnitt furios los mit dem eiskalt verwandelten Konter der lettischen Top Reihe in der 21. Spielminute, als plötzlich drei Spieler komplett frei vor Goalie Ancicka auftauchten. Es waren nur 37 Sekunden absolviert, als man zum ersten Mal in diesem Turnier durch Bruno Osmanis in Rückstand geriet, weil man viel zu weit aufgerückt war. Auf diese Weise holten sich die sehr effizienten Letten frische neue Energie, was das Unterfangen für die DEB-Auswahl noch schwieriger gleichwohl interessanter werden ließ. Nun galt es, auf diese Situation entsprechend zu reagieren.
Lettland stellte alle seine Sturmreihen um, was sich auf ihre Spielweise sofort positiv auswirkte. Die Gäste kamen wie verwandelt aus der Kabine und agierten zielstrebiger. Die lettische Mannschaft agierte nun im Powerplay, doch Deutschland glich durch den Shorthander von Nikolaus Heigl in der 29. Spielminute aus. Doch die Freude über diesen Treffer währte nicht lange, denn in der 32. Spielminute ging Lettland in Person von Kristians Rubins erneut in Führung. Inzwischen verlief die Partie ausgeglichen mit Chancen hüben wie drüben.
Vielleicht half das erste deutsche Powerplay, um den Ausgleich wieder herzustellen: die Effizienz im Auftaktmatch gegen Österreich machte Mut, doch die Letten hielten sich schadlos und blieben brandgefährlich bei ihren Vorstößen. Im Schlussabschnitt war somit für Spannung und Dramatik gesorgt.
Heigl N.: „Man überlegt nicht so viel beim Tor. Lettland war definitiv effizienter. Wir müssen kaltschnäuziger spielen. Ich probiere alles, dass noch eins fällt.“
Empty Netter von Lettland
Im Schlussabschnitt hieß es nun für die DEB-Auswahl, die eigene Effizienz zu optimieren und die Letten niederzuringen, die weiterhin kompakt und körperbetont auftraten. Die deutsche Mannschaft überstand ihr zweites Unterzahlspiel und legte wieder den Vorwärtsgang ein. Der Youngster Max Calce erwies sich auch in dieser Partie als quirliger Aktivposten. Die Jungs von Headcoach André Rankel waren auf der Suche nach dem Dosenöffner, doch Lettland zeigte sich in der eigenen Zone als stark verbessert und hielt sein Abwehrbollwerk. Team Lettland blockte leidenschaftlich und setzte auf sein bewährtes Konterspiel.
Knapp 10 Minuten noch zu absolvieren, um die Aufholjagd einzuläuten. Der lettische Keeper schien wegen seiner häufigen Rebounds die Schwachstelle zu sein und ihn galt es mehr zu beschäftigen. Lettland schaltete auf Passivmodus und man verwaltete den knappen Vorsprung. Überzahlspiel für Deutschland: es ergaben sich tolle Möglichkeiten. Nichtsdestotrotz machte Lettland den Deckel drauf mit dem Empty Netter durch Rodrigo Abols in der 59. Spielminute.
Letztendlich musste sich die DEB-Auswahl die Niederlage selbst zuschreiben, als man im ersten Drittel die vielen Chancen nicht verwertete. Ansonsten honorierte das fachkundige Publikum die gute Leistung der deutschen Mannschaft.
Blank: „Es war ein sehr gutes Spiel, es lag heute an der Chancenverwertung. Wir ließen die Letten zu sehr kommen. Es war temporeich, wir hielten gut dagegen und hatten gute Offensivwechsel.“
Calce: „Wir hatten ganz große Chancen, die wir einfach nicht nutzten. Heute war die Umsetzung etwas schlechter als am Donnerstag. Die Jungs haben mich gut aufgenommen und es macht Spaß mit ihnen zu spielen. Ich bekomme viele gute Tipps.“
Best Player of the game:
Team Lettland: # 74 Punnenovs (GC)
Team Deutschland: # 48 N. Heigl
European Cup of Nations alias Deutschland_Cup, 07.11.2025
Deutschland – Lettland 1:3 (0:0|1:2|0:1)
Tore:
0:1 |21.| Bruno Osmanis (Krastenbergs, Rubins)
1:1 |29.| Nikolaus Heigl SH1
1:2 |32.| Kristaps Skrastins (Osmanis, Rubins)
1:3 |59.| Rodrigo Abols (Andersons) EN
Haupt-Schiedsrichter: K. Hinterdobler / Rohatsch
Zuschauer: 8.107
Zusammenfassung Spielbericht: Slowakei gegen Österreich
Die Slowakei ließ gegen Österreich nichts anbrennen und siegte deutlich
Im Nachmittagsmatch kam es zur Begegnung zwischen der Slowakei und Österreich. Nach einem ausgeglichenen ersten Drittel entschied die Slowakei die Partie im Mittelabschnitt zu seinen Gunsten. Eine vier zu Null Führung war für die Alpenrepublick nicht mehr aufzuholen. Insbesondere der frühe Doppelschlag nach sage und schreibe nur 6 Sekunden bzw. 77 Sekunden sorgte für klare Verhältnisse. Letztlich machten die Slowaken das halbe Dutzend voll und düpierten Österreich, das die zweite Niederlage bei diesem Turnier kassierten. Ein Torschussverhältnis von 36 zu 15 sprach am Ende Bände zugunsten der Slowakei.
European Cup of Nations, ehemals Deutschland_Cup, 07.11.2026
Slowakei – Österreich 6:1 (0:0|4:1|2:0)
Tore:
1:0 |01.| Samuel Bucek (Myklukha O.)
2:0 |02.| Oleksii Myklukha (Regenda, Chromiak)
3:0 |06.| Marek Valach (Studenic, Chromiak) PP1
4:0 |10.| Sebastian Cederle (Chromiak, Valach) PP1
4:1 |19.| Lucas Thaler (Wukovits, Nickl)
5:1 |51.| Oleksii Myklukha (Bucek)
6:1 |57.| Samuel Bucek (Jellus, Myklukha)
Bericht von: Hermann Graßl | Foto: DEB / City-Press GmbH
Eishockey-Online Network
