Wahnsinn – welch ein fulminanter Comeback Sieg von Deutschland gegen die Slowakei! Max Calce mit Debuttreffer!

8.November 2026DEB, Nationalmannschaft

Im Düsseldorfer PSD Bank Dome empfing Deutschland beim diesjährigen European Cup of Nations im abschließenden Gruppenspiel das Team aus der Slowakei.

Interessante Randnotiz: Am heutigen 8. November feierte die DEG ihren 91. Geburtstag. Vielleicht war dies der ideale Zeitpunkt für einen positiven Turnierabschluss.

Team Deutschland musste gegen Lettland am Vortag einen Rückschlag hinnehmen und konnte seinen Titel nicht mehr verteidigen, nachdem die Letten gegen Österreich am Vormittag klar gewannen. Es galt nun, einen versöhnlichen Abschluss des Deutschland-Cups für die Fans auf das Eis zu zaubern. Vereinbarungsgemäß stand Jonas Settmer im Tor und Luis Schinko als auch Julius Karrer bekamen ihre Chance, den Adler auf der Brust zu tragen. Dominik Bokk kehrte ins Line-Up zurück, während sich Yasin Ehliz und Colin Ugbekile eine Pause gönnen durften.

Team Slowakei gab sich gegen Österreich keinerlei Blöße und konnte gegen Deutschland nur noch um Tabellenplatz zwei streiten. Slowakei gegen Deutschland, das war bislang immer ein echter Klassiker und stets hart umkämpft. Die Slowaken wollten das Erfolgserlebnis gegen die Alpenrepublik mitnehmen und daran gegen den Gastgeber nahtlos anknüpfen.

Slowakei verdient in Führung     

Im abschließenden Match gegen die Slowakei ging es vorwiegend darum, eine gute Reaktion auf die gestrige Niederlage zu zeigen und binnen kurzer Zeit gegen eine renommierte Eishockeynation auf höchstem Niveau zu bestehen. Goalie Jonas Stettmer bestritt erst sein zweites Länderspiel. Insgesamt standen sich beide Nationen zum 91. Mal gegenüber, wobei diese Partie die 27. Begegnung beim Deutschland-Cup darstellte. Bislang gab es dabei 12 Siege für den Gastgeber.

Nach guter Anfangsphase ging die Slowakei in der 6. Spielminute in Person von Patrik Hrehorcak in Führung, nachdem man die Scheibe unnötig beim Aufbau verlor. Die Hausherren blieben vom Rückstand unbeeindruckt und erspielten sich ihrerseits sehr gute Möglichkeiten, hatten aber dann Glück bei einem slowakischen Pfostentreffer. In der neutralen Zone agierte das DEB-Team noch etwas zu passiv und sah sich dann für kurze Zeit einer 3 gegen 5 Unterzahl gegenüber. Dies war eine brenzlige Konstellation, doch das PK funktionierte sehr gut und man blieb ohne weiteres Gegentor.

Im eigenen ersten Powerplay war noch viel Luft nach oben: die Passwege stimmten nicht so wie man es sich vorstellte. Die Slowakei wirkte frischer, aktiver und zwingender. Die Regenerationsphase war bei Team Deutschland geringer. Headcoach André Rankel würde sicher den Compete-Level beim Pausentee ansprechen.

Loibl: „Es war nicht schlecht von uns, der Start war ganz gut. Unser Unterzahlspiel war effektiv. Wenn wir unserem Game Plan treu bleiben, dann wird das noch was werden.“

Doppelschlag der Slowakei

Auch zu Beginn des Mittelabschnitts ging es für die Slowakei oft zu einfach in die gegnerische Zone vorzudringen. Erschwerend hinzu kam das nächste Powerplay für die Gäste. Der Spielfluss litt etwas unter den vielen Unterbrechungen. Nach dem Powerbreak sahen die Zuschauer den besten Wechsel der deutschen Mannschaft. Hier waren die Heigl Brüder maßgeblich beteiligt. Trotz Powerplay kam die Slowakei zu Top Chancen in Unterzahl.

Positiv war bislang die effektive Arbeit der Special Teams bei den Gastgebern. Nichtsdestotrotz erhöhte die Slowakei in der 37. Spielminute durch Pavol Regenda. Die Slowaken erwiesen sich einfach viel effizienter bei ihrer Chancenverwertung im Gegensatz zum deutschen Team. Und es kam noch schlimmer, denn Marek Valach markierte den dritten slowakischen Treffer. Dies ging zu simpel, die Zuordnung fehlte und der Torschütze war mutterseelenallein vor Stettmer. Die Slowakei konnte viel zu unbedrängt die neutrale Zone überwinden. Wieder mal konnte man sich nicht für die vielen Gelegenheiten belohnen: es fehlte die nötige Power, man agierte oft zu unkonzentriert.

Kastner.: „Wir machen einige unnötige Turnover. Es gab gute Plays. Wir müssen uns zusammenreißen und haben noch 20 Minuten, um das Ding zu drehen. Wir brauchen ein dreckiges Tor und werfen alles in die Waagschale.“

Traumstart für DEB-Team, das die Partie komplett dreht

Im Schlussabschnitt galt es jetzt, aus diesem Turnier noch ein gutes Gefühl mitzunehmen und das letzte Drittel zumindest zu gewinnen. Ein frühes Erfolgserlebnis könnte bei einer Aufholjagd hilfreich sein. Und tatsächlich klappte dieses Unterfangen auch in der 42. Spielminute in Person von Thomas Heigl, der den Schuss von Mario Zimmermann geschickt abfälschte. War dies die Initialzündung für die Wende? Der Energielevel war jedenfalls wieder hochgefahren und es blieb definitiv genügend Zeit für noch mehr, doch erst musste man die Unterzahl überstehen, was schließlich souverän gelang.

Die Hausherren agierten nun bissiger und zielstrebiger und bekamen das nächste Powerplay zugesprochen: Max Calce übernahm viel Verantwortung und ihm gelang tatsächlich in seinem dritten Länderspiel sein Premierentreffer. Jetzt bekamen die Zuschauer ein richtiges Eishockeyspiel geboten mit viel deutschem Offensivdrang. Plötzlich agierte die DEB-Auswahl wie ausgewechselt, musste jedoch wieder mit der Kühlbox Vorlieb nehmen. Man nahm zu viele Strafzeiten, doch die special teams klickten perfekt.

In der 53. Spielminute sorgte Tobias Rieder dank seines Geniestreichs für den verdienten Ausgleich. Nun glich die Halle einem Tollhaus und man staunte nicht schlecht über die Leidenschaft und den Zug zum Tor seitens der Hausherren, die im letzten Drittel wie entfesselt auftraten. Kaum zu glauben, wie effektiv die deutsche Mannschaft spielte, denn in der 58. Spielminute netzte Wojtek Stachowiak sogar zur erstmaligen Führung ein, die man bis zur Schlusssirene auch nicht mehr abgab.

Wow, welch eine Leistungssteigerung der deutschen Mannschaft, Chapeau! Max Calce verdiente sich die Ehrung als bester Spieler!

Calce: „Wir hatten ein tolles Comeback, es war ein super Tag. Wir blieben letztlich ruhig. Es fühlt sich richtig gut an, der Mannschaft helfen zu können.“

Stachowiak: „Die ersten zwei Drittel waren emotional und intensiv. Ich freue mich sehr, dass wir das noch drehen konnten. Wir appellierten an uns in der Kabine, dass wir die Woche gut beenden wollten. Wir zeigten im letzten Drittel Charakter.“

European Cup of Nations alias Deutschland_Cup, 08.11.2025

Deutschland – Slowakei 4:3 (0:1|0:2|4:0)

Tore:

0:1 |06.| Patrik Hrehorcak (Roman M., Cacho V.)
0:2 |37.| Pavol Regenda (Turan, Myklukha)
0:3 |39.| Marek Valach (Gajdos)
1:3 |42.| Thomas Heigl (Zimmermann, Oswald)
2:3 |48.| Max Calce (Bokk, Hüttl) PP1
3:3 |53.| Tobias Rieder (Bokk, Stachowiak) PP1
4:3 |59.| Wojtek Stachowiak (Rieder, Hüttl) PP1

Zusammenfassung Spielbericht:   Lettland gegen Österreich

Lettland sichert sich den zweiten Turniersieg nach 2020

Am späten Vormittag kam es zur Begegnung zwischen Lettland und Österreich. Die Letten, die tags zuvor den Gastgeber und Titelverteidiger besiegten, sorgten gleich im ersten Drittel mit drei Treffern für die Vorentscheidung und ließen bis zum Schluss nichts mehr anbrennen. Beim Stand von 5 zu 0 für Lettland kam Österreich kurzzeitig mit zwei Treffern heran. Bei einer nahezu ausgeglichenen Torschussstatistik war mal wieder die Effizienz der Letten spielentscheidend. Mit diesem klaren Erfolg sicherte sich Team Lettland nach 2020 vorzeitig die Siegertrophäe im PSD Bank Dome zu Düsseldorf.

European Cup of Nations, ehemals Deutschland_Cup, 08.11.2026

Lettland – Österreich 6:2 (3:0|2:2|1:0)

Tore:

1:0 |10.| Bruno Osmanis (Skrastins)
2:0 |13.| Felikks Gavars (Andersons, Smons) PP1
3:0 |18.| Renars Krastenbergs (Andersons) PP1
4:0 |27.| Renars Krastenbergs (Andersons, Melnalksnis) PP1
5:0 |30.| Rudolfs Polcs (Serkins, Andersons)
5:1 |32.| Benjamin Baumgartner (Thaler, Nickl) PP1
5:2 |34.| Vinzenz Rohrer (Baumgartner, Huber)
6:2 |42.| Raimonds Vitolins (Veckaktins, Zabusovs)

Bericht von: Hermann Graßl | Foto: DEB / City-Press GmbH

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