
Erneutes Torspektakel in Ingolstadt mit dem besseren Ende für den EHC Red Bull München, der ins Halbfinale einzieht
In der Saturn Arena duellierten sich die beiden bayerischen Teams des ERC Ingolstadt und von EHC Red Bull München im Spiel sechs der Viertelfinalserie.
Der ERC Ingolstadt war gezwungen sein Heimspiel getreu dem Motto ‚Do or Die‘ unbedingt zu gewinnen, wollte man eine vorzeitige Sommerpause vermeiden. Es sollte einerseits an den letzten furiosen Auftritt zuhause angeknüpft und schließlich mit viel Offensivpower die Landeshauptstädter in die Knie gezwungen werden. Das Tor hütete Brett Brochu anstelle von Devin Williams.
Der EHC Red Bull München wollte seinen ersten Matchpuck verwandeln und die letzte Pleite bei den Panthern vergessen machen. Bisher gab es Tore satt in diesem brisanten sehr hitzig geführten bayerischen Derby, das nun in seine heiße Endphase ging. Headcoach Oliver David setzte auch heute auf den Torinstinkt von Tobi Rieder, der bisher jedes Mal gepunktet hatte.
Blitzstart für EHC Red Bull München, Ingolstadt dreht Spiel
Bisher hatte stets diejenige Mannschaft gewonnen, die in Führung ging: würde sich diese Statistik fortsetzen und sollte es erneut eine Torflut geben für die Fans? Kapitän Patrick Hager konnte indes für die Gäste nicht mitwirken. Es dauerte nicht lange, bis Adam Brooks die erste Chance verbuchte. Man war gespannt, ob dieses richtungsweisende Match wieder von hoher Physis und vielen Strafzeiten geprägt war. In der 3. Spielminute eröffnete Taro Hirose den Torreigen auch dank eines Torwartfehlers von Brett Brochu, der beim Herauslaufen die Scheibe nicht final klären konnte.
Die Hausherren mussten sich erstmals schütteln von diesem Schock und produzierten langsam ihre Gelegenheiten. München war erpicht mit schnellen Vorstößen in den Slot für Gefahr zu sorgen, gerade dort, wo der ERC Ingolstadt bisher so viele Gegentore hinnehmen musste. In der 13. Spielminute veredelte Philipp Krauß einen Rebound vor Bibeau zum vielumjubelten Ausgleich. Und damit nicht genug: in der 17. Spielminute schnürte Philipp Krauß seinen Doppelpack, als er mutterseelenallein vor Bibeau einnetzte. Schon wieder traf die vierte Formation von Ingolstadt, in der auch sein Bruder Johannes stand, der einen Assist ergatterte.
Hirose: „Wir machten zu viele Fehler. Wir müssen mehr Verkehr vor dem Tor kreieren und unser Puck Management optimieren und die Turnovers vermeiden.“
Traumstart für EHC Red Bull München und weiter Torspektakel
Der Mittelabschnitt begann wieder mit einem Paukenschlag, denn nur 41 Sekunden waren absolviert und München gelang der Ausgleich in Person von Maxi Daubner aus spitzem Winkel. Schon wieder ein Blitzstart für die Gäste, doch die Hausherren erhöhten ihren Druck mit viel Offensivpower vor Antoine Bibeau, der schließlich in der 25. Spielminute zum dritten Mal überwunden wurde: Torschütze war Rückkehrer Morgan Ellis mit seinem Distanzschuss. Ingolstadts Effizienz bewahrheitete sich erneut zu Beginn dieses zweiten Drittels. Die bisher gewohnte Torflut ging munter weiter, denn nur knapp 100 Sekunden danach glich Philipp Krening für München wieder aus.
Was hatte dieses Match noch so alles zu bieten? Bislang gab es noch keine einzige Strafzeit zur Hälfte der Spielzeit. In der 32. Spielminute holte sich der EHC Red Bull München die Führung in Person von Chris DeSousa zurück, als er einen zwei auf eins Konter eiskalt verwertete. Auch heute wurden die Zuschauer mit zahlreichen Treffern verwöhnt, was den Headcoaches sicherlich nicht gefiel. Abbott Girduckis verpasste den Ausgleich, weil ihm die Scheibe in letzter Sekunde versprang. In der 38. Spielminute wurde die erste Strafe gegen München ausgesprochen: Ingolstadt zog aus allen Positionen ab und wollte den Ausgleich erzwingen, was trotz bester Abschlüsse nicht gelang.
Ellis: „Wir müssen uns in der Pause neu formieren und uns auf München im letzten Drittel einstellen. München nutzt unsere Fehler eiskalt aus. Wir müssen einfach spielen und dann werden wir auch belohnt.“
Tobias Rieder mit Traumtor für den EHC Red Bull München
Der EHC Red Bull München setzte auch im Schlussdrittel die erste Duftmarke und Tobias Rieder hätte beinahe die dicke Möglichkeit zum nächsten Treffer gehabt. Wie würden nun die Münchener agieren mit dieser hauchdünnen Führung im Rücken? Nur den Verwaltungsmodus zu wählen, wäre bekanntlich keine gute Idee, um nicht am Ende für diese Passivität bestraft zu werden. In der 48. Spielminute erzielte Tobias Rieder ein Traumtor; war dies bereits die Vorentscheidung für den Einzug ins Halbfinale? Es wurden in einem Playoff Heimspiel wieder zu viele Gegentore geschluckt. Was konnte Ingolstadt noch anbieten?
Der ERC Ingolstadt musste nun mehr riskieren und Maxi Kastner hätte dies beinahe genutzt. München ließ wenig zu und die Gastgeber schafften es noch nicht, hochkarätige Chancen zu kreieren. Nun brach die Crunch Time an, wann würde Mark French seinen Goalie ziehen zugunsten eines sechsten Feldspielers? Fünfeinhalb Minuten vor der regulären Schlusssirene ging Brett Brochu vom Eis und dieser Schachzug ging schnell nach hinten los, denn Albert Smits markierte den Empty Netter. Der Ingolstädter ging danach erneut vom Eis, um alles in die Waagschale zu werfen. Chris DeSousa netzte in der 58. Spielminute zum zweiten Empty Netter ein und der EHC Red Bull München zog ins Halbfinale ein, wo man nun gegen die Adler Mannheim antreten muss.
ERC Ingolstadt – EHC Red Bull München 3:7 (2:1|1:3|0:3)
Tore:
0:1 |03.| Taro Hirose (Rieder)
1:1 |13.| Philipp Krauß (Hüttl, Breton)
2:1 |17.| Philipp Krauß (Pietta, Krauß J.)
2:2 |21.| Maxi Daubner (Murphy, Hirose)
3:2 |25.| Morgan Ellis (Krauß J.)
3:3 |27.| Philipp Krening (Heigl)
3:4 |32.| Chris DeSousa (Ferguson, Smits)
3:5 |48.| Tobias Rieder (Smits, Hirose)
3:6 |55.| Alberts Smits EN
3:7 |58.| Chris DeSousa (Krening) EN
Haupt-Schiedsrichter: Ansons (LAT) / Herbert (CAN)
Zuschauer: 4.591 (ausverkauft)
Bericht von: Hermann Graßl | Foto: City-Press GmbH
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