
Nach sensationeller Aufholjagd endet die Saison für die Straubing Tigers in Berlin
Nach sechs hart umkämpften Spielen gelang Berlin der Lucky Punch in der 77. Minute der Verlängerung. Zweimal waren die Eisbären mit zwei Toren in Front und zweimal kamen die Tigers zurück und konnten die Verlängerung erzwingen. In der Overtime hatten beide Teams ihre Möglichkeiten. Als Vikingstad das Siegtor erzielte und sein Team ins Halbfinale schoss, endete auch zugleich die Karriere von Kapitän Mike Connolly. Marcel Brandt nach dem Spiel: “Es ist schwer in Worte zu fassen, dass wir hier wieder ausscheiden, nachdem wir zweimal so zurückgekommen sind.” Die Viertelfinalserie endete mit 4:2 für die Eisbären Berlin.
Straubing verliert die Führung
Straubing begann forsch und überraschte die Gastgeber sogar. Die erste Strafe zog dann Bergmann und die Tigers kamen zu zwei hochkarätigen Chancen und hätten eigentlich in Führung gehen müssen. Auf der anderen Seite packte Haukeland die Grätsche gegen Pföderl in letzter Sekunde aus. Beim Spielzug zur Führung der Tigers setzte sich Marcel Brandt durch und verlud Stettmer im Tor in bester Manier. Doch die Freude währte nicht Lange. Nur 53 Sekunden später machte es Yanick Veilleux genauso und glich zum 1:1 aus. Der Spielverlauf bis dahin wurde von Andi Eder 25 Sekunden vor der Sirene auf den Kopf gestellt. Sein Tor brachte die Pausenführung für Berlin.
Zweifacher Rückstand
Es waren auch die Hausherren, die besser aus der Kabine kamen und nach den ersten Aktionen traf Adam Smith sogar zum 3:1. Sein Schuss war von Haukeland überhaupt nicht zu sehen. Straubing berappelte sich wieder und erzielte durch Nick Halloran das erste Tor im Powerplay an diesem Nachmittag. Die Gäste machten nun wieder mehr Druck und Adrian Klein, der bei einem fliegenden Wechsel gerade von der Bank kam, zog von der blauen Linie ab zum 3:3 Ausgleich. Straubing hatte nun das Momentum für sich, doch Berlin ist mit allen Wassern gewaschen. Ty Ronning kam durch, musste vor Haukeland noch einmal abdrehen und als Green unerklärlicherweise einfach als Zuschauer fungierte, traf Ronning in den Winkel. Dem ganzen setzte Jonas Müller 8 Sekunden vor der Sirene noch die Krone auf, als er das Ergebnis auf 5:3 stellte.
Comeback in letzter Sekunde
Viele der Fans fragten sich, ob die Tigers nochmal im Stande wären, erneut einen zwei Tore Rückstand gegen den amtierenden Meister aufzuholen. Die Antwort kam durch Tim Fleischer im Powerplay aus spitzem Winkel. Noch war genügend Zeit auf der Uhr, um ein Tor aufzuholen. Straubing legte sich ins Zeug und Coach Woodcroft nahm Haukeland für einen weiteren Spieler vom Eis. Als sich eine große Lücke in der Abwehr der Eisbären auftat, sah Merkely seinen Mitspieler Nick Halloran, der den Puck bei Goalie Stettmer durch die Beine brachte, zum fast schon nicht mehr für möglich gehaltenen Ausgleich. Fast wäre es nicht zur Verlängerung gekommen. Green, der vorher noch zögerlich gegen Ronning agierte, kratzte bei der letzten Chance in der regulären Spielzeit den Puck gerade noch so von der Linie.

Ein Schuss ins Herz
Zwei Tage zuvor konnte Straubing die Verlängerung für sich entscheiden und das war noch in den Köpfen der Spieler. Berlin begann verhalten und versuchte keine Fehler zu machen, während Straubing mutiger war. Ein Schuss von Allison sprang von der Bande zurück an den Schoner von Stettmer und kullerte nur Zentimeter am Tor vorbei. Das hätte Spiel 7 in Niederbayern bedeutet. Doch es kam anders. Für eine Sekunde verlor man Markus Vikingstad aus den Augen und er nahm das Zuspiel von Bergmann direkt. Mit diesem Schuss beendete er die Träume der Tigers und ließ die Fans der Eisbären im überschwänglichen Jubel ausrasten.
Eisbären Berlin – Straubing Tigers : 6:5 n.V. (2:1 | 3:2 | 0:2 | 1:0)
0:1 |17.| Marcel Brandt (McKenzie)
1:1 |18.| Yannik Veilleux (Bergmann, Wissmann)
2:1 |20.| Andreas Eder (Vikingstad)
3:1 |23.| Adam Smith (Ronning, Tiffels)
3:2 |28.| Nick Halloran (Brandt, Merkley) – PP 1
3:3 |30.| Adrian Klein (Loibl, Connolly)
4:3 |37.| Ty Ronning (Wissmann, Pföderl)
5:3 |40.| Jonas Müller (Ronning)
5:4 |49.| Tim Fleischer (Hede, Merkley) – PP 1
5:5 |59.| Nick Halloran (Merkley, Leonhardt) – Empty Net
6:5 |77.| Markus Vikingstad (Bergmann, Smith)
Zuschauer: 14.200 (Ausverkauft)
Bericht von: Markus Altmann | Foto: Citypress
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