
IIHF U-18 WM: Deutschland steigt nach dramatischem Match ab
Vor dem Beginn der Viertelfinalpartien bei der diesjährigen U-18 Weltmeisterschaft stand noch das Relegationsmatch zwischen der deutschen Mannschaft und Norwegen in Trencin auf der Agenda.
Für die DEB-Auswahl hieß es, in der Relegation gegen das bislang sieglose Norwegen den drohenden Abstieg zu verhindern.
Deutschland dominiert, Norwegen eiskalt
Die deutsche Mannschaft musste aus Bratislava nach Trencin umziehen, wo man im renommierten Pavol Demitra Stadion gegen Norwegen in diesem Do or Die Match antreten musste. Alles, was bislang stattfand in der Vorrunde, zählte nun nicht mehr: es kam nur auf dieses einzige Spiel an! Bereits beim Warm-Up war Feuer drin, als man sich an der roten Linie zu nahekam und etwas Trash Talk ausgetauscht wurde.
Die DEB-Auswahl startete mit einer ersten guten Möglichkeit durch Leon Lell, ein Aktivposten. Die ersten Minuten hielt Deutschland den Gegner gut in Schach und ließ ihnen wenig Raum zur Entfaltung. Im ersten deutschen Powerplay gab es zwei Abschlüsse zu verzeichnen, doch man blieb glück- und erfolglos. In der 14. Spielminute indes ging Norwegen durch Marcus Saether in Führung, ein Nackenschlag für die DEB-Auswahl, welche anfangs tonangebend agierte.
Norwegen hielt die Physis sehr hoch und bereitete Deutschland dadurch Probleme. Die Skandinavier erspielten sich mittlerweile ein Chancenplus und wirkten präsenter als die deutsche Auswahl, welche sich nun in Unterzahl bewähren musste und dies auch gelang.
Traumstart für Norwegen, Calce verkürzt
Kaum zu glauben: welch ein Blitzstart für die Norweger, die nach nur 28 Sekunden ihren zweiten Treffer markierten in Person von Niklas Aaram-Olsen, der völlig unbedrängt verwandelte. Dies war ein weiterer Schock für die DEB-Auswahl, die nun ein dickes Brett zu bohren hatten. Bisher waren die Scheiben vors Tor noch Mangelware, dies musste optimiert werden. Dann hatte Deutschland großes Glück, weil die Unterkante der Latte den dritten Treffer verhinderte. Beim Torgestänge lautete es nun Remis, da dies auch der deutschen Auswahl im ersten Drittel gelang.
Und dann schaffte es Deutschland, in der 27. Spielminute durch Max Calce zu verkürzen. Es war ein Tor des eisernen Willens, als der Schütze geschickt verzögerte, um den am Boden liegenden norwegischen Goalie zu bezwingen. Nun lag das Momentum auf Seiten der Deutschen, welche ihr nächstes Powerplay wiederum nicht in ein Tor ummünzen konnten. Dann rettete erneut der Innenpfosten für die Norweger, es war zum Verzweifeln. Den Mittelabschnitt dominierte nun das deutsche Team, was sich auch in der Torschussstatistik manifestierte.
Norwegen blieb indes weiter brandgefährlich und verbuchte selbst Top Chancen. Deutschland musste stets auf der Hut sein.
Calce mit Doppelpack, Becker dreht die Partie, Norwegen siegt
Der Start ins letzte Drittel gelang besser als zuvor, denn die deutsche Mannschaft zeigte die ersten guten Akzente im Spiel nach vorne. Und es wurde schon bald zum zweiten Mal gefeiert auf der deutschen Bank, denn Max Calce netzte in der 43. Spielminute in unnachahmlicher Manier zum Ausgleich ein. Es wirkte wie eine Blaupause zu seinem Anschlusstor im zweiten Drittel. Bei diesem Gegentreffer verletzte sich der norwegische Keeper, nun hütete Maximilian Vattn Aas das Gehäuse.
Der deutsche Goalie Niclas Wolter musste dann sein ganzes Können aufbieten. Auf der anderen Seite war Aas schnell gefordert und machte seine Sache ordentlich. Es herrschte höchste Anspannung in den Gesichtern auf der Bank bei den Spielern und Offiziellen. Der Spielfluss fehlte in dieser Phase, es wirkte sehr zähflüssig auf dem Eis, weil niemand einen Fehler provozieren wollte. Vielleicht half nun ein weiteres deutsches Powerplay, welches holprig begann und die Norweger zu top Gelegenheiten einlud und letztlich wirkungslos verpuffte.
Die Crunch Time stand nun an und in der 54. Spielminute traf Luis Becker zur erstmaligen deutschen Führung. Der Jubel kannte keine Grenzen und nun mussten noch fünf Minuten überstanden werden. Die DEB-Auswahl kämpfte leidenschaftlich und hatte auch viel Glück bei den Vorstößen der Skandinavier, die dann zweieinhalb Minuten vor der Sirene in doppelter Überzahl agierten, weil man noch eine zweite Strafe wegen Spielverzögerung kassierte.
Das roch nach dem Ausgleich und der fiel dann auch durch ihren Star Niklas Aaram-Olsen in der 59. Spielminute. Und es kam noch schlimmer, denn Niklas Aaram-Olsen jubelte nur 22 Sekunden vor dem Ende über seinen Hattrick, was am Ende den Klassenerhalt für Norwegen bedeutete.
Es war mehr als bitter für die DEB-Auswahl, so dramatisch abzusteigen.
Deutschland – Norwegen 3:4 (0:1|1:1|2:2)
Tore:
0:1 |14.| Marcus Saether
0:2 |21.| Niklas Aaram-Olsen (Haglund, Tollefsen)
1:2 |27.| Max Calce (Trestan, Hartmann)
2:2 |43.| Max Calce (Hartmann)
3:2 |54.| Luis Becker (Schwarz)
3:3 |59.| Niklas Aaram-Olsen (Andresen) PP2
3:4 |60.| Niklas Aaram-Olsen (Andresen)
Haupt-Schiedsrichter: Crman (SVK) / Gebei (HUN)
Bericht von: Hermann Graßl | Foto: Eishockey online Archiv
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