
EHC Red Bull München mit deutlichem Auswärtssieg in Bremerhaven
Die Fischtown Pinguins Bremerhaven empfingen in der heimischen Eisarena den EHC Red Bull München.
Bremerhaven startete erfolgreich in die neue Saison mit einer weißen Weste nach zwei Spieltagen. Das Team um Headcoach Alex Sulzer vertraute im Tor auf den Letten Kristers Gudlevskis. Matt Abt fehlte neben Nicolas B. Jensen auch Lenny Boos im Line-Up. Dafür debütierte der 19-jährige Florian Reinwald.
Der EHC Red Bull München gestaltete vier der letzten fünf Aufeinandertreffen erfolgreich gegen die Seestädter und reiste somit mit viel Selbstvertrauen in den hohen Norden, auch wenn die Landeshauptstädter in Wolfsburg nur mit einem Zähler an die Isar zurückkehrten.
Duell auf Augenhöhe
Die Hausherren begannen wie gewohnt forsch und dynamisch und verbuchten die ersten Annäherungen an das Gehäuse von Mathias Niederberger. München legte dann auch den Vorwärtsgang ein und beschäftigte den Bremerhavener Keeper. Der ausgeglichenen Partie fehlten die Highlights und klaren Chancen auf beiden Seiten. Beide Mannschaften neutralisierten sich weitgehend und legten den Fokus auf die Defensive. Bei den Schüssen lag zur Mitte des ersten Drittels München mit vier zu eins deutlich vorne.
Wie aus dem Nichts vergab Tobias Rieder nach einem perfekten Pass aus der eigenen Zone gleich zwei Mal gegen den Goalie der Gastgeber, welche mit eigenen Abschlüssen weiterhin ungewohnt geizten. Vielleicht half jetzt ein Powerplay für mehr Druck auf Niederberger, der aber seinen Kasten sauber hielt. Nun stand gegen Ende das zweite Powerplay für die Pinguins auf der Agenda, doch die Red Bulls verteidigten sehr strukturiert und aggressiv.
Eisenschmid: „Es war unnötig am Ende mit der Strafe. Wir müssen die Kleinigkeiten richtig machen und mehr Zug zum Tor kreieren und Chancen erarbeiten.“
EHC Red Bull München mit frühem Doppelschlag und legt spät nach
Zu Beginn des Mittelabschnitts vergab München eine Top Gelegenheit, zog aber eine Strafe gegen Bremerhavens Nummer 51 T.J. Smith. Es gab nun für München in der neuen Saison die siebte Möglichkeit mit einem Akteur mehr auf dem Eis zu agieren und zügig gingen die Gäste in Person von Jeremy McKenna in der 22. Spielminute in Führung. Yasin Ehliz steuerte seinen 600. DEL-Assist dazu bei.
Es dauerte nur 19 Sekunden, bis Lukas Thaler den zweiten Treffer nachlegte. Dies war ein herber Dämpfer für die Pinguins in eigener Halle. Wie würde die Reaktion von Fischtown nun aussehen? Kristers Gudlevskis bewahrte dank seiner tollen Parade seine Farben vor einem dritten Gegentor. Bisher erwies sich der Mittelabschnitt als der effektivste für die Gastgeber, deren Youngster Florian Reinwald im Slot eine gute Abschlusschance gehabt hat, aber den Puck nicht sauber traf.
Bremerhaven probierte vieles, blieb aber glücklos und musste erneut eine Strafzeit verkraften: und auch dieses Mal gab es für München etwas zu jubeln, denn Patrick Hager fälschte in der 17. Spielminute unhaltbar ab. Der EHC Red Bull München machte im zweiten Drittel vieles richtig und erwies sich als kaltschnäuzig und effektiv.
Kinder: „Wir spielen ein grundsolides Eishockeyspiel und das Ergebnis spiegelt nicht den Spielverlauf wider. Wir müssen mehr Schüsse produzieren und dann können wir das Spiel noch drehen.“
Fischtown Pinguins verkürzten, Rieder mit Entscheidung
Was konnte Headcoach Alex Sulzer noch aus dem Köcher zaubern, um die Wende zu schaffen? Es war ein dickes Brett, das die Seestädter zu bohren hatten. Das restliche Powerplay zu Beginn verpuffte indes wirkungslos und Parker Tuomie visierte nur den Pfosten an, auch weil Goalie Niederberger noch irgendwie mit dran war bei seiner Rettungstat. Rob Leask, der heute Headcoach Oliver David vertrat, konnte bislang sehr zufrieden sein mit dem Auftritt seiner Protagonisten.
Die Pinguins belegten die Kühlbox zu oft in dieser Partie: würde sich das erneut rächen? Die Hausherren hielten sich dieses Mal jedoch schadlos. Nach einem Scheibenverlust der Gäste konnte sich Max Görtz über den Anschlusstreffer in der 50. Spielminute freuen. Noch blieb genügend Zeit für die Aufholjagd, auch weil die Gastgeber das nächste Überzahlspiel zugesprochen bekamen. Die Chancen gab es, doch der hellwache Gäste Keeper Niederberger hatte was dagegen.
Nino Kinder vergab dann höchst aussichtsreich, denn sein Rückhandversuch missglückte ihm letztlich. Tobi Rieder machte dann wohl in der 56. Spielminute den Deckel drauf in dieser Partie, als er bei einem zwei auf eins Konter traf. Die Pinguins haderten etwas mit ihren guten Möglichkeiten, doch der EHC Red Bull München demonstrierte ein nahezu perfektes Auswärtsmatch und nahm hochverdient alle drei Punkte mit.
Görtz: „Wir hatten ein gutes erstes Drittel. Der frühe Doppelschlag hat uns sehr weh getan. Unser Powerplay lief heute nicht so gut. Das Match hätte auch in beide Richtungen gehen können.“
Thaler: „Bremerhaven startete sehr gut und druckvoll. Unser PK war sehr gut. Es ist gut für unser Selbstvertrauen, dass unser Powerplay super funktionierte. Die Jungs sind super, ich habe mich toll eingelebt. Hinten müssen wir noch kompakter stehen.“
Fischtown Pinguins Bremerhaven – EHC Bull München 1:4 (0:0|0:3|1:1)
Tore:
0:1 |22.| Jeremy McKenna (Ehliz) PP1
0:2 |23.| Lucas Thaler (Daubner)
0:3 |37.| Patrick Hager (Rieder, Hirose T.) PP1
1:3 |50.| Max Görtz (Wejse)
1:4 |56.| Tobias Rieder (Thaler, Warnecke)
Haupt-Schiedsrichter: Kozari (USA) / Iwert (GER)
Zuschauer: 4.582 (ausverkauft)
Bericht von: Hermann Graßl | Foto: City-Press GmbH
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