Löwen Frankfurt mit verdientem Auswärtssieg in München

27.September 2026DEL

Der EHC Red Bull München empfing am vierten Spieltag im SAP-Garden die Löwen Frankfurt zur Wiesenzeit.

Der EHC Red Bull München wollte nach dem deutlichen Auswärtssieg im hohen Norden sofort nachlegen. Das Coaching übernahmen auch dieses Mal Rob Leask und Konrad Kaltenhauser in Personalunion für den absenten Oliver David.

Die Löwen Frankfurt wollten nach der Pleite gegen Tabellenführer Nürnberg zurück in die Erfolgsspur. Das Gehäuse hütete Nico Pertuch, während die Legende Konrad Abeltshauser an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrte. Dies war die interessante Randnotiz in diesem Duell.

Ausgeglichenes Drittel zweier hungriger Mannschaften

Traditionell übernahm zur Wiesenzeit das aktuelle Playmate Valentina den inoffiziellen Puck Einwurf. Die Anfangsminuten gehörten ganz klar den Hausherren, die kräftig aufs Gaspedal drückten. Die Gäste waren noch in der Findungsphase. Das erste Powerplay von München, sogar über eine Minute mit zwei Mann mehr auf dem Eis, war noch nicht von Erfolg gekrönt.

Frankfurt tastete sich langsam heran, nahm den Anfangsschwung der Landeshauptstädter heraus, und nach ca. 15 Spielminuten verbuchten die Löwen eine erste Top Gelegenheit. Im ersten Frankfurter Powerplay konnte sich Goalie Antoine Bibeau spektakulär auszeichnen. Gegen Ende des Drittels wurden die Löwen aggressiver und zielstrebiger und befanden sich auf Augenhöhe mit den Red Bulls. Es war bislang ein leistungsgerechtes Remis.

Krupp: „Es ist eine enge Partie auf beiden Seiten, beide Teams sind hungrig. Wir müssen unseren Job in der Defensive gut machen. Hier müssen wir dranbleiben und genauso weitermachen.“

Blitzstart für München, Frankfurt dreht das Match

Der Mittelabschnitt ging furios los, denn nach nur 65 gespielten Sekunden netzte Taro Hirose mit der Rückhand hoch oben ein. Ein Auftakt nach Maß für die Hausherren. Im Gegenzug musste Bibeau gegen Matushkin in höchster Not retten. Mitten in die Drangphase der Münchener fiel der Ausgleichstreffer der Löwen Frankfurt in Person von Timo Kose, bei dem Keeper Niederberger keine Sicht hatte. Das war einer der wenigen Nadelstiche der Gäste.

Die Löwen verbuchten bei eigener Unterzahl gleich zwei Chancen nacheinander. München wirkte dann etwas fahrig und machte sich das Leben selbst schwer, denn Neuzugang Lukas Klok wurde eine vierminütige Strafzeit aufgebrummt, weil er sich nicht im Zaum hielt. Und tatsächlich belohnten sich die Löwen Frankfurt durch Cameron Brace, wobei Antoine Bibeau wohl diesen Schuss gerne zurückhaben würde, denn der Keeper sah dabei nicht glücklich aus. Die erstmalige Führung war gar nicht mal unverdient.

Carrick: „Wir müssen konstanter spielen. Wir kamen etwas von unserem Matchplan weg, müssen aber nichts ändern. Frankfurt kämpft hier sehr gut und wollen auch gewinnen.“

Frankfurt mit spätem Doppelschlag

München kam bissig aus der Kabine und durfte nach wenigen Minuten ein fünfminütiges Powerplay absolvieren, nachdem Eric Uba eine Spieldauerdisziplinarstrafe wegen Bandenchecks erhielt. Dies war nun die ideale Gelegenheit für die Hausherren, die Begegnung erneut zu drehen. Das Frankfurter Penalty Killing erwies sich wieder als sehr effektiv. Dann wurde es brenzlig, als Antoine Bibeau längere Zeit am Boden weilte, als er mit Matthew Wedman zusammenstieß. Schließlich konnte der Münchener Goalie weitermachen.

Der junge Frankfurter Keeper Nico Pertuch zeigte eine solide Partie mit einer starken Fangquote, und er war immer zur Stelle, wenn er gebraucht wurde. Die Gäste überstanden diese brenzlige Konstellation bravourös, mussten sich aber immer mehr den wütenden Angriffen der Hausherren entgegenstemmen. Der Frankfurter Keeper reagierte geistesgegenwärtig, als der Puck von der Latte auf seiner Schulter landete und dann aus der Gefahrenzone gebracht wurde.

Der EHC Red Bull München läutete die Crunch Time ein, Frankfurt lauerte auf Konter. Und fast hätte es geklappt, denn Eric Uba visierte den Pfosten an. München riskierte nun alles und musste auf der Hut bleiben. Wann würde Antoine Bibeau seinen Kasten zugunsten eines sechsten Feldspielers verlassen? Doch zuvor verdienten sich die Löwen einen Penalty, den Anthony Romano eiskalt verwandelte und wohl hier den Deckel drauf machte. Nur 28 Sekunden danach legte Cameron Brace den Empty Netter nach.

Keeper Nico Pertuch wies eine starke Fangquote von 97% auf und Conny Abeltshauer freute sich über seine drei Punkte an alter Wirkungsstätte.

Kastner: „Im ersten Drittel ging das Momentum verloren. Wir hatten viele Schüsse, doch wir kreierten nicht die nötigen Tore. Es war ok, aber wir müssen über 60 Minuten konstant spielen. Wir hatten auch Pech und die Rebounds waren . Es ist nicht unser Anspruch.“

Pertuch: „Es hat viel Spaß gemacht, so nah an der Heimat. Wir haben es für den Conny gemacht. Ich erfuhr es erst kurz vor dem Spiel, dass ich im Tor stehe. Wir verstehen uns sehr gut, sind eine gute Truppe.“

EHC Red Bull München – Löwen Frankfurt 1:4 (0:0|1:2|0:2)

Tore:

1:0 |22.| Taro Hirose (Carrick)
1:1 |25.| Timo Kose (Krupp, Brace)
1:2 |35.| Cameron Brace (Pfaffengut) PP1
1:3 |59.| Anthony Romano PEN
1:4 |59.| Cameron Brace ENG

Haupt-Schiedsrichter: Schadewaldt / Voit

Zuschauer: 10.796 (ausverkauft)

Bericht von: Hermann Graßl | Foto: City-Press GmbH

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