Münchner Red Bulls brachen Shutout-Bann von Jonas Neffin

17.Oktober 2026DEL

Nervenaufreibendes Topspiel zum Wochenend-Auftakt 

Mit 20 Punkten standen die Eisbären vor dem Topspiel an der Tabellenspitze, während sich München ganz knapp über den Wolfsburg Grizzlys auf Platz 4 einreihte. Éric Dubois schickte neben Ty Ronning, Liam Kirk, Frederik Tiffels, Kai Wissmann, Jonas Müller und wie zu erwarten war, auch Jonas Neffin in die Starting 6.

Jonas Neffins Shutout-Bann wurde gebrochen

Den Puck-Drop um Punkt 19:30 gewannen die Münchner Spieler und rissen die Oberhand umgehend an sich. Zügig versuchte Jean-Luc Foudy mit einem Pass zu Andreas Eder die Dominanz zu gewinnen und ein Tor zu erzielen. Mathias Niederberger wusste den Puck abzuhalten: nichts mit dem ersten Treffer. Kai Wissmann zog mit einem Schlagschuss durch, konnte allerdings nichts im Münchner Tor ausrichten. Den Abpraller nahm Rihards Griva an sich, seine beiden Schuss-Ideen zum Tor kamen jedoch gegen Niederberger nicht an. Top-Tormacher Liam Kirk konnte das nicht länger mit ansehen. Von der rechten Seite an der Bande brachte er die Scheibe zu Ty Ronning. Mit satten 119 Kmh zimmerte Ronning den Puck über die Linie in das Haus von Münchners Tor-Security. Das 1 zu 0 für Berlin war gemacht.

Die Oktoberfest-Liebhaber wollten das nicht auf sich sitzen lassen. Noch in der gleichen Minute durchbrach Ryan Murphy den Shutout-Bann von Jonas Neffin. Mit einem One-Timer schoss er den Ausgleich, 1 zu 1. Hilfe bekam der Bannbrecher hierfür von Ville Pokka und Maximilian Daubner.

Das von Beginn an schnelle Spiel war nicht nur für die Teams nervenaufreibend, auch für die Fans war dies eine harte Zerreißprobe. Immer körperlicher ging es auf dem Eis zu, Checks wurden gezielt zu Ende gefahren. Wegen unnötiger Härte durfte Maximilian Kastner erstmals in die Eisbox. Zwei Überzahl-Torversuche konnten die Berliner nicht zu Ende bringen.

Was immer hitziger auf dem Eis wurde, führte zu einem Stockschlag von Frederik Tiffels, mit der Folge 5 + Spieldauer-Disziplinarstrafe. Eine vorherige Überprüfung der Strafe konnte nichts geringeres ausrichten. Tiffels mit der Rückennummer 95 ging somit unfreiwillig in den vorzeitigen Feierabend. In dem 5-minütigen Überzahlspiel bissen sich die Red Bulls in der Verteidigungszone der Berliner fest. Den Hauptstädtern gelang es mehrfach, sich davon zu befreien und brachten den Puck zum anderen Ende der Eisfläche. Lucas Thaler lockerte die angespannte Situation auf der Spielfläche auf, denn er wanderte für 2 Minuten in die Kühlbox: Stockschlag war sein Verbrechen. Eric Mik passte zu Andreas Eder, sein Schuss fand jedoch keinen Abschluss im Tor.

Mt einem gefährlichen Angriff testete sich nun auch Brady Ferguson an Jonas Neffin, dieser wehrte jedoch erfolgreich ab. Zwei Berliner Spieler schalteten umgehend auf Tormodus um. Kai Wissmann nahm den Puck in der neutralen Zone an sich, passte auf Liam Kirk, dieser zog per One-Timer durch und jagte die Scheibe ins Tor. Die Videoanzeige stand somit auf 2 zu 1 für die Eisbären Berlin.

Abgekühlt zum nächsten Tor  

Vor ausverkauftem Stadion mit 14.200 Besuchern machte Tara Hirose das Topspiel zum Freitag wieder spannend. In der ersten Minute des neuen Drittels setzte er per Rückhandschuss die Scheibe an Neffin vorbei in das Tor. Mit diesem Ausgleich wurde das Spiel nochmals deutlich hitziger. Die weißen Bären setzten sich deutlich im Angreiferdrittel fest. Liam Kirk, Andreas Eder, Yannik Veilleux und Ty Ronning scheiterten vorerst allesamt mit ihren Schüssen. Es war vorerst kein Vorbeikommen an Tor-Security Mathias Niederberger. Die Münchner machten es den Berlinern schwer, sie waren zum blocken der Schüsse ebenso zur Stelle, wie ihr Goalie.

Tor, oder kein Tor? Diese Frage überprüften die Schiedsrichter unter Videobeweis. Jeremy McKenna testete die Fähigkeiten von Jonas Neffin – Neffin brachte den Puck zurück ins Zentrum. Yasin Ehliz kickte den Puck mit seinem Schlittschuh, die Scheibe bahnte sich ihren Weg über die blaue Linie. Die Schiedsrichter Entscheidung – kein Tor – auf dem Eis bestätigte sich erneut nach dem Videobeweis. Eine Erleichterung für die Tabellenführer.

Maximilian Daubner kühlte sich daraufhin erst einmal für zwei Minuten in der Kühlbox ab. In diesem Powerplay fanden die Berliner Eishockeyspieler ihre Formation. Leonhard Pföderl und Ty Ronning setzten die Scheibe mehrfach ganz knapp im Tor ein. Niederberger, die Latte oder ein Gegenspieler waren in diesen Situationen allerdings die unüberwindbaren Hürden. Weitere Torversuche auf beiden Seiten verliefen vorerst ohne Torjubel.

Drittes Drittel, Dritter Bullygewinn für die Münchner

Das letzte Drittel verlief intensiv, beide Mannschaften versuchten zwanghaft den erneuten Vorsprung für sich zu ergattern und Gegenangriffe zu blockieren. In der aufgeheizten Spielzeit geriet Ty Ronning mit Jeremy McKenna aneinander, beide durften für 2 Minuten in der Strafbox abkühlen. Stehen die Berliner an der Tabellenspitze, waren sie dennoch der Münchner Mannschaft in so manchen Punkten unterlegen.

Unter dem Druck diesem nicht weiter zu verfallen, setzten 6 Feldspieler der Berliner ihre Kufen auf das Eis. Eric Mik saß die Strafe wegen zu vielen Spielern ab. Dieser vermeidbare Fehler brachte eine Folge mit sich: Elis Hede setzte den Führungstreffer, neuer Spielstand 2 zu 3.

Patzer kamen auch den Münchnern unter, Veit Oswald ging für Beinstellen an einem Gegner in die Strafbox. Der darauf resultierende Torschuss von Markus Vikingstad und Ty Ronning wurde von Niederberger abgewehrt. Beide Mannschaften versuchten sich weiter am Gegentor. Gefährliche Torsituationen waren geboten, änderten jedoch vorerst nichts an der Videoanzeige. Kurz vor Spielende schnappte sich Yasin Ehliz den Puck, fuhr alleine direkt auf Jonas Neffin zu und lupfte den Puck über Neffins Fanghand direkt ins Tor. Mit einem 2 zu 4 wiegten sich die Red Bulls so kurz vor der Schlusssirene in Sicherheit.

Èric Dubois zog seinen Goalie Neffin aus dem Tor, setzte im Gegenzug einen sechsten Feldspieler auf das Eis. Mit dabei: die Hoffnung auf ein weiteres Berliner Tor. So sollte es auch sein, exakt 0,2 Sekunden vor der Sirene. Liam Kirk setzte in regem Treiben vor dem Tor den Puck ins kurze Eck. Gleich danach kam der Schlusslaut. Auf dem Eis entschieden sich die Schiedsrichter für ein gutes Tor, überprüften dies per Videobeweis noch einmal, bevor sie den Treffer endgültig als Tor bestätigten. Mit einem Sieg fuhren die Münchner zurück nach Bayern.

Bericht von: Patricia Gradl | Foto: Patricia Gradl

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