
EHC Red Bull München geht in der Viertelfinal Serie in Führung
Im SAP-Garden empfing der EHC Red Bull München den ERC Ingolstadt zu Spiel Nummer drei der Viertelfinalserie in der PENNY DEL.
Die Red Bulls aus München holten sich das Heimrecht dank einer herausragenden Auswärtspartie bei den Audi-Städtern zurück und wollten heute in der Serie in Führung gehen. Dank eines effektiven Powerplays in beiden Partien ging man mit breiter Brust in diese Begegnung.
Der ERC Ingolstadt musste tunlichst darauf achten, der Strafbank fernzubleiben. Disziplin war definitiv heute großgeschrieben beim Team um Headcoach Mark French, der heute sein 250 DEL-Match bestritt. Das war eine der ‚Lessons learnt‘ aus dem ersten Heimspiel der Panther vor zwei Tagen. Morgan Ellis stand aufgrund einer Sperre nicht im Line Up.
Früher Doppelschlag für den EHC Red Bull München
Interessante Randnotiz: beide Teams wechselten nach dem ersten Match ihren Goalie, eine interessante Maßnahme seitens der Coaches. Devin Williams hütete das Gehäuse bei den Gästen und Simon Wolf stand im heimischen Tor, wo er die legendäre Nummer 25 seines Vorbilds Patrick Ehenlechner trug. Physis und Emotionen waren vom Puck-Einwurf an gesetzt. Es klingelte schon früh in dieser Partie, als Markus Eisenschmid in der 3. Spielminute auch dank Ingolstadts Keeper den ersten Treffer markierte und nur 26 Sekunden danach netzte Taro Hirose erneut für die Hausherren ein. Es war ein Auftakt nach Maß, zumal Jeremy McKenna auch noch das Gestänge traf.
Das erste Münchener Powerplay überstanden die Ingolstädter schadlos und Goalie Devin Williams parierte einen Konter der Gastgeber bravourös, um seine Farben im Spiel zu halten. Auf der anderen Seite verhinderte der junge Simon Wolf den Anschlusstreffer der Panther, die sich mit mehreren guten Möglichkeiten in der Partie anmeldeten. Der Münchener Goalie zeigte eine starke Leistung und rechtfertigte seinen Einsatz. Auch in Unterzahl reagierte er sehenswert und hielt seinen Kasten weiter sauber.
Pietta: „Wir hatten durchaus unsere Chancen, die wir einfach nutzen müssen. Vor dem Tor müssen wir besser aufräumen und von der Strafbank wegbleiben. Wir müssen es einfach halten.“
Doppelschlag des ERC Ingolstadt, Red Bulls reagieren sofort
Im ausverkauften SAP-Garden mussten die Ingolstädter eine Antwort finden und von Beginn an hellwach sein, um einen erneuten Fehlstart zu vermeiden. Die noch andauernde Unterzahl blieb ohne weiteren Schaden für den ERC Ingolstadt. Mittlerweile entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, auch weil die Gäste stringenter den Weg zum gegnerischen Tor suchten. Veit Oswald verpasste den dritten Treffer nach tollem Zuspiel in den Slot, der Bereich, wo die Gäste zu viel zuließen. Die Panther übten nun viel Druck aus und zielten auf das Anschlusstor. Würden sie sich für ihren hohen Aufwand im Mittelabschnitt auch belohnen?
Die Begegnung verlief im zweiten Dritten nicht so flüssig wie zu Beginn. München tat nur das Nötigste und verlagerte sich aufs Kontern, während Ingolstadt sein Heil in der Offensive suchte. Tobias Rieder verbuchte dann eine Top Gelegenheit, die von Keeper Devin Williams vereitelt wurde. Und dann war es doch passiert, dass Simon Wolf zum ersten Mal hinter sich greifen musste. Torschütze war Philipp Krauß in der 31. Spielminute und nur 24 Sekunden später markierte Miles Powell den hochverdienten Ausgleich. Doch München bleib davon unbeeindruckt und ebenfalls nur 24 Sekunden später holte sich München die Führung zurück in Person von Jeremy McKenna nach feiner Zuarbeit von Yasin Ehliz.
Die vierte Reihe der Münchener schlug dann in der 38. Spielminute wieder zu in Person von Markus Eisenschmid, der seinen Schläger zielführend in den Schuss von Krening hineinhielt. Es schien auch in Spiel drei ein Torfestival zu werden und die Fäuste flogen reichlich in diesem brisanten bayerischen Derby.
Ehliz: „Wir starteten sehr gut und im zweiten Drittel haben wir den Faden etwas verloren. Wir sind dann aber gut zurückgekommen und müssen erst Mal die Unterzahl überstehen.“
EHC Red Bull München legt nach und feiert die Serienführung
Es war im Schlussabschnitt für Spannung und Dramatik gesorgt. Der ERC Ingolstadt startete mit einem Powerplay und verbuchte weitere Chancen zum Anschlusstreffer. München hatte seinerseits dann ein Powerplay, doch die Gäste hielten leidenschaftlich dagegen und sich schadlos. Der Match Plan lautete bei den Hausherren primär die Absicherung des Vorsprungs und Fokus auf die Defensive zu legen. Nichtsdestotrotz ließen die Münchener ihr ganzes Können aufblitzen mit brandgefährlichen Aktionen in der Ingolstädter Zone. Das Fehlen von Morgan Ellis machte sich bei den Panthern schmerzlich bemerkbar.
Tobias Rieder arbeitete in der 50. Spielminute die Scheibe regelrecht hinter die Linie, da die Ingolstädter Defensive den Münchener kollektiv alleine vor Williams agieren ließ. Was konnte der ERC Ingolstadt hier noch aufbieten, um doch noch heranzukommen? Oder lag der Blick schon auf dem nächsten Heimspiel? Headcoach Mark French zog schon knapp fünf Minuten vor dem Ende seinen Goalie und wollte das eigene Powerplay dadurch stärken, doch man nahm sich diese Möglichkeit wegen einer eigenen Strafe.
French: „Nach dem Start war es ein enges Spiel. Wir hätten das Momentum nach dem Ausgleich mitnehmen müssen. Wir müssen die Spiele analysieren und entsprechende Anpassungen vornehmen.“
Eisenschmied: „Bis auf die zwei Gegentore war es von uns heute eine solide Leistung. Wir müssen da etwas schlauer spielen, wir haben da nicht gut aufgepasst. Eishockey ist ein Spiel das von den Fehlern lebt und wir haben weniger gemacht.“
EHC Red Bull München – ERC Ingolstadt 5:2 (2:0|2:2|1:0)
Tore:
1:0 |03.| Markus Eisenschmid (Heigl)
2:0 |03.| Taro Hirose (Brooks, Rieder)
2:1 |33.| Philipp Krauß (Tropmann)
2:2 |33.| Miles Powell (Keating)
3:2 |34.| Jeremy McKenna (Ehliz, Hager)
4:2 |38.| Markus Eisenschmid (Krening, Heigl)
5:2 |50.| Tobias Rieder (Oswald, Pokka)
Haupt-Schiedsrichter: Frano (CZE) / Rohatsch (GER)
Zuschauer: 10.796 (ausverkauft)
Bericht von: Hermann Graßl | Foto: City-Press GmbH
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