
Bremerhaven meldet sich eindrucksvoll zurück in der Serie gegen die Adler Mannheim
In der Eisarena Bremerhaven gastierten die Adler Mannheim bei den Fischtown Pinguins zum richtungsweisenden vierten Playoff Match im Viertelfinale.
Die Fischtown Pinguins standen mächtig unter Druck und wollten vor heimischer Kulisse das frühzeitige Ausscheiden unbedingt vermeiden. ‚Fliegen oder Siegen‘ lautete das Motto für die Protagonisten von Headcoach Alex Sulzer, der seit Spiel drei auf Jan Urbas zurückgreifen konnte. Bremerhaven wollte eine Reaktion zeigen und die Serie verlängern und heute Abend das erste Ausrufezeichen setzen.Anstelle von Kristers Gudlevskis hütete Leon Hungerecker das heimische Gehäuse.
Die Adler Mannheim hatten Matchpucks und wollten mit einem Sweep ins Halbfinale einziehen. Gewöhnlich gestaltet sich insbesondere der vierte Sieg in einer Serie als ganz besondere Herausforderung und dieses Spiel hat oft eigene Gesetze. Dank ihrer bisherigen Offensivpower reisten die Kurpfälzer mit ganz viel Selbstvertrauen in den hohen Norden. Außerdem erwiesen sich die Mannheimer bislang als Angstgegner der Pinguins sowohl in der Hauptrunde als auch bei drei Playoff Duellen.
Match auf Augenhöhe mit Führung von Bremerhaven
Bei den Adler Mannheim agierte die exakt gleiche Mannschaft wie in den bisherigen drei Begegnungen getreu dem Motto ‚Never change a winning team‘. Ross Mauerman stand dieses Mal nicht im heimischen Line-Up. Wow, bereits nach 11 Sekunden vergab Phil Esposito die erste dicke Chance für die Gäste. Fehlstarts galt es aus Sicht der Hausherren tunlichst zu vermeiden. Von Anfang war mächtig viel los hüben wie drüben, und Keeper Leon Hungerecker verhinderte Schlimmeres. Beim Bully Spiel zeigte sich Mannheim bislang als bärenstark und Hungerecker packte den Monster Save aus.
Die Special Teams waren bis zur Hälfte des ersten Drittels noch kein Faktor. Bremerhaven war in der Zweikampf Quote deutlich besser und lag auch bei den Torschüssen vorne. Die Adler Mannheim schafften es dank ihres aggressiven und effektiven Forecheckings die Gastgeber nicht so richtig ins Spiel kommen zu lassen. In der 17. Spielminute brachte C.J. Smith die Hausherren in Führung. Mannheim bleib unbeeindruckt davon und vergab selbst zwei Top Möglichkeiten zum postwendenden Ausgleich.
Smith: „Wir spielten sehr einfach mit gutem Forecheck und wir belohnten uns dafür. Andy (Miele) spielt großartig und es klickt super mit uns. Unser Goalie gab uns mehr Energie.“
Adler schlagen zurück, Fischtown antwortet drei Mal
Der Mittelabschnitt lag den Gästen statistisch am liebsten, wie würden die Fischtown Pinguins hier dagegenhalten? Die Adler Mannheim antworteten in der 23. Spielminute in Person von Justin Schütz, der im Slot gedankenschnell die Scheibe verwertete. Dieses Remis entsprach auch dem Spielverlauf und die Adler wollten das Momentum nutzen. Auch die Pinguins meldeten sich zurück mit Offensivdrang, doch Mannheim war weitgehend tonangebend. Und tatsächlich erarbeiteten sich die Hausherren in Person von Akito Hirose in der 29. Spielminute die erneute Führung auch dank einer grandiosen Vorarbeit von Bruggisser. Jensen visierte zumal noch die Latte an.
Bei angezeigter Strafe gegen Mannheim markierte Matthew Abt den dritten Pinguins Treffer an diesem Abend; es war die 32. Spielminute. Das war bislang die höchste Führung für Bremerhaven gegen Mannheim. Es ging Schlag auf Schlag, denn nur unwesentlich später erhöhte Colt Conrad, wieder bei einer angezeigten Strafe gegen die Gäste, auf 4 zu 1. Die Pinguins zelebrierten eine enorme Effektivität, genau eine Tugend, die in Playoffs gefordert ist. Die Adler nahmen zu viele Strafen, das mussten sie abstellen. Bremerhaven spielte sich in einen kleinen Rausch und Maxi Franzreb stand unter ‚Dauerbeschuss.‘
Gawanke: „Hinten stimmte die Zuordnung nicht so ganz, daran müssen wir arbeiten und Bremerhaven ist heute eiskalt. Wir haben noch 20 Minuten Zeit, um das grade zu biegen. Wir müssen mehr die Sicht des Goalies nehmen.“
Blitzstart für Fischtown Pinguins Bremerhaven und kurioser Treffer mittels Bande
Die Fischtown Pinguins Bremerhaven waren auf dem besten Weg, die Serie zu verkürzen. Und die Hausherren verbuchten einen Traumstart, denn nur 21 Sekunden nach Anpfiff lag die Scheibe erneut hinter Maxi Franzreb im Gehäuse. Nico Krämmer dufte als Torschütze jubeln. War damit die Messe gelesen und Spiel vier abgehakt? Im Eishockey konnte indes viel passieren und die Adler Mannheim erstmals in die Schranken verweisen in dieser Saison.
Dann ging Headcoach Dallas Eakins All in und zog seinen Keeper, eine durchaus interessante Konstellation, die aber komplett nach hinten losging, denn Philipp Bruggisser bugsierte in der 44. Spielminute die Scheibe mittels der Bande ins leere Tor. Das war nun definitiv die Entscheidung und die Fans durften sich über ein Spiel fünf in der Quadratestadt freuen. Dann gingen die Emotionen hoch, Mannheim zeigte sich sehr frustriert und erwies sich als schlechter Verlierer. Die Gastgeber durften kurz vor Schluss noch vier Minuten in einfacher numerischer Überlegenheit absolvieren: Fischtown tat nur das Nötigste und ließ primär die Zeit herunterlaufen.
Bremerhaven meldete sich eindrucksvoll zurück in dieser Viertelfinalserie und verdiente sich ein Spiel fünf redlich. In diesem Match sprang der Puck eher für die Hausherren, auch diverse Schlägerbrüche bei den Gästen untermauerten diesen Eindruck. Zum Ende hin sammelten insbesondere die Adler etliche Strafminuten, was den Höchstwert aus dem Auftaktmatch um einiges noch toppte.
Eakins: „Es war ein hochinteressantes Spiel heute. Wir spielten im ersten Drittel sehr gut und dann gaben wir das Match ab im zweiten Drittel. Wir haben heute Abend viel gelernt. Bremerhaven spielt sehr diszipliniert. Wir werden nicht viel verändern, denn wir haben Vertrauen in unsere Truppe.“
Hungerecker: „Es hat sich heute toll angefühlt, wir haben heute Fischtown Hockey gespielt. Meine Jungs haben toll verteidigt und mir das Leben sehr erleichtert. Das war der erste Schritt in die richtige Richtung. Ich erfuhr es heute Morgen, dass ich spiele. Es war eine absolute Teamleistung.“
Fischtown Pinguins Bremerhaven – Adler Mannheim 6:1 (1:0|3:1|2:0)
Tore:
1:0 |17.| C.J. Smith (Miele, Krämmer)
1:1 |23.| Justin Schütz (Gawanke, Ehl)
2:1 |29.| Akito Hirose (Bruggisser)
3:1 |32.| Matt Abt (Kinder, Wejse)
4:1 |34.| Colt Conrad (Smith, Jensen)
5:1 |41.| Nico Krämmer (Abt, Miele)
6:1 |44.| Philipp Bruggisser (Verlic) EN
Haupt-Schiedsrichter: Gofman / MacFarlane
Zuschauer: 4.767 (ausverkauft)
Bericht von: Hermann Graßl | Foto: City-Press GmbH
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