Tag 1: Vorbereitungsturnier in Landshut: EVL schlägt Köln nach Penaltyschiessen, Krefeld deklassiert Oslo

21.August 2026DEL2

Der EV Landshut organisierte ein hochkarätiges Vorbereitungsturnier mit drei renommierten Clubs: die Kölner Haie, die Krefeld Pinguine und der norwegische Meister aus Oslo waren zu Gast in der VR-Bank Landshut Arena.

EV Landshut gegen Kölner Haie

Der Gastgeber und Turnierausrichter, der EV Landshut bekam es in seinem Auftaktmatch mit keinem Geringeren als den Kölner Haien zu tun. Landshuts Headcoach Uwe Krupp war ja viele Jahre als Trainer bei den Domstädtern tätig und freute sich auf das Aufeinandertreffen und Wiedersehen mit ehemaligen Akteuren und Offiziellen. Interessante Randnotiz und Schmankerl für die heimischen Fans: als Trainingsgast soll Jack Peterka, der Bruder von NHL-Profi JJ Peterka, mit einer Gastspielgenehmigung ausgestattet für den EVL auflaufen.

Der letzte Erfolg für Landshut in einem direkten Duell gegen Köln datiert aus dem November 1998 mit einem 4 zu 2 Auswärtssieg. Lang ist es schon her, d.h. es wäre mal wieder Zeit für einen Eintrag in die Geschichtsbücher.

Kölner Haie bärenstark

Bei den Hausherren musste Neuzugang Jonathan Blum noch wegen einer Verletzung pausieren. Dies galt auch für Jakob Mayenschein, der auf seinen ersten Einsatz verzichten musste. Der EVL war in diesem Klassiker des deutschen Eishockeys sicherlich bis in die Haarspitzen motiviert, gegen den Hauptrundenmeister der letzten Saison zu bestehen und vielleicht für eine Überraschung zu sorgen.

Die Haie legten gleich mal den Vorwärtsgang ein und verzeichneten erste gute Gelegenheiten, doch der Neuzugang zwischen den Pfosten Lukes erwies sich als solider Rückhalt. Nichtsdestotrotz konnte er den ersten Treffer der klar tonangebenden Kölner in der 6. Spielminute nicht verhindern. Torschütze war Louis-Marc Aubry. Es war eine hochverdiente Führung für sehr bissige Haie, welche dem Spiel ganz klar den Stempel aufdrückten. Erst nach gut zehn Minuten verbuchte der EV Landshut seine erste Top Chance auf den Ausgleich.

Kaum saß ein Landshuter auf der Sünderbank, setzte es bereits den zweiten Treffer der Kölner Haie in Person von Valtteri Kemiläinen in der 11. Spielminute. Die Hausherren mühten sich nach Kräften dagegenzuhalten, schafften es aber nicht aus ihren wenigen Chancen Kapital zu schlagen. Die Fans unterstützten ihre Protagonisten gewohnt lautstark.

Landshut verkürzt in einer hitzigen Partie

Der Mittelabschnitt verlief anfangs spiegelbildlich wie Drittel eins und die Haie erhöhten nach nur 54 Sekunden auf 0 zu 3. Als Torschütze durfte sich in der 21. Spielminute Brady Austin freuen. Das heimische Powerplay hatte trotz guter Ansätze noch viel Luft nach oben und verpuffte wirkungslos; beinahe hätte man sich noch einen Shorthander eingefangen.

Der Gastgeber vergab beste Möglichkeiten, um auf das Scoreboard zu kommen, auch weil Hexer Juvonen bravourös parierte. Doch dann war der Bann gebrochen: in der 33. Spielminute überwand im Powerplay Tobias Schwarz nach einem Potpourri an Möglichkeiten. Und es kam noch besser, denn in der 37. Spielminute brachte Trevor Gooch seine Farben im Alleingang auf ein Tor heran. Nun waren die Fans aus dem Häuschen und die Haie bekamen eine fünf Minuten Strafe aufgebrummt. Sollte sich die Partie nun vollends drehen zugunsten des EVL?

Duell auf Augenhöhe – Overtime erzwungen

Der EV Landshut befand sich noch knapp fünf Minuten in Überzahl: plötzlich war wieder alles möglich gegen den Favoriten vom Rhein, nachdem man scheinbar hoffnungslos in Rückstand war. Die ersten beiden Minuten vergingen wie im Flug und Goalie Lukes ließ sich bei einem zwei auf Null Konter nicht überwinden. Dies machte Mut für die Aufholjagd. Letztlich belohnte sich Landshut nicht für das lange Powerplay und musste weiter anrennen.

Die Haie verloren schon längst ihre Souveränität und mussten sich weiterhin einem leidenschaftlichen Kampf der Hausherren erwehren, die noch lange nicht aufgaben. Keeper Lukes blieb er Held und hielt seine Farben im Spiel. Der Pfosten verhinderte den vierten Treffer der Gäste in deren Powerplay: Daniel Fischbuch zielte zu genau und der rechte Schoner von Goalie Lukes stand dann im Weg. Wann zog Headcoach Uwe Krupp seinen Keeper zugunsten eines sechsten Feldspielers?

Unfassbar, denn in der 59. Spielminute markierte der EV Landshut den Ausgleich in Person von Blacky Schwarz. Und schon wieder bewahrheitete sich die Weisheit, dass eine drei Tore Führung im Eishockey nie beruhigend sein kann. Jetzt musste die Overtime die Entscheidung bringen: beide Teams hatten den Siegtreffer auf ihrem Schläger. 32,2 Sekunden vor Ende der Verlängerung sahen die Fans die Scheibe schon im Gehäuse, doch mit seinen Kraken Armen verhinderte Juvonen Schlimmeres.

Ultimativer Showdown, das Penalty Schießen stand an, mehr Dramatik ging nicht: Trevor Gooch traf und sicherte dem EVL den Sieg gegen die hochgehandelten Kölner Haie.

EV Landshut – Kölner Haie 4:3 n.P. (0:2|2:1|1:0|0:0|1:0)

Tore:

0:1 |06.| Louis-Marc Aubry (Kemiläinen)
0:2 |11.| Valtteri Kemiläinen (Russell, McLeod) PP1
0:3 |21.| Brady Austin (Fischbuch, Ljungh)
1:3 |33.| Tobias Schwarz (Gooch, Roy) PP1
2:3 |37.| Trevor Gooch
3:3 |59.| Marc-Olivier Roy (Gooch, Schwarz)
4:3 |65.| Trevor Gooch PEN

Haupt-Schiedsrichter: Kannengiesser / Schütz

 

Krefeld Pinguine gegen Valerenga Oslo

Im ersten Match dieses stark besetzten Vorbereitungsturniers trafen der aktuelle Aufsteiger in die DEL, die Krefeld Pinguine und der aktuelle norwegische Champion, Valerenga Oslo aufeinander. Man war gespannt, wie der DEL2 Meister aus Krefeld seinen ersten Auftritt auf fremdem Terrain absolvieren würde.

Mit Krefelds Headcoach Thomas Popiesch agierte ein „alter“ Bekannter aus der PENNY DEL hinter der Bande. Bei den Skandinaviern stand Mathis Olimb bereits bei den Grizzlys Wolfsburg in den Jahren 2019 bis 2021 unter Vertrag und schnürte seine Schlittschuhe für die Augsburger Panther in den Spielzeiten 2007 bis 2009.

Kampf und Leidenschaft auf beiden Seiten – Krefeld legt spät vor

Die Krefeld Pinguine wurden vom Urgestein und Ikone Philip Gogulla angeführt, der mit seiner fundierten Erfahrung von unschätzbarem Wert für den frisch gebackenen Rückkehrer in die höchste Spielklasse war. Das Team aus Oslo startete zielstrebig und verbuchte die ersten Möglichkeiten. Es entwickelte sich von Beginn an eine schnelle Partie, in der beide Teams die neutrale Zone zügig überbrückten.

Der norwegische Meister war optisch überlegen und spielbestimmend, musste aber in der 8. Spielminute die erste Strafzeit hinnehmen, die schadlos überstanden wurde. Oslo selbst zeigte in seinem ersten Powerplay ein sehenswertes Kombinationsspiel ohne Zählbares einzufahren. In der letzten Spielminute ging Krefeld durch Alex Weiß nach einem schnell vorgetragenen Konter in Führung.

Beide Teams in Torlaune – Pinguine ziehen davon

Im Mittelabschnitt waren nur 34 Sekunden absolviert und Oslo gelang der frühe Ausgleich durch Henrik Larsson. Doch die Freude währte nicht lange, denn die Pinguine markierten in ihrem zweiten Powerplay schnell den erneuten Führungstreffer. Torschütze war in der 22. Spielminute Davis Vandane. Die Partie wurde stetig nickliger und Valerenga Oslo glich erneut aus: in der 28. Spielminute jubelte Pontus Finstad nach einer feinen Einzelleistung.

Krefeld blieb davon unbeeindruckt und ging seinerseits zum dritten Mal in Front in Person von Max Newton, der von seinem kongenialen Sturmpartner Santos ideal in Szene gesetzt wurde. Die Pinguine blieben hartnäckig und erhöhten in der 35. Spielminute durch CJ Suess sogar auf 4 zu 2. Krefeld zog zu viele Strafzeiten und Oslo zielte vehement auf den Anschlusstreffer im Mittelabschnitt.

Krefeld Pinguine mit deutlichem Erfolgserlebnis

Nach zähem Einstieg in diese Partie erwiesen sich die Krefeld Pinguine mittlerweile in stabiler Frühform und boten dem norwegischen Meister sehr gut Paroli. Wenn man was zu meckern hatte, dann waren es die vielen Strafen. Oslo rannte an und Krefeld verwaltete geschickt ohne aber den Zug zum gegnerischen Tor vermissen zu lassen. Auf seinen Goalie Bick konnte sich die Mannschaft jederzeit verlassen. Oslo nahm dreieinhalb Minuten vor dem Ende die Timeout und zog seinen Keeper, um nochmals heranzukommen, doch das Unterfangen ging nach hinten los, denn die Pinguine machten in Person von Max Newton dank seines Empty Netters endgültig den Deckel drauf. Der agile Torschütze schnürte dann 8 Sekunden vor der Schlusssirene seinen Hattrick und vollendete das halbe Dutzend.

Krefeld Pinguine – Valerenga Oslo 6:2 (1:0|3:2|2:0)

Tore:

1:0 |20.| Alexander Weiß (Payerl)
1:1 |21.| Henrik Larsson
2:1 |22.| Davis Vandane (M. Müller) PP1
2:2 |28.| Pontus Finstad (Koch)
3:2 |33.| Max Newton (Santos)
4:2 |35.| CJ Suess (Percy, M. Müller)
5:2 |59.| Max Newton EN
6:2 |60.| Max Newton (Gogulla, Vandane) PP1

Haupt-Schiedsrichter: Todam / Engelmann

Bericht von: Hermann Graßl | Foto: “Christine Vincon / EV Landshut”

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