
Schiedsrichter besuchen DEB-Lehrgang in Füssen – Teil 3
Neben den ganzen theoretischen Stunden mussten die Schiedsrichter auch Fitnesstests absolvieren. Ein Teil dieser Tests musste vorab in Eigenregie absolviert werden. Damit das Gremium die absolvierten Fitnesstests einschätzen kann, müssen die in Eigenregie absolvierten Tests, per Video aufgenommen und übermittelt werden. Unter anderem mussten die Schiedsrichter mindestens 20 Liegestütze machen. Diese sollten in einem guten Rhythmus ausgeführt werden und so, als ob der Oberkörper einen auf dem Boden liegenden Tennisball berühren könnte. Zudem mussten 180 Sekunden Plank gehalten und Halteübungen absolviert werden. Ein Lauf in einer vergebenen Zeit konnte auf freiwilliger Basis absolviert werden.
Während der Zeit in Füssen gab es eine Eiseinheit „Eisarbeit“ und eine Einheit „Eistests“. Die Einheit Eisarbeit findet am Anreisetag statt und dort geht es hauptsächlich darum, sich nach der Sommerpause wieder an das Eis zu gewöhnen. Es werden verschiedene Übungen ausgeführt, die dem Bewegungsablauf während eines Spiels entsprechen. Natürlich sind das Seitwärts- und Rückwärtslaufen ein Teil der Übungen. Dabei waren in den einzelnen Lehrgängen große Unterschiede zu sehen. Die Unparteiischen der DEL führten ihre Übungen ohne großes Nachdenken, flüssig und routiniert aus. Auch von der Schnelligkeit her, war bei ihnen deutlich zu sehen, dass sie die Elite des deutschen Schiedsrichterwesens sind. Bei ihnen ging es nur darum, in das Eishockeyfeeling zu kommen.
Beim Eistest müssen die Schiedsrichter den GPS-Test und die „große Acht“ in einer vorgegebenen Zeit absolvieren. Die Männer haben für den GPS-Test 62 Sekunden und für die große Acht 78 Sekunden Zeit. Während der Tests sind Manuela Gröger-Schneider und Pia sind an der Stoppuhr im Einsatz. Für die Frauen gelten 64 Sekunden und 82 als Richtmaß. Durch die Tests in Eigenregie und in Füssen auf dem Eis soll der aktuelle Fitnesszustand dokumentiert werden.
Die Unterrichtseinheit 7 wurde von Mischa Apel und Stephan Bauer geleitet. Dort ging man auf die Checks gegen Kopf- und Nackenbereich ein. Anhand von Videos wurden verschiedene Fouls gezeigt und auch aufgezeigt, worauf zu achten ist. Auch hier waren Diskussionen erwünscht, um eine gemeinsame Linie zu etablieren, die bei den Vereinen und Fans die Nachvollziehbarkeit von Strafen nachvollziehbarer machen soll.
In der Unterrichtseinheit 8 ging es um die Struktur des DEB-Spielbetriebs, das Spielgericht, Spielnotizen und Matchstrafen. Max Gumplinger und Stefan Velkoski waren die Referenten und gaben einen Einblick in die aufgeführten Bereiche. Dabei wurde auch erklärt, wer im Spielgericht tätig ist und welche Instanz wann zum Zuge kommt. Gegen ausgesprochene Sperren haben die betroffenen Teams die Möglichkeit, Einspruch einzulegen, und das Spielgericht hat darüber zu entscheiden, ob solch ein Fall dann an eine höhere Instanz weitergeleitet wird. Es wurde auch noch einmal darauf hingewiesen, wie die Aufarbeitung bei einer ausgesprochenen Matchstrafe (DEB-Bereich) erfolgt. Auch ausgesprochenen Spieldauerstrafen werden nach dem Spiel gesichtet. Schiedsrichter können ab dieser Saison die Spielnotiz (Strafen, Becherwürfe, usw.) digital anfertigen. Das soll den Ablauf beschleunigen, vereinheitlichen und für Verbesserungen in dem Bereich sorgen.
An einem Abend des Lehrgangs lädt der DEB seine Schiedsrichter zu einem Kameradschaftsabend ein, wo man in einer gemütlichen Atmosphäre zusammensitzt und das Gremium die Gelegenheit nutzt, Auszeichnungen vorzunehmen. Schiedsrichter, die ihre Medaille aus einem Finalspiel der vergangenen Saison nicht auf dem Eis erhalten konnten, bekamen sie nachträglich überreicht. Auch für Meilensteine wie das 1.250 Spiel von Marc André Naust oder das 1.000. Spiel von Thorsten Lajoie gab es Pokale.
Für die Neulinge und Schiedsrichtern mit knappen Testergebnissen, gab es Einzelgespräche, in denen das Gremium mit ihnen die Testergebnisse besprochen hat, und ihnen dann gesagt wurde, ob sie lizenziert werden oder die Ergebnisse nicht ausreichend waren. Bei knappen Fällen kann das Gremium auch Nachtests festsetzen, um die finale Entscheidung zu treffen.
Nach den Lehrgängen DEB1 und DEB2, gab es für die anwesenden Schiedsrichter noch keine finale Aussage, wo sie in der neuen Saison eingesetzt werden, denn man wollte erst noch die Ergebnisse der Lehrgänge für die DEL2 und DEL abwarten.
Was immer wieder deutlich wurde, ist, dass das Regelbuch das Werkzeug ist, was die Unparteiischen beherrschen müssen, und dafür müssen sie einiges an Zeit investieren. Schiedsrichter sein, sind eben nicht nur die zweieinhalb Stunden Spielzeit auf dem Eis. Regelkunde, Lehrgänge und Fitness sind zeitintensiv und man sollte als Fan auch immer beachten, dass die Sicht auf Augenhöhe des Spiels eben eine andere ist als von den Rängen. Niemand ist perfekt, aber die Unparteiischen geben auf (und neben) dem Eis alles, um ihren Job so gut wie möglich zu machen.
Dass das Schiedsrichterwesen besser ist, als es manche Fans einschätzen, zeigen die zahlreichen Nominierungen von Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern für internationale Turniere in den vergangenen Jahren. Besonders deutlich wird das am Beispiel von Profischiedsrichter André Schrader: Er wurde für die Olympischen Winterspiele 2026 nominiert und stand beim Finalspiel der Männer-A-WM auf dem Eis.
Was aber auch klar ist: Es fehlt Nachwuchs im Schiedsrichterwesen, denn teilweise müssen die Schiedsrichter bereits am frühen Morgen ein Nachwuchsspiel und am Abend ein Spiel im Seniorenbereich leiten. Es werden daher immer motivierte Leute gesucht, die als Schiedsrichter den Sport unterstützen wollen. Denn ohne Schiedsrichter, kein Spiel!
#NoRefs_NoGame, das sollte den Fans bewusst werden, und jeder, der Interesse hat, selbst als Schiedsrichter Teil des Spiels zu werden, kann sich beim DEB bewerben.
Lösung Regeltestfragen: Frage 1: A, B, C, D Frage 2: A Frage 3: B
Bericht von: EK DEB Schiedsrichterwesen | Foto: Ellen Köhler
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