
DEL: München bezwingt Mannheim dramatisch nach Shootout – Dominik Kahun mit Doppelpack und einem verwandelten Penalty
Der EHC Red Bull München empfing im SAP-Garden die Adler Mannheim zur Wiederauflage des letztjährigen Halbfinales.
Der EHC Red Bull München mussten diverse Abgänge verschmerzen wie Abeltshauser, Smits, Fontaine oder Brooks. Mit Elis Hede wurde ein vielversprechender deutscher Stürmer aus Straubing rekrutiert. Der Österreicher Lucas Thaler sollte für mehr Stabilität in der Offensive sorgen. Die Vorbereitungsphase gestalteten die Landeshauptstädter recht erfolgreich und waren gewappnet für die neue Saison. Mit Rückkehrer Dominik Kahun verbuchte München wieder einen echten Führungsspieler.
Die Adler Mannheim zeigten bereits in den ersten beiden Spielen der Champions Hockey League ihre Frühform und starteten mit Selbstbewusstsein beim heutigen Gegner, den die Kurpfälzer in vier der vergangenen fünf Begegnungen besiegten.Brooks Macek fand ebenfalls den Weg zurück in die PENNY DEL und sollte eine Verstärkung für die Adler sein.
Kahun als Unterschiedsspieler
Dank Trevor Carrick und Lukas Klok haben sich die Landeshauptstädter in der Abwehr mächtig verstärkt und wollen definitiv ein Wörtchen um die Meisterschaft in dieser Saison mitreden. Headcoach Oliver David möchte nach seinen beiden Titeln mit Salzburg unbedingt die Trophäe für den Gastgeber ergattern. Den Puck Einwurf absolvierte eine junge Französin, die anfangs mit einem famosen Salto rückwärts auf sich aufmerksam machte.
Die Gäste aus Mannheim begannen rasant und das erste heimische Powerplay blieb wirkungslos. In der 7. Spielminute brachte Dominik Kahun seine neuen Farben nach kurzem Videostudium in Führung, welch eine Story nach seiner Heimkehr! Es entwickelte sich eine schnelle und körperlich betonte Partie zweier Giganten, welche sich nichts schenkten auf dem Eis. Kahun erwies sich gleich in seinem ersten Match als Aktivposten. Gegen Ende vergaben die Hausherren bei zwei auf eins Konter den zweiten Treffer.
Kühnhackl: „Sehr intensives erstes Drittel, wir sind gut reingestartet. Beim Gegentor haben die Münchener unseren Fehler eiskalt ausgenutzt. Wir müssen unseren Forecheck besser spielen. Wir freuen uns sehr, dass es endlich losgeht.“
Kahun: „Hauptgrund für meine Rückkehr ist unser kleiner Mann, der kürzlich auf die Welt gekommen ist. Für mich ist sehr groß, wieder für München in der schönen neuen Arena zu spielen. Wir wollen oben mitspielen und um den Titel mitkämpfen. Ich möchte dem Team helfen und die beste Version sein. Wir wollen uns in der Hauptrunde die bestmögliche Position erspielen.“
Mannheims special team klickt, Münchens Youngster trifft, Doppelpack durch Kahun
Der Mittelabschnitt begann auf beiden Seiten etwas verhaltener und strukturierter. Mannheim befand sich nach knapp fünf Minuten in doppelter Überzahl für ungefähr eine Minute, die Gelegenheit für die Adler auf die Anzeige zu gelangen: letztlich nutzte Nicolas Mattinen dieses Powerplay mit dem verdienten Ausgleichstreffer in der 26. Spielminute. Mannheim hätte kurz danach beinahe das Spiel drehen können bei einer Top Chance von Michaelis.
Die ersten zehn Minuten im zweiten Drittel waren die Adler optisch tonangebend und München musste mehr reagieren, weil Mannheim aktiver und zielstrebiger agierte. Lucas Thaler verbuchte dann die erste klare Möglichkeit für die Gastgeber, welche schließlich in der 34. Spielminute durch Moritz Warnecke wieder in Führung gingen. Für den 18-jährigen Youngster war es das erste Erfolgserlebnis in der DEL. Nach überstandenem Unterzahl fuhr München den Konter in Person von Dominik Kahun, der souverän einnetzte und seinen Doppelpack schnürte. Die Red Bulls zeigten eine bemerkenswerte Effektivität.
Warnecke: „Es ging alles so schnell, nicht viel nachgedacht, sondern einfach geschossen. Es ist unglaublich für mich gegen so ein starkes Team aus Mannheim. Die Jungs helfen mir sehr, was es für mich erleichtert. Es wird nicht leichter, wir müssen unser Tor gut verteidigen.“
Mannheim bleibt griffig und gleicht aus
Mannheims Headcoach Dallas Eakens stellte seine Reihen um, damit ein Ruck durch seine Mannschaft ging. Die Adler bekamen dann die Gelegenheit, im Powerplay für den Anschlusstreffer zu sorgen: die numerische Überzahl blieb wirkungslos doch das Tor gelang dann in der 48. Spielminute durch Max Calce, einem weiteren talentierten Youngster bei den Adlern, die nun wieder dran waren in dieser hochklassigen Partie. Für ihren Aufwand belohnten sich die Gäste folgerichtig mit dem Remis Treffer in Person von Jeremy Poirier in der 51. Spielminute bei eigener Unterzahl.
In der Schlussphase war für Dramatik gesorgt und der letztjährige Finalist aus der Kurpfalz war hungrig nach mehr, nachdem man den zwei Tore Rückstand aufholte. Die Crunch Time brach nun an: wer hatte das bessere Ende für sich? Eisenschmid visierte den Pfosten an, vorher touchierte McKennas Versuch die Latte. Sollte sich das etwa rächen?
Es stand die Overtime an in diesem Klassiker: beim aktuellen Spielstand von drei zu drei ging es nun weiter im drei gegen drei Modus. Tobias Rieder vergab bei seinem Solo in aussichtsreicher Position. Kris Bennett stand das Gestänge im Weg und im Gegenzug hätte Taro Hirose fast getroffen.
Poirier: „Es war eine tolle Atmosphäre hier, es hat viel Spaß gemacht zu spielen. Wir hätten mehr benötigt aber wir werden am Sonntag bereit sein. Es war heute ein echter erster Test für mich in der Liga.“
Kastner: „Wenn man mit zwei Toren vorne liegt, will man eigentlich die Partie heimfahren. Wir müssen uns an der eigenen Nase fassen, wir machten zu viele Turnover. Unsere Vorbereitung verlief auch sehr gut. Jeder hat ein hartes Spiel heute erwartet. Wir sind froh, dass wir Dominik haben, seine Qualitäten sind herausragend.“
EHC Red Bull München – Adler Mannheim 4:3 n.P. (1:0|2:1|0:2|0:0|1:0)
Tore:
1:0 |07.| Dominik Kahun (McKenna, Ehliz)
1:1 |26.| Nicolas Mattinen (Greco) PP1
2:1 |34.| Moritz Warnecke (Eisenschmid, Klok)
3:1 |37.| Dominik Kahun
3:2 |48.| Max Calce (Schütz, Macek)
3:3 |51.| Jeremy Poirier (Kühnhackl, Brown) SH1
4:3 |65.| Chris DeSousa PEN
Haupt-Schiedsrichter: Frano (CZE) / Palkovi (HUN)
Zuschauer: 10.796 (ausverkauft)
Bericht von: Hermann Graßl | Foto: City-Press GmbH
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