DEL: Rabenschwarzer Auftakt: Wild Wings laufen Frankfurter Effizienz hinterher

18.September 2026DEL

Der Start in die neue DEL-Saison ist für die Schwenninger Wild Wings gründlich misslungen. Vor ausverkauftem Haus unterlag die Mannschaft von Cheftrainer Steve Walker den Löwen Frankfurt mit 0:5. Das Ergebnis fiel am Ende deutlich aus, obwohl Schwenningen insbesondere im Mittelabschnitt durchaus zu seinen Möglichkeiten kam. Während die Wild Wings jedoch im Abschluss glücklos blieben und kaum konsequent in den gefährlichen Bereich vor dem Frankfurter Tor vordringen konnten, präsentierten sich die Gäste gnadenlos effizient. Besonders bitter: Gleich zwei Gegentreffer kassierte Schwenningen in eigener Überzahl.

Walker setzte zum Saisonauftakt auf vier vergleichsweise ausgeglichene Angriffsreihen und verzichtete damit auf eine klar erkennbare Topformation.

Schwenningen sucht zunächst seinen Rhythmus

Schon im ersten Drittel wurde deutlich, dass die Wild Wings noch nicht richtig in der neuen Saison angekommen waren. Frankfurt wirkte zu Beginn strukturierter, während Schwenningen Mühe hatte, mit Tempo durch die neutrale Zone zu kommen und sich im Angriffsdrittel festzusetzen. Die Löwen hielten die gefährlichen Bereiche vor Adam Scheel weitgehend sauber und drängten die Schwenninger Angriffe immer wieder nach außen.

In der elften Spielminute folgte der erste folgenschwere Fehler. Eric Martinsson spielte die Scheibe direkt in die Kelle von Eric Uba, der das Geschenk annahm und Joacim Eriksson zum 0:1 überwand. Danach fanden die Gastgeber etwas besser in die Partie und kamen häufiger in die Offensive. Der entscheidende Zugriff vor dem Frankfurter Tor fehlte jedoch weiterhin. Mit dem knappen Rückstand ging es in die erste Pause.

Mehr Offensive – aber Frankfurt macht die Tore

Im zweiten Drittel präsentierten sich die Wild Wings deutlich aktiver. Schwenningen brachte die Scheibe nun häufiger tief, konnte sich besser im gegnerischen Drittel festsetzen und kam zu Abschlüssen. Unter anderem boten sich Håkon Hänelt, Mirko Höfflin, Boaz Bassen und Sebastian Uvira Möglichkeiten. Doch genau hier zeigte sich das zentrale Problem des Abends: Frankfurt verteidigte den Slot konsequent und zwang die Wild Wings häufig zu Abschlüssen aus weniger gefährlichen Positionen. Wenn eine Scheibe durchkam, war Adam Scheel zur Stelle.

Dass ausgerechnet ein Schwenninger Powerplay die Partie endgültig in Richtung der Gäste kippen ließ, passte zum Abend. Nach einer Frankfurter Strafe hatte Schwenningen die Gelegenheit zum Ausgleich. Stattdessen konterten die Löwen in Unterzahl – Daniel Pfaffengut traf in der 36. Minute zum 0:2. Es war zu diesem Zeitpunkt der erste Frankfurter Torschuss während dieser Unterzahlsituation.

Danach ging es schnell. Matthew Wedman erhöhte in der 39. Minute auf 0:3 und legte nur 37 Sekunden später seinen zweiten Treffer nach. Beim 0:4 agierten die Löwen in doppelter Überzahl. Aus einem Spiel, in dem die Wild Wings kurz zuvor noch auf den Ausgleich gedrückt hatten, war innerhalb weniger Minuten eine beinahe aussichtslose Aufgabe geworden. Frankfurt brauchte dafür nur wenige Gelegenheiten und nutzte diese mit maximaler Konsequenz.

Zweiter Shorthander setzt den Schlusspunkt

Wer auf eine frühe Schwenninger Reaktion im Schlussabschnitt gehofft hatte, wurde schnell enttäuscht. Zwar versuchten die Wild Wings weiter, Druck aufzubauen und wenigstens den ersten eigenen Saisontreffer zu erzielen. Doch erneut wurde ein eigenes Powerplay zum Bumerang. In der 47. Minute vollendete Eric Uba einen Frankfurter Gegenstoß zum 0:5 und erzielte damit nicht nur seinen zweiten Treffer des Abends, sondern auch den zweiten Unterzahltreffer der Gäste.

Schwenningen gab sich trotz des deutlichen Rückstands nicht auf. Curtis Valk versuchte es unter anderem per Bauerntrick, später traf Philip Feist noch den Pfosten. Adam Scheel und die kompakte Frankfurter Defensive verhinderten jedoch bis zur Schlusssirene den Schwenninger Ehrentreffer.

Am Ende stand damit ein Ergebnis, das deutlicher aussieht, als es einige Phasen der Begegnung vermuten ließen – das aber zugleich die Unterschiede an diesem Abend schonungslos offenlegte. Schwenningen hatte insbesondere im zweiten Drittel genügend Scheibenbesitz und offensive Phasen, machte daraus aber zu wenig. Die Wild Wings kamen nicht konsequent genug in den Slot, ließen ihre Möglichkeiten liegen und leisteten sich gleichzeitig Fehler, die Frankfurt eiskalt bestrafte.

Auch die auf vier ausgeglichene Reihen verteilte Offensive brachte beim Auftakt noch nicht den gewünschten Effekt. Die Breite war sichtbar, eine Formation, die Verantwortung übernahm und den Gegner über mehrere Wechsel hinweg unter Druck setzte, dagegen kaum. Dass die Wild Wings bei einem 0:5 zudem zwei Treffer in eigener Überzahl kassierten, macht den Fehlstart komplett.

Viel Zeit zur Aufarbeitung bleibt nicht. Bereits am Sonntag um 16.30 Uhr wartet bei den Augsburger Panthern die nächste Gelegenheit, den ersten Eindruck der neuen Saison zu korrigieren.

Bericht von: BM | Foto: Archivbild / citypress

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