
Wild Wings überraschen in Mannheim – Wolf hält wichtigen Auswärtssieg fest
Ausgerechnet beim favorisierten Topteam aus Mannheim gelingt den Schwenninger Wild Wings der dringend benötigte Befreiungsschlag. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung, einem überragenden Simon Wolf im Tor und zwei Treffern im Schlussdrittel setzen sich die Neckarstädter im Baden-Württemberg-Duell mit 2:1 gegen die Adler durch und geben die Rote Laterne ab.
Nach einem enttäuschenden Saisonstart waren die Wild Wings beinahe schon zum Siegen verdammt. Immerhin hatten die jüngsten Auftritte trotz ausbleibender Punkte eine Leistungssteigerung erkennen lassen. Die ohnehin angespannte Personalsituation verschärfte sich durch den Ausfall von Vadim Schreiner zusätzlich. Da Joacim Eriksson als Backup auf der Bank saß und Alex Peters nicht im Kader stand, liefen die Schwenninger mit lediglich sechs Kontingentspielern auf dem Feld auf.
Mannheim macht Druck
Die Adler übernahmen erwartungsgemäß früh die Initiative und versuchten, die Gäste mit hohem Tempo und aggressivem Forechecking unter Druck zu setzen. Schwenningen konzentrierte sich zunächst auf eine kompakte Defensive, machte die Räume vor dem eigenen Tor eng und versuchte, über schnelle Gegenstöße für Entlastung zu sorgen.
Die Mannheimer erspielten sich ein deutliches Chancenplus, fanden ihren Meister jedoch immer wieder in Simon Wolf. Der junge Schlussmann präsentierte sich von Beginn an hellwach und bewahrte seine Mannschaft mehrfach vor einem Rückstand. Auch seine Vorderleute arbeiteten konsequent gegen die Scheibe, blockten Schüsse und verhinderten gefährliche Nachschussmöglichkeiten.
Offensiv blieben die Wild Wings zunächst weitgehend unauffällig. Dennoch gelang es, dem Druck der Gastgeber standzuhalten und das torlose Unentschieden in die erste Pause zu bringen.
Schwenningen trotzt dem Adlerdruck
Auch im Mittelabschnitt änderte sich wenig am Spielgeschehen. Mannheim blieb die spielbestimmende Mannschaft und erhöhte phasenweise nochmals den Druck auf das Schwenninger Gehäuse. Die Gäste mussten sich immer wieder längere Zeit in der eigenen Zone behaupten, verloren dabei aber nicht ihre defensive Ordnung.
Besonders auffällig war die Bereitschaft, füreinander zu arbeiten. Die Wild Wings unterstützten sich gegenseitig, machten die Räume konsequent eng und ließen sich trotz des Mannheimer Übergewichts nicht aus dem Konzept bringen. Und wenn die Adler doch einmal gefährlich zum Abschluss kamen, war weiterhin auf Simon Wolf Verlass. Der 21-Jährige entwickelte sich mehr und mehr zum entscheidenden Rückhalt seiner Mannschaft.
In der Offensive blieb Schwenningen zwar vieles schuldig, zeigte sich aber insgesamt deutlich stabiler als in einigen Begegnungen zuvor. Nach 40 Minuten stand weiterhin das 0:0 auf der Anzeigetafel. Die Grundlage für eine mögliche Überraschung war damit geschaffen.
Höfflin und Feist bringen die Entscheidung
Im Schlussabschnitt sollte sich die Geduld der Wild Wings schließlich auszahlen. Während Mannheim weiterhin auf den Führungstreffer drängte, bewiesen die Schwenninger nun auch vor dem gegnerischen Tor ihre Qualitäten. Ausgerechnet die beiden zuletzt formstarken Angreifer Mirko Höfflin und Philip Feist sorgten mit ihren Treffern für die überraschende 2:0-Führung der Gäste.
Die Adler warfen in der Schlussphase nochmals alles nach vorne und drängten auf den Anschlusstreffer. Schwenningen verteidigte mit großem Einsatz und konnte sich weiterhin auf seinen Schlussmann verlassen. Wolf entschärfte auch in der Schlussphase mehrere gefährliche Abschlüsse und hielt seine Mannschaft auf Siegkurs.
Erst 59 Sekunden vor dem Ende gelang den Mannheimern noch der Treffer zum 1:2. Der Traum vom ersten DEL-Shutout war für Wolf damit zwar geplatzt, den verdienten Lohn für seine starke Leistung ließ er sich jedoch nicht mehr nehmen. Mit vereinten Kräften brachten die Wild Wings den knappen Vorsprung über die Zeit und feierten einen ebenso überraschenden wie wichtigen Auswärtserfolg.
Ein Sieg, der Mut macht
Mit dem 2:1-Erfolg beim Tabellenzweiten setzen die Wild Wings ein wichtiges Ausrufezeichen. Nach zuletzt verbesserten, aber nicht ausreichend belohnten Auftritten stimmen diesmal nicht nur Einsatz und Moral, sondern auch das Ergebnis. Besonders die defensive Geschlossenheit und ein überragender Simon Wolf, der insgesamt 36 Schüsse parierte, bildeten das Fundament des Erfolgs.
Dass mit Mirko Höfflin und Philip Feist ausgerechnet die beiden derzeit formstarken deutschen Angreifer für die Treffer sorgten, passt ins Bild eines gelungenen Schwenninger Abends. Mit dem dritten Saisonsieg geben die Neckarstädter die Rote Laterne ab und sammeln dringend benötigtes Selbstvertrauen.
Der Erfolg allein löst noch längst nicht alle Probleme der Wild Wings. Doch der Auftritt in Mannheim zeigt, wozu die Mannschaft imstande ist, wenn defensive Stabilität, kämpferische Einstellung und Effizienz zusammenkommen. Entscheidend wird nun sein, diese Leistung auch in den kommenden Begegnungen zu bestätigen.
Bericht von: BM | Foto: citypress
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